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Aktien Österreich 2016 +++ Die pi5-Favoriten

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6. Januar 2016 23:17

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AT&S, Immofinanz, Polytec, UBM und Voestalpine


Eigentlich kann man sagen, dass 2015 ein Börsenjahr war, wie es sich Vermögensverwalter und Fondmanager wünschen. Sehr selektiv, nicht nur was Regionen betrifft, sondern auch aus Branchensicht und vor allem in der Einzelaktienperformance. Was natürlich auch sehr erfreulich ist, ist die Tatsache, dass die Wiener Börse den MSCI-World-Index deutlich outperformt hat und in einem Umfeld, in dem viele Internationale Aktienmärkte eine negative Performance aufwiesen, die Bondmärkte erwartungsgemäß nicht mehr zulegen konnten und die meisten Rohstoffmärkte hohe Kursverluste hinnehmen mussten, um rund 11 % zulegen konnte. Einzig die Tatsache, dass wir ja bei vielen Indizes im Verlauf des Jahres 2015 schon wesentlich höher standen, als am Jahresende, trübt die Freude über das Aktienjahr 2015 vielleicht ein wenig. Auf der anderen Seite ist damit das Potenzial für 2016 deutlich höher, als es noch vor einigen Monaten den Anschein hatte.

Mit einem Blick auf die Empfehlungen, die wir am Jahresbeginn 2015 ausgesprochen hatten und dem Ergebnis des aktiv gemanagten pi5-Depots-Österreich, beenden wir nun den Rückblick: Vor einem Jahr hatten wir an dieser Stelle AT&S, FACC, Immofinanz, Palfinger, Raiffeisen und SBO empfohlen. Mit Ausnahme von SBO schafften es 2015 alle genannten Werte in die Gewinnzone, wenn auch teilweise nur sehr knapp. Die Durchschnittsperformance unserer Jahresempfehlungen lag mit knapp 14 % ein paar Prozentpunkte über dem ATX. Das ist zwar nicht ausgezeichnet, aber man kann damit doch ganz zufrieden sein.

Das aktive pi5-Depot-Österreich schaffte in 2016 einen Wertzuwachs von 14,48 %, also rund 3,50 % mehr, als die Benchmark ATX. Auch das sehen wir als zufriedenstellend, aber in 2016 doch verbesserungswürdig.

Welche Aktien sind nun aber unter den diversen fundamentalen, technischen, psychologischen und makroökonomischen Aspekten unsere österreichischen Favoriten für das Aktienjahr 2016?

AT&S, Immofinanz, Polytec, UBM und Voestalpine

Gutes, aber schwer vorhersagbares, Potenzial sehen wir auch bei den Aktien von Raiffeisen International und Pankl Racing. Beide Aktien nehmen wir aber, wegen zu vieler schwer einschätzbarer Faktoren nicht in die Liste der Jahresempfehlungen auf. Mit AT&S und Immofinanz haben es für 2016 zwei Titel wieder auf die Empfehlungsliste geschafft, die bereits 2015 dabei waren, die anderen 3 Aktien waren 2015 nicht auf unserer Favoritenliste.

Bei ATS&S gefällt uns vor allem die herausragende fundamentale Bewertung. Sowohl das Kurs-Umsatz-Verhältnis, wie auch das Kurs-Buchwert-Verhältnis liegen deutlich unter 1. Das KGV des letzten vollen Geschäftsjahres liegt markant unter 10. Auch wenn natürlich die starken Kapazitätsausweitungen in China die GuV der folgenden Quartale an den verschiedensten Stellen erheblich belasten werden, so sind wir doch sehr optimistisch, dass sich diese neue Umsatz-Dimension bei AT&S in den kommenden Jahren als absolut richtige Geschäftsstrategie herausstellen wird, die sich in weiterer Folge auch deutlich in den Geschäftszahlen abbilden wird. Selbst in einem reinen Basisszenario halten wir die AT&S Aktie für deutlich unterbewertet, mit etwas optimistischeren Annahmen halten wir sie aus heutiger Sicht in einer Mehrjahresbetrachtung sogar für die aussichtsreichste Aktie am Wiener Aktienmarkt.

Bei der Immofinanz geht es, wie immer, auch um das speziell niedrige Kurs-Buchwert-Verhältnis. Aber nicht nur. Diese Kennzahl liegt jedenfalls aktuell bei ziemlich exakt 0,50. Was selbst bei einer weiteren deutlichen Abwertung des Russlandportfolios, die durchaus kommen könnte, ein aus unserer Sicht wesentlich zu niedriger Wert ist. Auch die laufenden Erfolge in der Bereinigung des Immobilienportfolios und die exzellente Entwicklung des Aktienpaketes an der BUWOG tragen zu unserem Optimismus bei. Unserer Einschätzung nach hat sich auch die Gesprächsbasis mit den Managern anderer österreichischer Immobilienkonzerne zuletzt sehr positiv entwickelt. Jedenfalls kann man aus unserer Sicht nicht ausschließen, dass es in 2016 zu einer weiteren deutlichen Änderung in der Aktionärsstruktur in 2016 kommt. Und wenn man an die Reaktion von Immofinanz-Großaktionären auf das 2,80 Euro-Angebot je Aktie in 2015 denkt, dann stimmt das auch zuversichtlich. Damals war jedenfalls von Preisvorstellung von deutlich über 3 Euro, sogar an die 4 Euro je Aktie die Rede. Und schließlich sollte man ja auch nicht ganz ausschließen, dass es im neuen Jahr zu einer Verbesserung der Situation in Russland kommt, vor allem auch was die Wirtschaftssanktionen betrifft.

