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Der nächste Winter kommt bestimmt

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17. September 2014 13:55

company aus dem BE


Die Frage nach dem Schiefergas wird sich in Europa immer lauter stellen, ­beantwortet wird sie aber derzeit in der Ukraine


In Moskau erzählt man sich seit einigen Wochen regelmäßig einen Witz: „Was wird demnächst in Europa kälter sein als die Kaltwasserleitungen? … Die Warmwasserleitungen.“

Wird wohl nicht so heftig kommen, aber das Thema „Energie“ bekommt in den letzten Wochen und Monaten von vielen Seiten erhöhte Aufmerksamkeit. Der Globus dreht sich nicht allein ums russische Gas, oder die ukrainischen Pipelines. Es geht um Schiefergas in den USA und der Ukraine, um Kostenexplosionen bei Japans Energieimporten, gewaltige Kosten bei technologisch anspruchsvollen Explorationen, um bilanzielle Druckmittel für öl-produzierende Staaten und um die Absicherung, von politischen Risiken am Energiemarkt generell weniger abhängig zu werden. Die ganze Branche steht vor massiv eingreifenden Maßnahmen.
Für die Kapitalmärkte ein wichtiges Thema. Man sucht Alternativen, gräbt nach Schwachpunkten, reduziert passive Risiken und positioniert sich in potenziellen Gewinnern der neu erwarteten Energieströme. So ist es kein Wunder, dass seit einiger Zeit Industrien im Bereich von LNG (Liquid Natural Gas) gesucht sind. Es geht um Schiffbauer, um Errichter von Verladeterminals, Silohersteller und Raffinerien und am Ende gibt gar das Potenzial eines verbreiterten Suez-Kanals als wichtige Energietransportstraße der Perspektive ganzer Länder (Ägypten) neuen Auftrieb. Auch das Speichern von Gas wird ein immer lauter werdendes Fragezeichen. Wer kann denn wirklich viel speichern? Haben wir überhaupt genug Möglichkeiten einen Lieferstopp durch Reserven zu puffern? Ist jedes Land in Europa gleich gestellt vorbereitet, oder haben einige Vorteile in einem solchen Umfeld? In Österreich sind wir ja erfreulicherweise diesbezüglich besonders bevorteilt, denn wir haben einige sehr große alte leergepumpte Gasfelder, die schon des Öfteren als Gasspeicher genutzt wurden. Stichwort RAG (ein ewig schlummerndes IPO übrigens).
Auch die Frage nach dem Schiefergas wird sich in Europa immer lauter stellen, beantwortet wird sie aber derzeit in der Ukraine. Die dortigen Schiefergas-Kapazitäten sollen angeblich den Europäischen Bedarf auf Jahrzehnte locker decken können. Erschlossen sind sie halt noch nicht. Es verwundert daher kaum, dass sämtliche großen europäischen Ölunternehmen Bohrlizenzen in der Ukraine erworben und gewaltige Budgets gewidmet haben und, wenig überraschend, gerade prominente US-Staatsbürger wie toll derzeit Grund und Boden unseres östlichen Transferpartners zusammenkaufen. Dass die Ukraine betont, vor in drei Jahren keine nennenswerten Bohrergebnisse vorweisen zu können glaubt angesichts der von Industrie und Glücksrittern investierten Milliarden ohnehin niemand mehr. Mehr als ein Versuch, Russland zu besänftigen, ist es wohl auch nicht.

Und am Schluss kommt noch die Preiskomponente fallender Ölpreise hinzu. Die schwächeren Konjunkturerwartungen Europas werden als Argument der aktuell tieferen Preise regelmäßig benutzt. Eine Folge davon ist aber auch, dass je tiefer der Ölpreis ist, umso weniger flexibel kann man sich als Produzent an diesem Markt refinanzieren. Die Krisenherde der Welt bekommt man dadurch vielleicht am ehesten in den Griff. Money makes the war go around und genau das kann man sich in Libyen, Westafrika, Irak, Syrien und selbst Russland nicht mehr lange so leisten wie man vorher wollte. Öl als Friedensstifter. Fast schon makaber.
Was bleibt ist aber der Wunsch, endlich die globalen Streitereien unterentwickelter oder gar unmündiger Staaten nicht mehr so stark spüren zu müssen, ein wenig mehr Planbarkeit in unsere Welt zu bringen, positive Alternativen entwickeln zu können, den Drive des Neuen für die Weiterentwicklung des Ganzen zu nutzen oder, wenn nicht, dann eben in Ruhe frieren zu können.





