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Erntezeit: Der heimische ­Immobiliensektor gehörte zuletzt ­tendenziell zu den Verlierern, ...

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30. November 2015 12:19

company aus dem BE company


…, was ­jedoch vor allem auf die allgemeine Schwäche des ­Sektors in den letzten Tagen ­zurückzuführen sein dürfte.


Diese Woche feierten die Amerikaner Thanksgiving, die US-Version des Erntedankfestes inklusive heillosen Überfressens, Familienstreitigkeiten und allem was sonst so zu einem gelungenen Fest gehört. Diese „Wohlfühlstimmung“ überträgt sich in der Regel auch auf die Börsen. Die verkürzte Börsenwoche (am Donnerstag waren die US-Börsen zu, am Freitag nur halbtägiger Handel) gilt zumeist als gute Zeit für Aktien. So auch vergangene Woche: Der amerikanische S&P konnte weiter zulegen. Besonders in Feststimmung war jedoch der DAX, der über 1,5 Prozent hinzugewinnen konnte, was neben der Euro-Schwäche (die den deutschen Exportwerten unter die Arme greift) unter anderem auf starke Zahlen des Chipherstellers Infineon zurückzuführen ist, der im Wochenverlauf knapp 15 Prozent in die Höhe schoss.

Weniger in Feierlaune war hingegen der heimische Index, auf dem unter anderem die Bankenwerte lasteten. Dabei war die individuelle Nachrichtenlage eigentlich recht positiv, vor allem für die RBI. Die Giebelkreuzbank meldete, dass die Verhandlungen mit der europäischen Entwicklungsbank EBRD über einen Einstieg in die Ukraine-Tochter der RBI nun abgeschlossen sind. Die Nachricht wurde zwar schon seit einigen Wochen erwartet, könnte aber ein positives Zeichen sein, dass endlich Schwung hinein kommt in das Restrukturierungsprogramm der Bank. Auch die Ergebnisse des „Transparenz-Tests“ der europäischen Bankenaufsicht können als positiv für die heimischen Firmen gewertet werden, immerhin bekommen die Investoren nun erstmals auch wirklich Einblick in die bisherige „Black Box“, die die Banken ansonsten darstellen.

Die positiven Meldungen wurden diese Woche jedoch überschattet vom Hickhack zwischen Russland und der Türkei nach einer möglicherweise etwas freieren Grenzauslegung einer der beiden Parteien. Nach den starken Kursgewinnen der letzten Wochen nutzten einige Investoren diese Unsicherheiten möglicherweise für Gewinnmitnahmen, auch wenn die Gefahr, dass sich Putin sein persönliches Stück Turkey gerade zu Thanksgiving holt, wohl recht überschaubar ist.

Auch der heimische Immobiliensektor gehörte diese Woche tendenziell zu den Verlierern, was jedoch vor allem auf die allgemeine Schwäche des Sektors in den letzten Tagen zurückzuführen sein dürfte. Denn die Firmen, die diese Woche berichteten (conwert, CA Immo und S Immo) lieferten eigentlich durchwegs gute bis sehr gute Zahlen. Die Leerstände sanken bei allen drei Unternehmen, die Deal-Pipeline ist gut gefüllt und auch die internen Maßnahmen der Firmen laufen weiterhin auf Schiene.

Gut lief es in diesem Quartal auch bei der Uniqa: Der heimische Versicherungskonzern konnte die Erwartungen übertreffen. Trotz des Niedrigzinsumfeldes konnte das Investmentergebnis auf dem Niveau des Vorjahres gehalten werden, die Steigerung des Prämienvolumens führte dementsprechend zu einer deutlichen Erhöhung des Nettoergebnisses. Ganz im Gegensatz dazu die VIG, bei der das niedrige Zinsniveau deutlich auf das Ergebnis durchschlug. Die diese Woche veröffentlichten Q3/15 Zahlen konnten die Investoren nicht überzeugen, die Aktie gab im Wochenverlauf knapp 10 Prozent nach, seit Jahresbeginn beträgt das Minus bereits knapp 28 Prozent. Zwar konnten im ehemaligen Problemmarkt Rumänien deutliche Fortschritte erzielt werden, die konservative Einstellung der Versicherung bei Investments rächt sich jedoch in einem „guten“ Umfeld wie diesem (auch wenn sie in schlechteren Zeiten natürlich einen gewissen Puffer darstellt).

Wenig prickelnd lief es auch beim heimischen Ölserviceausrüster SBO: Die Quartalszahlen lagen nochmals leicht unter den bereits sehr niedrigen Analystenschätzungen. Die Aktie konnte jedoch nach der Veröffentlichung zum Teil sogar recht deutlich zulegen (zwischenzeitlich standen beinahe +5,7% zu Buche). Ob dies an der Tatsache lag, dass die Auftragseingänge vom bereits niedrigen Q2/15 Niveau nicht weiter gefallen sind, an Eindeckungen von Leerverkäufen oder an der Tatsache, dass sich das Jahresende nähert, kann jeder für sich selbst entscheiden, wo wären wir an der Wiener Börse ohne Verschwörungstheorien…

Damit neigt sich die heimische Berichtssaison auch schon wieder ihrem Ende zu. Schade eigentlich, denn diesmal konnten einige Firmen durch gute Ergebnisse überzeugen. In der nächsten Zeit dürften wohl wieder die Makrothemen (Notenbanken, Rohstoffe/China etc.) die Kontrolle übernehmen. Hier sehen die Vorzeichen eher gemischt aus, aber vielleicht kann uns die „Weihnachtsrally“ ja positiv überraschen…!

Aktuelle Investmentstrategie. Weiterhin sind wir aus Bewertungsgründen in Aktien gegenüber Anleihen stärker gewichtet. Equityseitig bevorzugen wir – verglichen mit dem MSCI World – Europa gegenüber Nordamerika. Japan erscheint uns nach wie vor spannend, in den Schwellenländern sind wir nur punktuell investiert. Auf der Bondseitig präferieren wir flexible „Go anywhere“-Produkte, die dynamisch auf verschiedenste Marktgegebenheiten reagieren können, sowie Wandelanleihen, die auch von einem positiven Aktienumfeld profitieren können. Klassische Staatsanleihen von Industrienationen gefallen uns hingegen weniger, hier erachten wir das Chancen/Risikoprofil weiterhin für nur bedingt attraktiv.






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