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Hyper, Hyper: Der "Asylwerber-Kaiser" und die "Brücke von Andau"

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26. September 2014 16:39

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„Müsste ich je flüchten, so hoffe ich, dass es nach Österreich sein kann“, schwärmte der 1997 verstorbene amerikanische Autor James A. Michener über die Hilfsbereitschaft der Österreicher während des Ungarn-Aufstandes 1956 (mehr dazu siehe hier: http://bit.ly/Yj1zwh). In seinem Roman „Die Brücke von Andau „ setzte Michener diesem Ereignis ein Denkmal. An die 200.000 Menschen nahmen die Österreicher/Innen damals auf.

Zeitsprung. 1,5 Millionen Flüchtlinge aus den Kriegsgebieten in Syrien beherbergt die Türkei mittlerweile. In dieser Woche schwoll der Flüchtlingsstrom, der zu einem großen Teil aus der ethnischen Minderheit der Kurden bestand, an manchen Tagen auf bis zu 130.000 Menschen an.

Ortswechsel. „Hyper, Hyper - So ein Sonntag auf der Wies’n, am Münchner Oktoberfest, ist ein Hit“ twitterte HC Strache am 24.09.2014 und verlinkte sein Gezwitscher auch gleich mit einem dementsprechenden Eintrag auf seiner Facebook-Seite (hier: http://on.fb.me/1sxRrO1). Zurück in Wien prügelte der selbsternannte Verteidiger alles Österreichischen gleich auf den Wiener Bürgermeister ein, weil dieser sich bereit erklärt hatte 600 zusätzliche Flüchtlinge in der Bundeshauptstadt aufzunehmen. „Asylwerber-Kaiser“ nannte der FPÖ-Obmann den Wiener Bürgermeister, auf den er spätestens seit der Nichternennung des 21jährigen FPÖ-Parteigängers Maximillian Krauss zum Vize-Präsidenten des Stadtschulrates, alles andere als gut zu sprechen ist (siehe auch hier: http://bit.ly/1utqrzd).

Hintergrund für die zusätzliche – befristete - Aufnahme von 600 Flüchtlingen, die unter anderem in der leerstehenden ehemaligen Wirtschaftsuni untergebracht werden sollen, ist verzweifelte Suche nach zusätzlichen Quartieren. Landauf- landab sucht die Innenministerin nach Quartieren in den Bundesländern, doch kaum ist eines gefunden gibt es schon einen Aufschrei, so wie jüngst in Spital am Semmering wo Flüchtlinge im "Hotel Haus Semmering" untergebracht werden sollten.

Angetrieben von profilierungssüchtigen Provinzpolitikern und nach Sensationen heischenden Medien steigen die Menschen auf die Barrikaden. Ausgetragen werden diese politischen Auseinandersetzungen, die eigentlich nichts anderes sind als Ablenkungsmanöver von den wahren Themen, auf dem Rücken jener Menschen denen wir 1956 noch bereitwilligst die Hand reichten.

Selbst der Verteidigungsminister, ein SPÖ-Parteikollege des Wiener Bürgermeisters, schaffte es diese Woche mit seinem Zitat „Ich habe nichts zu verschenken“ in die Zitate der Woche Diashow der Presse (hier: http://bit.ly/1BgqlJY). Hintergrund: Der Verteidigungsminister will seine leer stehenden Kasernen nicht als Asylwerber-Quartiere abgeben.

Nun zu verschenken haben wir wohl alle nichts. Dafür aber jede Menge zu verlieren. Z.B.: Menschlichkeit – jene Menschlichkeit, die die Österreicher/Innen noch vor gar nicht allzu langer Zeit ausgezeichnet hat (siehe oben.)

Übrigens: Das Titelfoto unserer dieswöchigen be INVESTOR-Ausgabe (siehe hier: http://bit.ly/1CsZ61o)mit der Frau und dem Kind entstand just an jenem Tag an dem ein bekannter österreichischer Politiker „Hyper, Hyper …“ zwitscherte.

Mehr zu James Michener finden Sie übrigens hier: http://bit.ly/1t27MVt

P.S.: Sollten sie zufällig wissen wollen wie viele Asylanträge heuer in Österreich tatsächlich gestellt wurden können Sie hier nachschauen: http://bit.ly/1vnzhMV






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  • 2014-09-19 18:51:49
    tukan

    Nur glei so

    Um das Kreißen kreisen viele.

    http://www.redensarten-index.de/suche.php?...

    lg Tukan

    antworten

  • 2014-09-20 07:31:33
    harfer

    Nur glei so

    Vollkommen richtig und danke für den Hinweis. Wieder was dazugelernt - vor allem was das kreißen betrifft.
    Was meine humanistische Bildung betrifft fehlt mir halt leider das Lateinische - konnte dafür ganz gut darstellende Geometrie.
    Die kreißenden Berge, die die Maus gebären stammt ja ursprünlich von Horaz (was man im Internet alles finden kann,-).
    Allein des Reimes wegen passt der Berg mit dem Zwerg ja dann doch besser - und zu Horaz Zeiten gab es - so glaube ich - noch keine Zwerge. Deshalb "kreißt" bei mir jetzt der Berg und gebiert den Zwerg. ;-)
    Was Horaz und die Zwerge betrifft lasse ich mich aber auch gerne eines besseren belehren;-)
    lg
    Harald Fercher

    antworten

  • 2014-09-29 20:15:26
    Otto Normalinvestor

    Also ...

    der Strache fällt mir leider nur mehr als Kasperl auf. So viele dringende Probleme in dieser Welt und auch in Österreich, und er verbeißt sich in einen Versorgungsjob für ein halbes Kind, nur weil´s aus seiner Partei ist. Dann macht er sich lächerlich, indem er sich öffentlich einen Eiskübel über den Kopf schüttet. Und Urlaub noch gar net richtig aus, ist er schon rambazamba in München, gsoffm muaß werdn, egal wie ernst die Lage ist.

    Der Protestwähler muss sich schön langsam fragen, ob er sowas wirklich verdient hat. Und egal, wie gern man über den Häupl schimpft, ob man mit ihm nicht doch in sichereren Gewässern fährt.

    antworten

  • 2014-09-29 21:30:46
    twin

    Also ...


    eine buberlpartie bleibt nun mal eine buberlpartie.
    mit oder ohne extreme tendenzen.

    ich wäre mir nicht so sicher, ob es wirklich protestwähler sind.
    das sinnlose geplärre, aufwiegeln, hussen, planlosigkeit, gegen alles und nichts sein,...
    hat möglicherweise ja gründe. (abgesehen davon, dass sich die buberl auf kosten ihrer
    wähler ein schönes leben gönnen.)

    " Besonders schlecht sind die Österreicher demnach im Lesen. 17,1 Prozent erreichen nur Kompetenzniveau 1 oder darunter, im OECD-Durchschnitt sind es 16,7 Prozent. Das heißt, dass diese Personen nur kurze Texte lesen können, daraus aber keine Schlussfolgerungen ziehen können."

    http://derstandard.at/1379293384...

    antworten


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