Polytec halten wir für eine sehr spannende Aktie. Schon vor vielen Jahren sehr gut gemanagt, dann in der Finanzkrise in Turbulenzen gekommen, danach erfolgreich stabilisiert und offensichtlich auf einem richtig guten Weg. Eine sehr günstige Bewertung was den Buchwert und auch den Unternehmensgewinn betrifft wird von einer erfolgreichen Unternehmensstrategie untermauert. Einige Käufe im Rahmen der Director´s Dealings in 2015 stärken unsere Zuversicht. Wir glauben, dass Polytec gut positioniert ist und die Automobilbranche auch längerfristig eine sehr interessante ist.

Damit wären wir bei UBM. Das Niedrigzinsumfeld, das, völlig unabhängig davon, ob es im neuen Jahr international ein paar kleine Zinsschritte nach oben geben wird oder nicht, aus unserer Sicht noch einige Jahre Bestand haben wird, begünstigt das Geschäftsmodell der UBM stark. Damit dürfte auch die Liquidität bei Immobilieninvestments sehr hoch bleiben und die Immobilienentwicklung weiterhin gute Margen versprechen. Die Bilanzstruktur sollte sich im Verlauf des Jahres 2016 durch Immobilienverkäufe weiter verbessern und der Hebel damit geringer werden. Unverändert ist das Unternehmen auch bei den Analysten sehr beliebt. Trotz einiger Kurszielanpassungen in den vergangenen Monaten, gibt es noch immer mehrere Analysten, die dem Konzern hohes Potenzial bescheinigen. Eine Ansicht, die wir eindeutig teilen.

Voestalpine hat bei der Bekanntgabe der Geschäftszahlen vor einigen Wochen einen sehr vorsichtigen Ausblick gegeben. Die Zahlen selbst waren unserer Meinung nach sehr gut. Nicht zu übersehen sind allerdings aktuell auch die Medienberichte von weltweiten deutlichen Überkapazitäten in der Stahlproduktion. Die niedrigen Rohstoffpreise üben hier auf einige Unternehmen, je nach Geschäftsmodell, großen zusätzlichen Druck aus. Dennoch sehen wir die Voest Aktie aktuell als markant unterbewertet an. Ein Kurs-Buchwert-Verhältnis unter 1 ist für ein so ausgezeichnet gemanagtes Unternehmen mit einem so besonderen Geschäftsmodell, selbst nach den reduzierten Gewinnerwartungen für die Zukunft, aus unserer Sicht zu billig. Wir glauben, dass hier nun ein deutlich zu negatives Szenario eingepreist ist und glauben sogar dann an eine deutliche Kurserholung, wenn sich das aktuelle Umfeld nicht verbessert. Sollte es allerdings in der gesamten Branche wieder etwas positivere Tendenzen geben, sind bei Voest wohl auch schöne positive Überraschungen möglich.

Wie könnte 2016 insgesamt für den ATX aussehen?

Im Gegensatz zum vergangenen Jahr, wird der Start in das neue Jahr aufgrund der vielen politischen Unsicherheiten weltweit wohl etwas verhaltener verlaufen. Einige Verschiebungen bei den Währungsrelationen sollten aber auch kurzfristig schon unterstützend wirken. Ein ganz wichtiger Faktor wäre eine weitere Stabilisierung in Osteuropa. Positive Beiträge erwarten wir uns bei vielen Unternehmen auch von den bevorstehenden Veröffentlichungen von Geschäftszahlen, da der Markt derzeit sehr vorsichtige Schätzungen eingepreist hat. Volatil wird es bestimmt bleiben. Und am Jahresende dürfte der ATX diesmal wohl höher stehen, als am 30. Juni. Beim Jahresendstand 2016 halten wir aus heutiger Sicht einen Wert von etwa 2.760 Punkten für möglich, also ein Potenzial von gut 15 %.

Auch im Jahr 2016 werden wir die Depots wieder gewohnt aktiv managen, mit dem Ziel eine deutliche positive Outperformance gegenüber dem ATX zu erzielen. Sämtliche Transaktionen in unserem Österreich-Depot werden, wie von Anfang an (also seit mittlerweile knapp 10 Jahren) innerhalb weniger Minuten auf unserer Homepage http://www.pi5.at/ veröffentlicht. Ebenfalls auf dieser Seite finden sie, neben vielen weiteren Informationen, auch stets das aktuelle Österreich-Depot, so wie eine Darstellung der Vergangenheitsdaten in Tabellenform und Chartform.

Alle Informationen, die in diesem Text bekanntgegeben werden, sind eigene Einschätzung des Autors, die nach bestem Wissen und Gewissen aus fundamentaler und technischer Sicht getroffen wurden. Sie stellen weder Finanzanalysen im Sinne des Wertpapieraufsichtsgesetzes, noch Anlageempfehlungen dar. Selbstverständlich können sich die Märkte auch ganz anders entwickeln und die Einschätzungen sich später als falsch herausstellen. Daher sind alle Angeben, trotz sorgfältiger Erstellung, ohne jede Gewähr.

Wir wünschen allen unseren Kunden, Geschäftsfreunden und Lesern ein gesundes, glückliches und erfolgreiches Jahr 2016.

http://www.pi5.at/   -mf-






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Der Verfasser des Textes legt gemäß § 48f Abs 5 BörseG offen, dass er selbst an einzelnen Finanzinstrumenten, die Gegenstand der verfassten Texte sind, ein nennenswertes finanzielles Interesse hat. Die verfassten Texte sind keinesfalls als Empfehlungen irgendwelcher Art zu sehen.


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