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Subprime reloaded?

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24. September 2014 13:45

company aus dem BE


Also nur nicht wundern, wenn beim nächsten Kreditvertrag im Kleingedruckten die Einwilligungserklärung zur Verbriefung enthalten ist. Mario passt schon auf.


er Markt für Asset-backed-Securities (ABS) soll in Europa dank moderner Regulierung neu entstehen. Die EZB und die Internationale Organisation der Wertpapieraufsichtsbehörden (IOSCO) haben das Ziel definiert: es soll einen funktionierenden ABS Markt in Europa geben.

Es mutet seltsam an, von Regulatoren und Notenbankern plötzlich genau diese Investitionsform adressiert zu bekommen. Kredite von Privatpersonen zusammen zu fassen und danach als Gesamtpakete verbrieft an Dritte zu verkaufen? Hatten nicht gerade jene strukturierten und verbrieften Schulden die ganze Finanzkrise verursacht? Sind komplexe Kreditprodukte wirklich gut für den europäischen Wirtschaftsraum? Wird damit nicht erneut die Büchse der Pandora geöffnet ohne aus der Geschichte gelernt zu haben? Ein Blick auf das was gemeint ist:
Die EZB möchte die aktuell herrschende Kreditklemme direkt adressieren. Das ist an sich gut, aber es braucht schon ein wenig mehr als nur es zu wollen. Der Grund ist nämlich, dass EZB und Regulatoren ja auch teilweise daran schuld sind, dass derzeit das Animo Kredite zu vergeben so spärlich wächst. Warum auch? In Zeiten ultratiefer Zinsen parallel zu stark steigenden Risikokosten wird jeder Kredit zum Kostenfaktor und weniger zur Ertragsquelle.
Was die EZB nun beabsichtigt ist, Kredite leichter transferierbar zu machen, den Banken dadurch Risikokosten zu reduzieren, um so den Kreditnehmern die Türe zum erleichterten Zugang zur Aufnahme von Geld und somit zum Investment in die Wirtschaft zu ermöglichen. Klingt nach Musterschule und dem Ei des Kolumbus, wenn da nicht ein paar Erfahrungen wären, die einen zaudern lassen.

Da wären einmal die Banken selbst. Wenn es plötzlich so einfach wird, ein Kreditportfolio zu bündeln und dieses danach zu handeln, wie kann man dann Missbrauch in der Strukturierung verhindern? Wie entgeht man den Fallstricken von Rating-Agenturen die sich sicher bereitwilligst, gegen Bezahlung natürlich, zur Bewertung überreden lassen werden, nur um vielleicht wieder dann, wenn etwas schiefgeht nicht schuld gewesen zu sein? Wer schützt die Kunden vor betrügerischen Maßnahmen?

Diese Fragen werden jetzt gestellt und sie werden auch jetzt strukturell beantwortet werden. Allein die Tatsache, dass es die EZB ist, die sich mit den globalen Regulatoren gemeinsam um die Etablierung von Regeln kümmert, die diesem Geschäftsbereich dann zugrunde liegen werden, gibt Vertrauen. Kriterien zur Qualitätssicherung und Transparenz werden bereits in Basel III eingearbeitet. Es ist nämlich ein essentielles Ziel der EZB, ein rasches Funktionieren zum ökonomischen Vorteil zu erzeugen ohne dabei dem Potenzial von Missbrauch zu viel Freiraum zu gönnen. Gleichzeitig wird mit einer erhöhten Transparenz den Banken zwar Einfluss, aber damit auch Risikopotenzial genommen, ohne deren Geschäftsmodell zu beschneiden. Der Handel dieser strukturierten Kreditportfolios soll zu einem eigenständigen Geschäftsbereich für Banken werden, mit einer durch Handelsergebnisse verbesserten Zinsmarge und höheren Erträgen für die Anleger. Und diese ABS-Pakete können auch ausgetauscht und gehandelt werden, selbst wenn die jeweilige Bank plötzlich nicht gut da stehen sollte. Eine Bankenaufsicht würde dadurch massiv unterstützt. Auch im Sinne des gesamten Kreditwesens ein positives Signal, denn es müsste dadurch das Systemrisiko einer einzelnen Bank deutlich sinken, weil es auf alle Anderen aufteilbar wird. Und der Kreditnehmer hat endlich die Chance einen Kredit zu erhalten ohne aus regulatorisch begründeten Motiven abwehrende Maßnahmen befürchten zu müssen.

Am Ende entsteht für den Kapitalmarkt und dessen Teilnehmer endlich die direkte Chance, in einer anleiheähnlichen Anlageform höhere Erträge bei kontrolliertem und transparentem Risiko zu erhalten.
Also nur nicht wundern, wenn beim nächsten Kreditvertrag im Kleingedruckten die Einwilligungserklärung zur Verbriefung enthalten ist. Mario passt schon auf.





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  • 2016-06-24 10:07:04

    Wiener Börse: Der Crash ist da - Minus 8 Prozent

    antworten

  • 2016-06-24 10:23:46
    Krol

    Das war ja vorauszusehen!

