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...und was, wenn die Aktienkurse jetzt nicht weiter fallen?...

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16. Oktober 2014 11:03

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Attraktive Bewertungen bei Andritz, AT&S, Buwog, CA Immo, OMV, Palinger, Uniqa...und allen voran Immofinanz


Eine Vielzahl von internationalen Krisenherden, wie zum Beispiel die Russland-Ukraine-Situation, die Sorge um eine weitere Ausbreitung von Ebola und die dramatische Situation rund um die Aktivitäten des IS haben zuletzt in Kombination um Sorgen um die Entwicklung der Weltwirtschaft zu einer scharfen Korrektur an den internationalen Aktienmärkten geführt. Wobei man ja „Korrektur“ eigentlich nur dort sagen kann, wo es zuvor zu stärkeren Anstiegen gekommen ist. Ein Aspekt der sicher auf einige bedeutende, internationale Finanzplätze zutrifft, allerdings auch auf viele nicht.

Und zu der letztgenannten Kategorie muss man einmal mehr auch unsere Wiener Börse zählen. Nun hilft es uns hier ganz sicher nicht weiter, darüber zu jammern, dass unser Markt einmal mehr zu den großen Underperformern gehört und auch nicht die Analyse, ob das jetzt aufgrund der starken Bankengewichtung oder der generell hohen Osteuropakomponente im ATX ist. In Wirklichkeit dürfte hier vor allem auch die aktuelle Kapitalmarktpolitik der Bundesregierung eine bedeutende und sehr negative Rolle spielen. Aber wir wissen, dass es auch Zeiten gab, in denen Aktionäre keine bösen Spekulanten waren und in denen die Wiener Börse über viele Jahre eine der weltweit besten Börsen war, unter einer ganz anderen politischen Konstellation selbstverständlich. Und wir wissen auch, dass solche Zeiten bestimmt wieder kommen werden, als großer Optimist könnte man sogar schon ganz vorsichtige, positive Signale in diese Richtung erkennen. Wie auch immer, Österreich hat nach wie vor Weltmarktführer, viele heimische Konzerne sind ausgezeichnet gemanagt und auch äußerst gesunde Bilanzstrukturen kann man in den meisten börsennotierten Fällen finden.

Es sollte also durchaus Sinn machen, auf dem heimischen Kurszettel nach auffallenden Unterbewertungen zu suchen. Und da wird man, unserer Ansicht nach, auch recht schnell fündig, wenn man nach dem Alphabet beginnt. Andritz war von der Aktienbewertung her nie wirklich billig, aber schön langsam kommt sie mehr in die Nähe dieses Begriffes, als sie es in der Vergangenheit war. AT&S hat eine Marktkapitalisierung von aktuell gerade einmal 300 Mio. Euro, nur etwa die Hälfte des prognostizierten Jahresumsatzes und ist auch in Relation zum Buchwert sehr attraktiv. Dazu kommt die Technologieführerschaft in Kernbereichen, das neue Werk in China und das Interesse anderer Konzerne an Kooperationen und Beteiligungen. Kurz gesagt hat die AT&S Aktie aus unserer Sicht mittelfristig ausgesprochen großes Potential.

Buwog hat sich, in Relation zum Gesamtmarkt, zuletzt sehr positiv entwickelt und bleibt durchaus attraktiv, wenngleich wir Kurse über dem aktuellen NAV von knapp 18 Euro derzeit eher für unwahrscheinlich halten. CA Immo hat sich in den letzten Monaten ebenfalls gut entwickelt, aber auch bereits viel des Weges gemacht und sich dem NAV etwas weiter genähert als andere österreichische Immobilienaktien. Das freiwillige Teilübernahmeangebot bei 18,50 Euro klingt recht spannend, jedoch kann es der Aktionär nur sehr eingeschränkt nützen. Dennoch glauben wir bei CA Immo nach der Korrektur auch wieder an gute Kurschancen.

Immofinanz werden wir gleich noch etwas näher beleuchten. OMV scheint nach den Personalturbulenzen, deren Lösung wohl auch nicht ganz ideal gelaufen ist, massiv unterbewertet. Dass dieser Wert mit einer so ausgezeichneten fundamentalen Ausstattung und einer relativ guten Ertrags- und Dividendenkontinuität auf ein solches Niveau fallen kann, ist kaum zu erklären. Ausgesprochen positiv sehen wir auch Palfinger nach der Gewinnwarnung. Es wird hier kaum ein Fehler sein bei Kursen unter 20 Euro zuzukaufen. Und auch das Management hat diese Kurse ja in den letzten Tagen zu Zukäufen genützt.

