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Ölpreis im freien Fall?

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28. Oktober 2014 12:47

aus dem BE
Es scheint, als würde der Ölpreis derzeit auf seiner eigenen Spur ausrutschen. Der Preis für Brent hat seit dem Jahreshoch im Juni mehr als 30 Dollar verloren, und seit Goldman Sachs vor zwei Tagen die Prognose für den Ölpreis massiv gesenkt hat, geht es noch deutlicher abwärts. Die US Sorte WTI hat alle Mühe, die 80 Dollar zu halten, noch im Juni war man bei 107 Dollar je Fass.

Die zentrale Frage dabei: ist es wirklich nur das zusätzliche Angebot, das hauptsächlich auf das Konto der Amerikaner geht? Mit ihrem Fracking sorgen sie ja dafür, dass Öl alles andere als knapp wird, und das drückt auf die Preise.

Oder steht hinter dem Preisrutsch nicht doch auch die schwache Nachfrage, die auf die konjunkturelle Abkühlung zurückzuführen ist? Hier denkt man in erster Linie an Europa, auch an China, aber auch in den USA selbst gibt es Wachstumssorgen.

In dem Zusammenhang wird das Statement der US Notenbank Fed, das morgen Abend herauskommt, sehr beachtet. Das Anleihenkaufprogramm der Fed endet diese Woche, und ihre Aussagen zum Timing der ersten US Zinsanhebung sind von zentraler Bedeutung, auch für den Ölpreis. Hier ist auch der Dollar zu erwähnen, der zuletzt Stärke gezeigt hat, was den Ölpreis ebenfalls unter Druck gesetzt hat. Wenn die Fed eine baldige Zinsanhebung in Aussicht stellt (wovon die Mehrheit der Beobachter derzeit eher nicht ausgeht), könnte das den Dollar weiter stützen und Öl belasten.

Deshalb wird in den USA derzeit sehr darüber diskutiert, ob der fallende Ölpreis eine gute oder eine schlechte Nachricht ist. Natürlich sorgt er für mehr verfügbares Einkommen, was gerade vor Weihnachten seht gut für den Konsum ist. Andererseits könnte er auch auf eine schwache Konjunktur hindeuten, und das wäre schon deutlich weniger zu begrüssen.

Dem OPEC Treffen am 27. November in Wien (Thanksgiving in den USA) kommt hier zentrale Bedeutung zu. Wird sich die OPEC zu Förderkürzungen durchringen, wie das einige Mitglieder favorisieren würden, oder belässt sie die aktuellen Quoten, auch um die Produktion der Nicht-OPEC Mitglieder (USA!) unter Druck zu setzen? Das Fracking ist ja viel teurer als konventionelle Fördermethoden, insofern gibt es Debatten darüber, wie tief der Ölpreis fallen kann, bevor Fracking beginnt, an Attraktivität einzubüssen. Manche Schätzungen gehen von 60 Dollar als Untergrenze aus, aber es gibt auch Annahmen von 70 oder 75 Dollar, und da sind wir nicht mehr so weit weg.

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