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Es geht ums (Bar-)Geld

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17. Februar 2016 12:41

company aus dem BE company


Wenn man die derzeit vorherrschende globale Negativzinspolitik bis zum Ende denkt, dann braucht man ein geschlossenes Schlupfloch ­„Bargeld“


Genauer ums Bargeld. Seit geraumer Zeit macht die EU Druck in Richtung einer Begrenzung des Bargeldverkehrs. Auch von Abschaffung ist immer öfter die Rede. Von Kontrolle und dadurch der Vermeidung von Terror oder Schattenwirtschaft. Gleichzeitig melden Banken unglaubliche Cash-Bestände und die Negativzinsen treiben Finanzchefs täglich die Tränen in die Augen während sich die Hersteller von Safes unerwarteter Umsatzanstiege gegenüber sehen.

Die Geister scheiden sich am Thema Bargeld und das sollten sie auch. Denn eine stillschweigende Übereinkunft, das Bargeld immer mehr abzuschaffen, hat wohl mehr soziale Sprengkraft als man erwarten kann, denn der Bezug zum eigenen Vermögen, zu dem was man hat, wird heutzutage immer wichtiger. Warum also den Bargeldumlauf beschränken?

Die Argumente sind schnell gesagt: die Terrorismusfinanzierung wird erschwert und auch Drogenhandel geht nicht mehr so leicht wie gewohnt. Das sind alles schwere Argumente. Nur betrifft das wirklich uns „Normalbürger“? Den Drogenboss schau ich mir gerne an, der versucht in einer heimischen Bankfiliale gerade mal 3000 Euro auf sein Konto in bar einzuzahlen. Ohne Ausweis geht da gar nichts. Und die Abhebung sowieso. Einzahlungen über 20.000 Euro sind in bar sowieso kaum mehr ohne schriftliche Ursprungsbekenntnisse möglich. Warum dann das Ganze? Es wird wohl zwei zusätzliche gewichtige Gründe dafür geben. Der Erste ist, dass die Kontrolle der Geldbestände und deren Bewegungen auch eine Kontrolle von Konsum und Vermögen erlaubt. Und der Zweite ist, dass man auf Giralgeldern auch Negativzinsen einheben kann. Bei Bargeld geht das nicht. Wenn man also die derzeit vorherrschende globale Negativzinspolitik bis zum Ende denkt, dann braucht man ein geschlossenes Schlupfloch „Bargeld“. Was das allerdings bedeutet ist auch klar: konsumieren bis nichts mehr da ist, und danach ab unter die Decke des Staates. Weil wenn nicht, verschwindet das Vermögen unter den negativen Zinsen genauso.

Ein amüsantes Ereignis ist das, wie bereits einmal geschrieben, Jänner-Mail des Finanzamtes Zug (Schweiz) an seine Zahlungspflichtigen. Die Bitte war nämlich, die fälligen Steuern so spät wie möglich zu bezahlen um einen finanziellen Schaden durch die dann anfallenden Negativzinsen vom Finanzamt fern zu halten. Welcome to Absurdistan.

Genauso ist der Streit ums Bargeld gerade in der Schweiz vor dem Verfassungsgericht gelandet. Nämlich, weil die großen Versicherungen und auch Banken lieber ihr Geld im Keller in den eigenen Tresoren halten wollen als die -0,7% Zinsen der Schweizer Notenbank für Taggeld zu bezahlen. Die Notenbank droht mit Verfassung. Spannend.

Die letzten Statistiken zum Thema zeigen mittlerweile „Historisches“: die europäischen Banken horten bereits 2 Billion an Cash. 1 Billion an Staatsanleihen. Beides negativ verzinst. Das nicht aus Masochismus, sondern um die regulativen Erfordernisse zu erfüllen. Und noch ein Faktum für globale Interessenten: lt. einer aktuellen Studie von JP Morgan rentieren 26% aller global vorhandenen Staatsanleihen bereits negativ und 64% unter einer Rendite von 1%. Bedeutet, bitte auf der lesenden Zunge zergehen lassen, dass nahezu zwei Drittel des global in Staatsanleihen investierten Vermögens einen Verlust (nach Inflation) bewusst in Kauf nimmt. Derzeit sind daher 65 Billionen US-Dollar auf bewussten Verlust hin orientiert. Kein Wunder, dass so viele übers Bargeld nachdenken.





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