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Weihnachtsruhe?

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14. Dezember 2015 10:55

company aus dem BE company


Am heimischen Markt dürften die Immofinanz-Zahlen im Mittelpunkt ­stehen, im Fokus dürfte hier wiedermal das Russlandgeschäft sein.


Die abgelaufene Handelswoche wurde überschattet von den Nachwirkungen des OPEC-Meetings vorletzten Freitag, wo die Hoffnungen auf eine Kürzung der Förderquoten zerschlagen wurden. Dementsprechend gab der Ölpreis im Wochenverlauf um knapp 12 Prozent nach, die bisherigen Jahrestiefs vom August wurden damit deutlich unterschritten. Auch der russische Rubel, dessen Entwicklung aufgrund der hohen Ölexporte des Landes eng mit der Bewegung des „schwarzen Goldes“ zusammenhängt, musste Verluste verzeichnen. Das lastete einmal mehr auf den „Russlandaktien“ RBI und Immofinanz, die im Wochenverlauf knapp 10 bzw. 8 Prozent nachgaben.

Da half auch eine erste Fortschrittsmeldung zum Restrukturierungsprogramm der Raiffeisen nicht viel: Es wurde endlich ein Käufer für die slowenische Tochter gefunden, womit sich die Bank von ihrem ersten „Sorgenkind“ befreien könnte. Der Preis war erwartungsgemäß nicht sonderlich prickelnd, die negativen „Dekonsolidierungseffekte“ dürften aber durch die bereits angekündigten Restrukturierungskosten abgedeckt sein.

Eine Firma, die sich in der Vergangenheit bei ihren „Ostabenteuern“ ebenfalls manchmal die Finger verbrannt hat, ist die EVN. Bei den veröffentlichten Zahlen für das Geschäftsjahr 2014/15 (die Niederösterreicher haben ein besonders schiefes Geschäftsjahr) war davon allerdings nichts mehr zu merken. Schöne Anstiege bei Umsatz und Ergebnis, auch das nächste Jahr soll relativ stabil bleiben. Im aktuellen Umfeld für Versorger, wo die großen, deutschen Unternehmen sich aufspalten um ihr Überleben zu sichern und sogar der Verbund als ultimativer „Low-Cost Producer“ (Wasser kostet praktisch nichts und mit Lieferanten muss man sich auch nicht herumschlagen!) harte Kosteneinsparungsprogramme durchziehen muss, eigentlich kein schlechtes Ergebnis. Die Aktie reagierte jedoch so wie auf praktisch jede Nachricht: mit Stillstand. Seit Frühling 2014 (!) handelt die Firma in einer Spanne zwischen 9,50 und 10,50 Euro je Aktie…

Deutlich mehr Bewegung gab es hingegen beim Chip- und Sensorenhersteller ams. Der in der Schweiz notierte steirische Konzern hatte ein Déjà vu: Wie schon bereits im Juni kam die Firma unter Beschuss, nachdem dieselbe Schweizer Zeitung eine praktisch identische Geschichte über mögliche Auftragsverluste veröffentlichte. Wieder wurde kolportiert, dass sich der Smartphoneriese Apple nach Alternativen umsehen könnte, woraufhin die Aktie innerhalb eines Tages um knapp 20 Prozent einbrach. Anders als damals folgte jedoch ein Dementi der Firma, allerdings erst nach Börsenschluss. Dementsprechend konnte die Aktie im Verlauf des heutigen Tages einiges an Boden gutmachen. Dieses Problem hatten bereits einige Apple-Zulieferer: Aufgrund einer seltsamen Geschäftspolitik des Smartphoneherstellers dürfen die Lieferanten von Apple nicht angeben, dass sie mit Apple Geschäfte machen, da sie ansonsten sofort ihre Verträge verlieren würden. Entsprechend schwierig ist es daher für die Investoren abzuschätzen, wieviel an diesen immer wieder auftauchenden Gerüchten über Auftragseingänge etc. dran ist, was die Aktien der Lieferanten oftmals zu Spielbällen von Hedgefonds und anderen lustigen Gesellen machen kann…

Volatil war auch die VW-Aktie, jedoch in positiver Hinsicht: Nach internen Untersuchungen dürften doch nicht so viele Autos vom Dieselskandal betroffen sein, wie Anfangs befürchtet. Zwar reagierten die deutschen Behörden darauf in Big Lebowsky-Manier (gemäß dem Zitat: „Yeah, well, that’s just, like, your opinion man“), die Investoren waren jedoch sichtlich erleichtert, die Aktie konnte um rund 1 Prozent zulegen.

Gut lief es auch für den heimischen Leuchtenhersteller Zumtobel: Trotz der Kürzung des Ausblicks für das Gesamtjahr konnte die Aktie um knapp 10 Prozent zulegen. Die Firma lieferte ein klassisches Beispiel dafür, dass es oftmals weniger auf die einzelnen Zahlen an sich ankommt, als auf die Markterwartungen. Die meisten Analysten waren bereits im Vorfeld deutlich vorsichtiger als die Firma selbst, was wohl den im letzten Quartal äußerst enttäuschenden Zahlen geschuldet sein dürfte. Als dann weitere böse Überraschungen ausblieben und sogar Fortschritte bei einigen Problembereichen vermeldet werden konnten, machte sich auf Investorenseite Erleichterung breit. Wie nachhaltig diese Entwicklung ist, wird sich zeigen. Immerhin kämpft das Unternehmen noch mit einigen Baustellen, allen voran der Schwäche im wichtigen französischen Markt…

Diese Woche dürfte ganz im Zeichen der Fed stehen, alles andere als eine leichte Zinserhöhung von Seiten der US-Notenbank käme einer Sensation gleich. Der Fokus der Investoren dürfte dementsprechend auf den Statements der Fed liegen: Es wird erwartet, dass die Notenbank betont, die Zinsen nur langsam und graduell anzuheben, um das zarte Aufschwungspflänzchen nicht zu zerdrücken. Am heimischen Markt dürften die Immofinanz-Zahlen im Mittelpunkt stehen, im Fokus dürfte hier wiedermal das Russlandgeschäft sein. Dabei laufen die Investoren jedoch Gefahr, die Entwicklung in den anderen Märkten zu verpassen, die durchaus positiv sein könnte. Vor allem der Immobilienmarkt in Zentraleuropa boomt ja weiterhin. Mit Spannung wird auch die neue Strategie 2020 der voestalpine erwartet, die am Donnerstag vorgestellt werden soll. Die Weihnachtsruhe lässt noch auf sich warten…

Aktuelle Investmentstrategie. Weiterhin sind wir aus Bewertungsgründen in Aktien gegenüber Anleihen stärker gewichtet. Equityseitig bevorzugen wir – verglichen mit dem MSCI World – Europa gegenüber Nordamerika. Japan erscheint uns nach wie vor spannend, in den Schwellenländern sind wir nur punktuell investiert. Auf der Bondseitig präferieren wir flexible „Go anywhere“-Produkte, die dynamisch auf verschiedenste Marktgegebenheiten reagieren können, sowie Wandelanleihen, die auch von einem positiven Aktienumfeld profitieren können. Klassische Staatsanleihen von Industrienationen gefallen uns hingegen weniger, hier erachten wir das Chancen/Risikoprofil weiterhin für nur bedingt attraktiv. 






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