    Der Kursrutsch war ja vorhersehbar, das Brexit hat da nur die Vorarbeiten geleistet es wird noch viel schlimmer kommen!

    ATX weit unter 2000 wird die nahe Zukunft bringen, natürlich alles Einsteigerkurse..:-)

    antworten

  • 2016-06-24 10:45:51
    voitsberger

    Das war ja vorauszusehen!


    Natürlich Kaufkurse. Muss ja nicht der ATX sein. Aber den DAX kannst kaufen. Vielleicht planen die ja auch den Ausstieg. D-Mark back?

    antworten

  • 2016-06-24 14:30:19
    Anthean

    Das war ja vorauszusehen!

    Wer heute früh gekauft hat, hat mehr Gewinne gemacht, als an jedem anderen Tag in diesem Jahr.

    antworten

  • 2016-06-24 14:52:51
    voitsberger

    Das war ja vorauszusehen!


    Wenn die Amis die Nerven bewahren, dann könnte es noch ein Stück nach oben gehen. Schau ma mal!

    antworten

  • 2016-06-24 15:10:42
    Outperformance

    Das war ja vorauszusehen!

    Ob -7% an einem Tag oder -7 % innerhalb von fünf Tagen, ist aber eigentlich auch schon egal. Der ATX kommt einfach nicht vom Fleck! Normal wären um die 3000 Punkte.

    antworten

  • 2016-06-27 11:11:53
    mdbaer

    Das war ja vorauszusehen!

    Da wird auch unser neuer BK Hr. Kern langfristig nix ändern.
    Der hält nix vom Kapitalmarkt!

    Der übt sich weiter in linken Vermögenssteuerparolen und will das das reiche Österreich noch mehr Vermögenssteuern zahlt. Ob das langfristig wirklich das gelbe vom Ei ist?

    Hauptsache er wird Parteiobmann und alle Genossen sind befriedigt.

    Österreich bleibt auf der Strecke !!!

    Wäre mal Zeit für einen neuen BK - Krexit!

    antworten

  • 2016-06-27 14:33:11
    Outperformance

    Das war ja vorauszusehen!

    Wenn, dann sollten sie sich besser bei der britischen Regierung beschweren. Vor nicht allzulanger Zeit sah die Situation in Wien ja doch noch bedeutend besser aus. Jetzt gibt es neben der Finanz-/Bankenkrise, Ölkrise, Syrienkrise, Russland-/Ukrainekrise eben auch noch die Brexitkrise. Ewig werden die Kurse aber wohl nicht so niedrig bleiben, auch wenn es momentan so ausschaut, als ob der ATX wieder in Richtung 1000 Punkte (1991) maschieren würde ;-)

    antworten

  • 2016-06-27 14:59:57
    Outperformance

    Das war ja vorauszusehen!

    Eine Reform der Wertpapier-KESt z.B. steuerliche Begünstigungen für Kleinanleger mit Behaltefrist, wäre aber mit Sicherheit ein intelligenter Schritt der Regierung um die Situation nicht noch zusätzlich zu verschärfen.

    antworten

  • 2016-06-27 15:10:01
    noua

    Das war ja vorauszusehen!

    du meinst also das es die Kleinanleger waren? oder die das ausgleichen könnten?

    antworten

  • 2016-06-27 15:24:04
    Outperformance

    Das war ja vorauszusehen!

    Der "Crash" kommt natürlich vom Brexitvotum. Nachdem Wien ohnedies im Vergleich zu Frankfurt, Paris, London, New York etc. ein Schattendasein bei den Investoren fristet, sollte man wenigstens mit steuerlichen Maßnahmen für etwas mehr Attraktivität sorgen. Dazu kommt noch, dass Privatpersonen in Österreich die Börse weitgehenst meiden. Da die Regierung wohl kaum die Steuer für alle auf 20 % senken wird, wären Begünstigungen für Kleinanleger mit Behaltefrist jedenfalls ein Schritt in die richtige Richtung!

    antworten

  • 2016-06-27 15:50:24
    noua

    Das war ja vorauszusehen!

    Schattendasein, wenns in Australien an Furz lassen kommt er auch bei uns raus

    Privatpersonen meiden Börse, klar, weil sie angeschissen wurden

    steuer auf 20% ? verstehe ich nicht

    antworten

  • 2016-06-27 16:07:49
    Outperformance

    Das war ja vorauszusehen!

    Wenn man wie Österreich nach der Finanzkrise auch noch die Werpapier KESt einführt und diese anschließend auch noch erhöht, ist es nicht verwunderlich, dass man die Investoren vor den Kopf stößt und diese woanders investieren. Vor der KESt gab es zumindestens eine Behaltefrist, nach der der Gewinn steuerfrei war. Daran anzunküpfen, wäre keine schleichte Idee.

    antworten

  • 2016-06-27 16:46:16
    noua

    Das war ja vorauszusehen!

    das erste wie die Behaltefrist fiel war, ich habe alles verkauft

    nicht nur aus Kurstechnischem Grund , wusste ich , brauch ich über nix mehr nachdenken, mit vielleicht oder so

    antworten


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