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Unruhe in China und die Folgen daraus

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12. Januar 2016 11:53

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Der Jahresbeginn ist von einer erhöhten Unruhe an den Finanzmärkten gekennzeichnet. Die Auslöser dafür sind in China angesiedelt. Die chinesischen Aktien sind eingebrochen und die chinesische Währung hat sich gegenüber dem US-Dollar abgeschwächt. Da der Anteil der chinesischen Wirtschaft am Welt-Bruttoinlandsprodukt nach Kaufkraftparitäten mit 17% bereits größer ist als jener der USA (16%), haben diese Entwicklungen natürlich globale Auswirkungen.

Transformation der chinesischen Wirtschaft. Ein Grund für die gefallene Zuversicht der Investoren ist das Risiko einer sogenannten „Middle-Income-Trap“. Es gibt Untersuchungen, dass sich das Wachstum von Schwellenländern abschwächt, sobald ein bestimmtes Einkommensniveau erreicht wird. Die chinesische Politik möchte dieses vermeiden.

Um weiterhin ein vergleichsweise hohes Wachstum zu gewährleisten sind umfassende Reformen notwendig. Der Fokus soll weg vom Produktionssektor auf den Dienstleistungsbereich gelegt werden und von einer Investitionsorientierung auf eine Konsumgesellschaft. Ein weiteres Ziel ist die Bekämpfung der Korruption.

Zudem findet eine Liberalisierung sowie Internationalisierung der chinesischen Währung statt. Die marktwirtschaftlichen Kräfte gewinnen zunehmend an Bedeutung. Um die Bildung einer Kredit- und Investitionsblase zu verhindern, soll darüber hinaus das immer noch hohe Kreditwachstum gedrosselt werden. Naturgemäß ist die Transformation holprig und sind die Erfolgsaussichten unklar.

Antizyklische Wirtschaftspolitik. Weil das Risiko einer „harten“ Landung in China zugenommen hat, versucht die Wirtschaftspolitik entgegenzusteuern. Das wichtigste Instrument ist die Fiskalpolitik. Diese hat maßgeblichen Einfluss darüber, ob eine „harte“ oder lediglich „holprige“ Landung der chinesischen Wirtschaft stattfinden wird. Die Staatsausgaben wachsen bereits mit annähernd 30% im Jahresabstand. Aber auch die Leitzinsen wurden bereits gesenkt. Bei einem Leitzinssatz von 4,35% besteht noch Platz nach unten. Auf einer handelsgewichteten Basis ist die chinesische Währung jedoch sehr stark, weil sie den größten Teil der Festigung des US-Dollar mitgemacht hat. Das passt nicht in das aktuelle Umfeld. Es ist allerdings nicht klar, ob und wie stark die Währung abgewertet werden soll, oder ob die Marktkräfte die Währung abgeschwächt haben und wie stark die Politik dagegen intervenieren wird.

Undurchsichtige Signale seitens der chinesischen Politik. Die Signale der chinesischen Politik sind undurchsichtiger als jene des Westens. Damit sind die genauen Absichten der Wirtschaftspolitik unklar. Zudem sind die Wirtschaftsdaten inkonsistent und unzuverlässig. Ohne eine gute Messung kann keine verlässliche Einschätzung zur aktuellen Lage abgegeben werden. Aktuell besteht eine hohe Unsicherheit über die weitere Entwicklung der chinesischen Währung bzw. des Währungsregimes. Unsicherheit ist Gift für die Märkte wenn die Zuversicht der Investoren niedrig ist.

Liberalisierung des Renmimbi fordert China heraus. Die schrittweise Liberalisierung der Kapitalbilanz, in der die Kapitalbewegungen von China mit dem Ausland verbucht werden, stellt die Wirtschaftspolitik vor eine neue Herausforderung. Wenn die Kapitalbewegungen immer mehr den Marktkräften unterworfen sind, kann nämlich nur die Autonomie der Politik über entweder den Wechselkurs oder die Geldpolitik aufrecht erhalten werden. Es bestehen nun prinzipiell drei Möglichkeiten:

- Szenario 1: Die Zentralbank senkt die Leitzinsen und die chinesische Währung schwächt sich aufgrund der Kapitalabflüsse weiter ab. Gleichzeitig wird interveniert, um die Abschwächungsgeschwindigkeit des Renminbi zu dämpfen. Tatsächlich sind die Fremdwährungsreserven im Dezember 2015 um 108 Milliarden auf 3300 Milliarden US-Dollar gefallen. Im Juni 2014 haben sie noch knapp 4000 Milliarden betragen. D.h. diese Variante ist am wahrscheinlichsten.

- Szenario 2: Der Kapitalverkehr wird wieder eingeschränkt, die Leitzinsen gesenkt und der Wechselkurs bleibt stabil(er). Ebenso realistisch. Tatsächlich gab es am 8. Jänner bereits erste ad hoc Verschärfungen für US-Dollar-Käufe.

- Szenario 3: Der Kapitalverkehr wird nicht eingeschränkt aber die Geldpolitik orientiert sich an den USA. Das würde den Wechselkurs stabil halten. Die US-amerikanische Zentralbank signalisiert jedoch Leitzinsanhebungen. Unrealistische Variante.

Schwaches Wachstum der Weltwirtschaft. Dieses herausfordernde Umfeld in China trifft auf vier internationale Eigenschaften der Weltwirtschaft:

- Das globale Wirtschaftswachstum hat sich nachhaltig auf ein niedrigeres Niveau abgeschwächt.

- Die Feuerkraft der Zentralbanken hat abgenommen. Die Leitzinsen befinden sich bei null Prozent.

- Die Instabilität auf den Finanzmärkten ist erhöht. Damit werden negative Schocks innerhalb des Finanzsystems leichter und stärker übertragen.

- Die Gewinne der börsenotierten Unternehmen sind rückläufig und befinden sich in einer Rezession.

Schlussfolgerung. Eine Ausweitung des Budgetdefizits in China verhindert eine harte Landung. Die Transformation bleibt jedoch holprig - Der Renminbi wird sich trotz Währungsinterventionen und teilweiser Kapitalkontrollen weiter deutlich abschwächen. Aus diesem Grund bleiben auch die Währungen der Schwellenländer unter Druck, obwohl sie zunehmend billig werden - Bis dato erweist sich die Inlandsnachfrage in den Industriestaaten als widerstandfähig. Die Abschwächung in den China und den anderen Schwellenländern erhöht die Abwärtsrisiken, hält den ­Inflationsdruck und die Renditen von kreditsicheren Staatsanleihen auf einem niedrigen Niveau. Die Zentralbankpolitiken bleiben in diesem Umfeld expansiv. Auch das Ausmaß von Fed-Leitzinsanhebungen wird dadurch begrenzt. Das spricht für eher zwei als für vier Anhebungen in diesem Jahr. - Die Aktienmärkte bleiben volatil solange die Situation in China unklar ist oder sich kein neuer Wachstumstreiber etabliert.

Mehr von mir gibt's unter http://goo.gl/NldnkF



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