Schöller-Bleckmann war ebenfalls schon länger nicht mehr so günstig, wie aktuell, ist aber natürlich doch recht ölpreisabhängig. Bei Uniqa sehen wir ebenfalls großes Potential und eine sehr attraktive Bewertung.

Doch nun zurück zur Immofinanz-Aktie, die wir aktuell in unserem Depot (www.pi5.at) mit nahezu 18 % gewichtet haben und die aktuellen Kursniveaus sehr gerne zu Aufstockungen nützen würden, wenn wir da nicht die, selbst festgelegte, Maximalgewichtung von 20 % bei einem einzelnen Titel im Depot hätten.

Immofinanz hat immerhin fast 30 % der Buchwerte ihrer Immobilien in Österreich und Deutschland und verfügt über einen ausgesprochen guten Mix der Assetklassen, mit Schwerpunkt auf Retail. Auch die Bilanzdaten können sich mit einer Eigenkapitalquote von knapp 46 %, einem Buchwert von 4,21 Euro und einem NAV von 4,57 Euro durchaus sehen lassen. Ein weiteres Aktienrückkaufprogramm erscheint, nach Verwendung der aktuell bereits rückgekauften Aktien, mit diesen Voraussetzungen recht wahrscheinlich. Die Aktie notiert aktuell nur noch etwa auf dem halben Buchwert, der Abschlag vom NAV beträgt mittlerweile gar 54 %. Russland, mit einem Portfolioanteil von knapp 29 % sehen wir bei diesen Bewertungen eigentlich fast nur mehr als Chance und kaum mehr als Risiko, eine nachhaltige Entspannung in der Ukraine scheint mittlerweile ja auch etwas wahrscheinlicher zu werden. Sowohl die Strategie der „Immobilienmaschine“, als auch die Vertrauensbildung, die das Management des Konzerns in den letzten Jahren geschafft hat, gefallen uns außerordentlich. Auch die „Director´s Dealings“ der letzten Wochen würden wir als sehr starkes Signal sehen. Immerhin haben seit Anfang August sowohl Vorstände, als auch Aufsichtsräte bedeutende Stückanzahlen zugekauft. Großaktionär Rudolf Fries hat in den letzten Monaten sogar mehr als 3,4 Mio. Aktien erworben und wir erinnern uns, dass er in Österreich auch vor der Zeit bei der Immofinanz schon äußerst erfolgreich investiert hatte.

Ein Blick auf den Immofinanz-Chart (bereits um die Buwog-Abspaltung bereinigt) zeigt einen starken und steilen Abwärtstrendkanal, der vorerst weder bei der starken Unterstützung bei rund 2,60 Euro, noch bei der ebenfalls ausgeprägten Marke von rund 2,25 Euro gestoppt werden konnte. Die nächste massive Unterstützung würde sich bei etwa 1,90 Euro befinden, wir gehen jedoch keinesfalls davon aus, dass diese Marke noch erreicht wird. Viel eher glauben wir an einen raschen Bruch des aktuellen Trends und kurzfristiges Erholungspotential bis etwa 2,40 Euro, mittelfristig sollte es dann durchaus wieder in den Bereich von 2,60 nach oben gehen. Und längerfristig kann wohl niemand ausschließen, dass der NAV des Unternehmens solide weiter steigt und irgendwann auch einmal eine vernünftige Bewertung von rund 80 % des NAV erreicht werden könnte. Was das dann für einen Kurs bedeuten würde, schreiben wir jetzt nicht hin, weil es momentan vielleicht noch etwas vermessen aussieht.

Zu erwähnen bleibt auch noch die Dividende, die für nächstes Jahr mit etwa 15 bis 20 Cent in Aussicht gestellt wurde. Nehmen wir einmal die 15 Cent an, dann würde das aktuell einer Dividendenrendite von gut 7 % entsprechen und eine gewisse Dividendenkontinuität darf man dem Konzern ohne weiteres zutrauen.

Bleibt also bei vielen Aktien wohl nicht so sehr die Frage, ob sie sich wieder erholen, sondern eher wann die Erholung beginnt. Dabei könnte es mittlerweile durchaus sinnvoll sein ein gewisses Restrisiko in Kauf zu nehmen und dafür auch sicher dabei zu sein, wenn die erwartete Trendumkehr eintritt.

www.pi5.at     -mf- 






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