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Aussichtsreicheres Umfeld für Aktien

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25. November 2014 13:33



"Anleihen kritisch prüfen"


Das Anlagejahr 2014 nähert sich seinem Ende. Da wird es Zeit, die Veranlagungsergebnisse zu überprüfen und auf hinsichtlich der Erwartungen für das neue Jahr 2015 neu anzupassen. Ich sprach dazu mit dem Profi Martin Birngruber (Bild). Er hat in Linz und Manchester studiert und ist Vermögensverwalter gemäss FMA mit Schwerpunkt Optionshandel und mit Zulassung als Börsenhändler für den Terminmarkt. So managt er den neuen Fonds Alternative OTS (=Option Trading Strategie), der eine Alternative Investment Strategie verfolgt. Davor war Birngruber in einer Österreichischen Grossbank für Aktienresearch, Asset Allocation und quantitative Aktien-Bewertungsmodelle, Analyse von Kundenportfolios & Asset Management zuständig, sowie Leiter des Risikomanagements der Vermögensverwaltung.

Im Rückblick brachte das Jahr 2014 einige Überraschungen, stellt Birngruber fest. Zwar könne der MSCI World Aktienindex derzeit ein Plus von ca. 3% aufweisen wodurch 2014 als positives Aktienjahr zu sehen ist, aber die Streuung der Index-Ergebnisse ist sehr breit. Asiatische und amerikanische Aktienindizes konnten teilweise deutlich zulegen, wohingegen der europäische EuroStoxx derzeit leicht negativ ist. Eine negative Überraschung mit einem Minus von -14% im ATX waren bisher vor allem österreichische Aktien, die oft einen sehr hohen Anteil in heimischen Anlegerdepots aufweisen. Anleihenindizes entwickelten sich dagegen homogener und weisen auch 2014 erfreuliche Zuwächse auf, was zu Jahresbeginn nicht der allgemeinen Markterwartung entsprach. Vor allem langlaufende Anleihen können Steigerungen von +5% und mehr vorweisen, wobei Italien und Spanien mit über 10% Performance, aufgrund der deutlichen Zinsrückgänge, zu den Spitzenreitern gehörten.

Die oben angeführten Zahlen stellen aber nur einen Blick in die Vergangenheit dar und sind wenig hilfreich für anstehende Entscheidungen, betont Birngruber. So erfreulich auch die aktuellen Anleihenergebnisse seien, Zinsen von konservativen Staats- oder auch Unternehmensanleihen können kaum noch sinken und dadurch sei das Kurspotential sehr beschränkt. Die Bank of America empfiehlt wohl auch diesem Grund derzeit eine Aktienquote von 66% und die UBS immerhin noch 50,5% Aktienanteil im Depot. Natürlich sei hier zu berücksichtigen, dass die Wallstreet Brokerhäuser stets für eine hohe Aktienquote werben.

Andererseits sollte jeder Anleger seine Anleihen kritisch prüfen, so der Vermögensverwalter weiter. Aufgrund der geringen Zinsen bei soliden Staatsanleihen stieg der Anteil an Unternehmens- und High Yield Anleihen in vielen Anlegerdepots in den letzten Jahren deutlich an. Hinsichtlich der Enttäuschungen der Wirtschaftswachstumszahlen insbesondere in Europa seien diese Papiere kritisch zu hinterfragen. Denn was nütze ein hoher Coupon, wenn das Anleihenkapital nicht vollständig zurückbezahlt wird, wie z.B. das bei Anleihen von A-Tec, Alpine, Hypo Alpe Adria u.a. der Fall war, so Birngruber.

Das Umfeld erscheine aussichtsreicher für Aktieninvestments. Einerseits herrscht weiterhin eine expansive Politik der meisten Notenbanken und andererseits sollte 2015 das Weltwirtschaftswachstum weiter anziehen. Der Internationale Währungsfonds erwartet in 2015 für die USA +3,1% (heuer 2,2%), für die Euro-Zone 1,3% (heuer 0,8%) und für Japan 0,8 (heuer 0,9%) Wirtschaftswachstum. Zwar wurden diese Zahlen im Vergleich zum Jahresbeginn reduziert, dennoch werde für alle großen Wirtschaftsregionen Wachstum erwartet.

Positiv stimmen Birngruber auch die Ergebnisberichte der US-Firmen. Aus dem wichtigsten US-Aktienindex S&P500 haben bereits 464 Unternehmen ihre Ergebnisse für das dritte Quartal veröffentlicht. Die Umsätze sind im Durchschnitt 3,99% und die Gewinne 9,06% gewachsen. Für das Gesamtjahr wird ein Gewinn von USD 117,75 erwartet. Beim aktuellen Stand des S&P500 von 2.040 Punkten ergibt das ein über dem langjährigen Durchschnitt liegendes Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 17,3. Die US Brokerhäuser erwarten aber aus heutiger Sicht keine Jahresendrally und somit auch keinen Anstieg dieser Bewertungsziffer. Goldman Sachs schätze den Jahresendstand des S&P500 auf 2050, Citigroup und Deutsche Bank auf 2000 und die UBS auf 1950 Punkte.






Martin Birngruber (li), Vermögensverwalter,   Optionshändler & Fondsmanager, und der BElogger (re) vor dem historischen Wiener Börsegebäude am Schottenring
Martin Birngruber (li), Vermögensverwalter, Optionshändler & Fondsmanager, und der BElogger (re) vor dem historischen Wiener Börsegebäude am Schottenring

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