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First Graphite – „Schlussendlich wollen wir Graphen produzieren.“

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30. März 2016 11:23



Exklusiv-Interview


Die australische First Graphite (WKN A2ABY7 / ASX FGR) steht unmittelbar davor, den Abbau ultrareinen Ganggraphits auf ihren Projekten in Sri Lanka aufzunehmen. Wir hatten die Gelegenheit mit First Graphites Executive Director Peter Youd zu sprechen und uns das Unternehmen etwas genauer erklären zu lassen.



GOLDINVEST: First Graphite ist in Sri Lanka tätig, einem Land, dass auf der Landkarte der meisten Rohstoffanleger wahrscheinlich nicht auftaucht. Warum haben Sie sich entschieden, dort aktiv zu werden?



Peter Youd: Unsere Untersuchungen in Bezug auf die weltweiten Graphitvorkommen zeigten, dass Sri Lanka über die höchsten Graphitgehalte verfügt, die weltweit abgebaut werden. 1916 lag die Produktion dort bei mehr als 33.000 Tonnen pro Jahr, was damals fast ein Drittel allen Graphits darstellte, das weltweit gefördert wurde.



Aktuell liegt die Produktion in Sri Lanka aber bei weniger als 5.000 Tonnen in einem Markt, der mittlerweile 1,1 Mio. Tonnen groß ist. Wir waren deshalb der Ansicht, dass es Raum gibt, eine moderate Produktion in Sri Lanka zu errichten.



GI: Was waren Ihre Ziele für 2015 und was davon haben Sie erreicht?



PY: Für 2015 hatten wir uns vorgenommen:



- eine Abbaulizenz für einen Teil des Explorationsgebiets Pandeniya zu beantragen,

- die Entwicklung auf Pandeniya soweit voranzubringen, dass wir mit Erteilung der Lizenz den Abbau aufnehmen können würden,

- die Bohrungen auf Aluketiya fortzusetzen, um ausreichende Sicherheit zu erlangen, um mit der Entwicklung mindestens eines Produktionsschafts auf dem bereits genehmigten Lizenzgebiet fortfahren zu können.



Im Verlauf des Jahres kamen wir darüber hinaus zu dem Schluss, dass unser hochgradiges Graphit für einen einfachen Prozess zur Graphenherstellung geeignet ist. Dies führte dazu, dass wir unsere Strategie anpassten und Mittel für Forschungs- und Entwicklungsarbeiten bereitstellten, die an der Universität von Adelaide durchgeführt wurden. Die ersten Ergebnisse waren exzellent und weitere Tests werden bereits durchgeführt.



Wir erreichten die oben genannten Ziele, erkannten aber auch, dass wir, um unsere Explorationsaktivitäten beschleunigen zu können, ein eigenes Bohrgerät benötigten. Das bisher mit den Arbeiten beauftragte Unternehmen hatte nur rund 1.300 Meter in 12 Monaten gebohrt und sah sich außer Stande, zwei der tieferen Bohrungen zu vollenden, die wir benötigten. Wir erwarben also unser eigenes Bohrgerät und sind nun in der Lage regelmäßig 18 Meter pro Tag zu bohren. Wir gehen davon aus, dass wir im Kalenderjahr 2016 so Bohrungen mit einer Länge von ungefähr 5.000 Metern durchführen werden. Darüber hinaus werden die Kosten voraussichtlich bei nur einem Drittel dessen liegen, was wir zuvor zahlen mussten.



GI: Bitte erklären Sie uns, wie dieses hochgradige Ganggraphit produziert werden soll. Wie hoch sind die Investitionskosten?



PY: Das Graphit wird mit traditionellen Untertagemethoden gefördert, die den Techniken sehr ähnlich sind, mit denen hochgradige Goldadern abgebaut werden. Nichts Kompliziertes, ganz einfach und methodisch.



Diese Abbaumethode und der geringe Aufwand an Infrastruktur bedeuten, dass jeder Schacht für rund 150.000 USD entwickelt werden kann. Wir wollen ausreichend Schächte einrichten, um 20 Schichten in zwei Jahren zu bearbeiten. Damit meinen wir, dass jeder Schacht zwei oder drei Schichten enthalten kann. Wir benötigen etwa 10 bis 11 Schichten, um den Break-even zu erreichen.



GI Wenn wir das richtig verstanden haben, muss First Graphite das Material auf Grund der hohen Reinheit nicht weiterverarbeiten, nachdem es an die Oberfläche gebracht wurde?



PY: Das stimmt. Es kann als Direct Shipping Ore (DSO) sofort ausgeliefert werden. Wir können es zudem auf die Größe mahlen, die unsere Kunden verlangen.



GI: Wo sehen Sie für die Zukunft das Wachstumspotenzial, wie wollen Sie dieses Potenzial realisieren?



Unser schlussendliches Ziel ist es, Graphen zu produzieren und dieses hochwertigere Produkt statt Graphit zu exportieren.



Die Forschungsergebnisse der Universität von Adelaide, die aktuell optimiert werden, zeigen, dass wir Graphen mit einem einfachen. umweltschonenden Verfahren in nur einem Schritt herstellen können.



Unserer Ansicht nach hängt die Kommerzialisierung von Graphen davon ab, dass eine ausreichende Menge zu konkurrenzfähigen Preisen vorhanden ist, die es erlauben, dass die Industrie dieses Produkt tatsächlich aufgreift. Zurzeit sind keine ausreichenden Mengen verfügbar und der Preis viel zu hoch.



GI: Es gab letztes Jahr einen regelrechten Hype um Graphit, ausgelöst von den starken Wachstumsprognosen für die Batterieindustrie. Wie sehen Sie den Graphitmarkt im Moment und welche Preise erwarten Sie in Zukunft?



PY: Vergangenen Dezember haben wir auf der 5. Graphite and Graphene Conference in London einen Vortrag gehalten, den Ihre Leser auch auf unserer Website www.firstgraphite.com.au herunterladen können.



Darin wiesen wir darauf hin, dass das hochgradige Graphit aus Sri Lanka schon immer mit einem Aufschlag zu Flockengraphit gehandelt wurde. Da dieses Produkt von hoher Qualität und einzigartig ist, dürfte dieser Aufschlag auch in Zukunft bestehen bleiben.



Wir gehen davon aus, dass der Preis für Flockengraphit unter Druck gerät, falls – und das ist ein großes falls – tatsächlich all die Produktion aus Ostafrika, die derzeit angekündigt wird, auf den Markt kommen sollte. Angesichts des hohen Kapitalbedarfs, der allerdings dafür benötigt wird, muss man erst einmal schauen, welche Minen es tatsächlich zur Produktion schaffen.





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