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Die rote Brille

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3. Februar 2016 12:17

aus dem BE

Wir kennen die Vorwürfe, alles zu oft zu einseitig durch die rosarote Brille zu sehen. Naja, die letzten Tage und Wochen drängten sich auf, alles zu oft durch die rote Brille zu sehen, und das meine ich jetzt sicher nicht politisch.

An den Börsen wird wieder Trübsal gepredigt. Die USA sind in Wirklichkeit schwächer als man sieht, Europa steht kurz vorm Brexit und China wird noch am 7.2., einen Tag vor den dortigen 15-tägigen Neujahrsfeiern, die Währung abwerten. Quasi „hinter mir die Sintflut“. All diese Argumente hört man von Marktteilnehmern verschiedenster Orientierung. Interessanterweise sind das aber die Gleichen, die noch letzte Woche das Ende des Ölpreisverfalls und den Beginn eines eklatanten Anstiegs der Märkte erkannt hatten. Sind alles keine Dummköpfe, sie haben nur den Wunsch die mittelfristige Bewegung der Märkte endlich an greifbaren Fakten anzubinden und nicht andauernd irgendwelchen Swings hinterher zu hecheln. Dass die Öl-Förderländer ihre Bilanzen und Investitionen derzeit komplett neu ordnen bewegt wahrscheinlich die Märkte, passiert aber verständlicherweise nicht mit vorheriger Ankündigung.

Der Effekt im Investorenbild ist inzwischen offenbar: es gibt mittlerweile zwei große Investorengruppen die sich gegenüber stehen. Jene, die sich voll mit Absicherungen und Cash bis zur Halskrause ins nächste Doom-Szenario retten und Jene, die sich vor einer seltenen Kaufgelegenheit sehen und mit vollen Portfolios die rasche Trendwende erhoffen. Dazwischen ist fast kein großes Portfolio mehr präsent. Und alle warten eigentlich auf den gleichen Moment: dann, wenn die so oft genannten „Handtücher“ geworfen werden. Wenn die „Kanonen“ donnern, wenn die letzten verkaufen und keiner mehr kaufen will. Dann fallen die Kurse kurzfristig am stärksten, dann ist die Erholung danach am offensichtlichsten und dann sieht am Ende trotzdem jeder dieser Investoren, zwar reich an Erkenntnis, aber insgesamt einigermaßen ramponiert aus.

Die Börse handelt Emotionen und je besser sie die Emotionen in die eine oder andere Richtung bewegt, umso stärker ausgeprägt die Marktrichtung. Nur, auch wenn der eine oder andere Politiker in Erkenntnis vergangener und längst als absurd abgehandelter Ökonomie-Bekenntnisse im Erkennen der Chance jetzt alles zu ändern das Ende freier Märkte fordert, oder gar den Märkten die Schuld an allem pauschal umhängt, die Märkte wird es weiter geben und die Börsen erst recht. Unternehmen haben einen inneren Drang zum Überleben, zum Wirtschaften zum Arbeiten. Und nicht weil es Geld verbrennt, sondern weil es Sinn macht aus sich, seinen Ideen, seinem Können und seiner Arbeit mehr zu machen als vorher da war. Und wenn es schon keiner tut, die Börse honoriert das.

Rein ins Stammbuch …






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