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Alibaba: Zu hohe Erwartungen?

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21. November 2014 09:01

Am 11. November fand in China der alljährliche Kaufrausch am so genannten „Single’s Day“ statt. Dabei schaffte es Alibaba an nur einem Tag rund 9,3 Mrd. US-Dollar an Umsätzen über seine Handelsplattformen abzuwickeln. Gar nicht auszudenken, wie stark dieser Wert ansteigen könnte, wenn sich dieser Verkaufstag wie vom Firmenchef Jack Ma gewünscht, in den kommenden Jahren auch im Rest der Welt etablieren sollte. Allerdings bleibt es abzuwarten, ob die Erwartungen an das Unternehmen nach dem Rekord-IPO im Volumen von 25 Mrd. US-Dollar im September nicht doch etwas zu hoch sind.

Laut Unternehmensangaben vom 12. November lag der Bruttowarenwert am „Single’s Day“, der 2009 als Sonderrabatt-Tag ins Leben gerufen wurde, sogar um knapp 60 Prozent über dem Vorjahreswert von 5,8 Mrd. US-Dollar. Damit konnte Alibaba einmal mehr unter Beweis stellen, welch beeindruckendes Wachstumstempo das Unternehmen eingeschlagen hat. Allerdings hatte Jack Ma selbst in einem Interview mit dem US-Wirtschaftssender CNBC am 11. November gesagt, dass er nicht sicher sein könnte, dass die chinesischen Paketzusteller die Zahl auszuliefernder Pakete auch schaffen würden. Zudem führt die Konzentration auf einen einzigen Verkaufstag dazu, dass der Eindruck, den Investoren von Alibaba gewinnen, verzerrt wird, weil zum Beispiel Rabattaktionen und damit Bestellungen gezielt auf diesen Tag ausgerichtet werden.

Aus diesem Grund dürfte es umso wichtiger gewesen sein, dass Alibaba auch für das dritte Quartal 2014 überzeugende Wachstumszahlen präsentieren konnte. Während der Umsatz zwischen Juli und September gegenüber dem Vorjahr um 53,7 Prozent auf 2,74 Mrd. US-Dollar kletterte, überzeugte Alibaba insbesondere mit den Kennzahlen für die immer wichtiger werdenden Kunden auf mobilen Geräten wie Smartphones. Der Umsatz mit mobilen Geräten schoss um rund 1.000 Prozent auf 606 Mio. US-Dollar. Die Zahl mobiler Nutzer stieg im Berichtszeitraum um 138,5 Prozent auf 217 Millionen. Gleichzeitig stieg der mobile Anteil an den insgesamt umgesetzten Waren und Dienstleistungen von 32,8 Prozent im Juni auf 35,8 Prozent Ende September. Am „Single’s Day“ lag dieser Anteil sogar bei 42,6 Prozent. Allerdings hatte Alibaba die Marktteilnehmer mit dem Gewinnrückgang im dritten Quartal um 38,6 Prozent auf 494 Mio. US-Dollar enttäuscht. Dieser wurde jedoch vor allem mit den höheren Kosten im Zuge des Rekord-Börsengangs begründet.

Mittel- bis langfristig könnte Alibaba Investoren damit glücklich machen, wenn man die Wachstumschancen in China nutzt. Schließlich wächst die Wirtschaft, während der Fokus immer mehr auf den privaten Konsum gelegt werden soll und gleichzeitig die Zahl der Internetnutzer zunimmt. Allerdings müsste sich Alibaba irgendwann auch außerhalb Chinas etablieren, um die enormen Erwartungen befriedigen zu können. Die Vergangenheit hat jedoch gezeigt, dass dies für chinesische Unternehmen nicht immer sehr einfach ist. Möglicherweise könnte dabei die vom Firmenchef ins Spiel gebrachte Kooperation mit Apple helfen. Zudem könnte ein weiterer Börsengang für neues Kurspotenzial sorgen. Schließlich hat Ma angekündigt, dass der Bezahldienst Alipay an die Börse gebracht werden soll.

Spekulative Anleger, die steigende Kurse der Alibaba-Aktie erwarten, könnten mit einem Wave XXL-Call der Deutschen Bank (WKN DT8AN7) auf ein solches Szenario setzen. Der Hebel dieses Open-End-Papiers liegt derzeit bei 3,29, die Knock-Out-Schwelle bei 84,00 US-Dollar. Wer aber als spekulativer Anleger eher short-orientiert ist, könnte mit einem Wave XXL-Put der Deutschen Bank (WKN DT8ANV, aktueller Hebel 3,17; Knock-Out-Schwelle bei 142,50 US-Dollar) auf fallende Kurse der Alibaba-Aktie setzen.

Stand: 18.11.2014







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