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Farbenspiele

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20. Januar 2016 11:13

aus dem BE


Wir haben in der aktuellen ­Marktsituation ein deutliches Auseinanderklaffen zwischen Marktrealität und ökonomischen Daten


An den Börsen werden steigende Kurse zumeist mit grünen Symbolen verknüpft, fallende mit Rot. Die roten Bildschirme der letzten Tage waren für Viele eine Art Abenddämmerung, aus heutiger Sicht war es wohl eher das Morgenrot, denn angesichts wieder freundlicher Kurse entsteht auch eine positivere Sicht der künftigen Dinge. Die Psychologie der Farben.

Doch lassen wir vorerst einmal die bunte Kirche im Dorf und beschäftigen uns hoffentlich zum letzten Mal mit den Ereignissen der letzten Wochen. Die Faktenlage deutet auf steigenden Druck im Energiesektor, steigenden Druck auf Europas Innenpolitik und reduzierte Erwartungen bezüglich lokaler und globaler Wachstumsraten. Genauso deutet sie aber auch auf hohes Wirtschaftsvertrauen in Europa und zumindest etliche Sektoren in USA, positive Konsequenz in Japan und beginnende Bewegung in Europas Politik, und gegenüber China wird man wieder etwas zuversichtlicher. Auf den Punkt gebracht: man skaliert seine Erwartungen auf konservative Niveaus. Übertrieben positive Perspektiven werden abgehakt, übertrieben negative verschwinden langsam wieder (ein Fakt der dem vorher stark gefallenen Markt noch geschuldet ist).

Es ist wirklich schwierig aus dieser Gemengelage eine konsequente Ableitung zu finden, denn der Punkt zum Ansetzen ist nicht so einfach zu finden. Wohlverständlich, denn wir haben in der aktuellen Marktsituation ein deutliches Auseinanderklaffen zwischen Marktrealität und ökonomischen Daten. Fundamental lassen sich die Marktbewegungen der letzten Wochen auf aktuelle Daten kaum begründen. Zwar sind Ölpreis und Rohstoffe gefallen, aber das hat ja auch positive konjunkturelle Konsequenzen die laut Volkswirten sogar höher einzuschätzen sind als die negativen auf die Energiebranchen. Auch die Ängste vor einem Absturz der chinesischen Wirtschaft wurden relativiert, denn selbst wenn man den offiziellen Daten aus China nicht glaubt, so haben mittlerweile etliche große „Beobachter“ Instrumente für deren Aussagekraft entwickelt, die den offiziellen weniger dramatischen Trend inzwischen sogar bestätigen. Auch sind Emerging Markets Staaten wie Indien oder Indonesien aus etlichen Schatten anderer hervorgetreten und Japan geht konsequent seinen gar nicht mal so erfolglosen Weg. Die einzigen Ableitungen nach diesen Erkenntnissen sind daher folgende:

1. Irgendjemand mit sehr viel Geld weiß mehr und verkauft daher auch bei sinkenden Kursen.

2. Irgendjemand mit sehr viel Geld muss verkaufen weil er Geld braucht.

Also, entweder stimmen alle unsere fundamentalen Parameter schon gar nicht mehr und wir wissen es nur noch nicht, oder es gibt gar keinen fundamentalen Zusammenhang mit dem Kursdruck der letzten Tage. Wir werden es natürlich erfahren aber eines muss uns klar sein, Wissen war an den Börsen immer schon ein spätes Gut.

Lassen wir uns daher in der Grün-Phase ein wenig erholen und vertrauen wir darauf, dass sich die Welt immer langsamer dreht als die Märkte






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