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Sind Öl-Aktien jetzt ein Kauf?

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22. Dezember 2014 09:47

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

innerhalb von wenigen Wochen hat sich der Ölpreis fast halbiert und notiert auf seinem tiefsten Stand seit mehr als acht Jahren. Dieses Kunststück gelang ihm zu letzten Mal auf dem Höhepunkt der Finanzkrise. Ausgehend von einem Rekordniveau bei 187 US-Dollar ging es fast siebzig Prozent abwärts in den Jahren 2008 und 2009, bis auf 60 US-Dollar. Nehmen wir diese Verluststrecke als Anhaltspunkt, wohin die aktuelle Verkaufswelle den Kurs noch drücken könnte, dann kämen wir auf ein Kursziel von etwa 33 US-Dollar für das Öl der Sorte WTI (West Texas Intermediate). Seriös kann Ihnen aber niemand beantworten, wo das Tief liegen wird.

Öl-Aktien jetzt kaufen?

Berühmte Value-Investoren, wie etwa Warren Buffett, sind bekannt dafür, Aktien zu kaufen wenn sie keiner haben will. Unter antizyklischen Gesichtspunkten ist der generelle Ansatz, jetzt über erste Käufe nachzudenken, also richtig und langfristig vielversprechend. Durch die Kursverluste der letzten Wochen weisen viele Unternehmen eine Dividendenrendite von mehr als 5 Prozent auf. Gegenüber den mickrigen Renditen auf einem Sparbuch klingt das natürlich verlocken. Speziell im Öl-Sektor müssen Sie aber berücksichtigen, dass jede Investition stets auch eine Wette auf den Ölpreis ist, denn die meisten Unternehmen in dieser Branche verkaufen nur dieses eine Produkt. Wird dafür weniger bezahlt auf dem Weltmarkt, sinken die Gewinne zwangsläufig und damit auch die Ausschüttungen an die Aktionäre.

Der Goldrausch am Klondike-River!

Ende des 19. Jahrhunderts führten erste Goldfunde am Klondike River zwischen Alaska und Kanada zum größten Goldrausch in der Geschichte der Menschheit. Hunderttausende Menschen versuchten einen Claim zu ergattern und träumten den Traum des schnellen Geldes. In Einzelfällen mag dies gelungen sein, aber ein Großteil der Goldsucher kehrte mit leeren Händen und völlig verarmt in die Heimat zurück, sofern sie die Heimreise noch bezahlen konnte. Wirklich reich geworden ist in dieser Zeit nur eine kleine Gruppe von Händlern: Die Verkäufer von Schaufeln und Schürf-Werkzeug!

Gefördert wird immer!

Sie ahnen sicher, worauf ich hinaus möchte. Genauso wie die fliegenden Händler am Klondike, gibt es heute Zulieferer, die sich auf die Produktion von Ausrüstung für die Öl-Industrie spezialisiert haben. Pumpen, Bohrtürme, Kontroll- und Messsysteme und zahlreiche andere Spezialwerkzeuge werden gebraucht, solange die Ölproduktion nicht eingestellt wird. Diese Gerätschaften werden Sie im Baumarkt nicht finden, die Nachfrage ist somit gesichert. Eine leichte Eintrübung der Aussichten ist nicht von der Hand zu weisen, denn die Verkäufe sinken, wenn einzelne Firmen ihre Produktion einstellen müssen. Trotzdem ist die Abhängigkeit vom täglich schwankenden Ölpreis deutlich geringer als bei den Ölproduzenten.

Mögliche Kandidaten!

Aktionäre von Unternehmen wie National Oilwell Varco, Cameron oder Weatherford International haben Verluste von 30 bis 50 Prozent verkraften müssen in kürzester Zeit. Sollte sich bei den kommenden Quartalszahlen herausstellen, dass die Verkäufer voreilig geflüchtet sind, dann dürfte eine kräftige Erholung nicht lange auf sich warten lassen. Über die Risiken in diesem hochpolitischen Sektor müssen Sie sich im Klaren sein. Auf Sicht von einigen Jahren könnten mutige Anleger aber belohnt werden.

 

Ihr Sebastian Hell

 

Die obenstehende Kolumne wird Ihnen präsentiert von QTrade (www.qtrade.de)! Weitere Artikel von Sebastian Hell finden Sie auch unter www.qtrade.de/tradingblog!

 






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Sebastian Hell erstellt die Kolumnen nach bestem Wissen und Gewissen. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der gemachten Angaben kann jedoch nicht übernommen werden. Es handelt sich hierbei nicht um eine Anlageberatung.


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