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  • 2016-03-07 14:24:18
    Outperformance

    Zukunft ATX

    Der ATX notiert aktuell mit 2200 Punkten ungefähr am selben Niveau wie in den Jahren 2004/2005. Die Performance ist vielleicht für eine kommunistische Börse positiv, ansonsten aber leider doch ziemlich miserabel. Dazu kommt auch noch die Tatsache, dass es seit Jahren so gut wie keine Börsengänge gegeben hat. Im Unterschied dazu konnten der DAX, SMI, Dow Jones etc. seit der Finanzkrise teils erheblich zulegen und jeweils neue Allzeithochs erreichen. Der ATX hingegen ist von seinem Allzeithoch von 5000 Punkten im Jahr 2007 noch immer 127 % entfernt. Hat der österreichische Kapitalmarkt für die Anleger noch Zukunft?

    Austrian Traded Index

    3 Monate
    -9,20%
    lfd. Jahr
    -7,93%
    1 Jahr
    -13,40%
    3 Jahre
    -12,05%
    5 Jahre
    -22,11%

    antworten

  • 2016-03-07 14:32:40
    big_mac

    Zukunft ATX

    1. ist Wien eine kommunistische Börse.
    2. hat Wien von ca. 2003-2007 von der Ostphantasie gelebt, so wie davor um 1989-1991 auch schon. Dazwischen war Friedhof.
    3. Der Normalzustand der Wiener Börse ist Friedhofsruhe, den Boom der 90-er hat sie auch verschlafen. Alle 15-20 Jahre wird sie dann von internationalen Investoren entdeckt, Boom, Crash, Friedhof, usw.

    antworten

  • 2016-03-07 14:39:25
    Outperformance

    Zukunft ATX

    dank

    antworten

  • 2016-03-07 14:40:54
    Outperformance

    Zukunft ATX

    danke, sehr aufschlussreich! Wohin der ATX dann im Fall irgendeiner neuen Krise fällt, will ich aber nicht wissen!

    antworten

  • 2016-03-07 17:46:50
    big_mac

    Zukunft ATX

    Nach 9/11 ist er kaum gefallen, und das auch erst mit großer Verzögerung.

    antworten

  • 2016-03-07 14:39:29
    Martinuzzi

    Zukunft ATX

    Dass der ATX katastophal performt liegt auf der Hand, natürlich muss man auch die Gründe dafür anschauen:

    die 4 Schwergewichte Erste, OMV, Andritz und voest machen gemeinsam über 50% vom ATX aus, bis auf Andritz ist die Performance speziell vom Allzeithoch gemessen doch sehr bescheiden.

    Auch Raiffeisen, Telekom, ehemalig Schwergewichte sind stark eingebrochen.

    Insgesamt alles sehr volatile und Krisenanfällige Titel v.a. Banken und Industrie.

    Es gibt dabei einfach keinen "Fels in der Brandung" wie es v.a. beim SMI eine Roche, Nestle und Novartis sind. Auch die haben extremes Gewicht, sind aber deutlich kursstabiler.

    ATX ist kein Performanceindex, sprich Dividenden "senken" den Indexstand.

    Die Ostphantasie und die staatlich geförderte PV trugen ebenso zur Übertreibung am Hoch bei.

    und nicht zu vergessen die Politik tut ebenso ihr bestes, den Kapitalmarkt schlecht zu reden wo es nur geht..



    antworten

  • 2016-03-07 18:45:43
    Wuffifass

    Zukunft ATX

    Die Genossen waren sehr erfolgreich darin potentielle Käufer als Spekulanten zu verunglimpfen.

    Sie haben auch zB österreichischen Unternehmen, die die Unternehmen im ATX besser kennen den etwaigen Kauf dieser Aktien (in einem Mischfonds) verboten indem sie nur mehr Wohnbauanleihen für den Gewinnfreibetrag akzeptieren.

    Gleichzeitig stellt sich die Wiener rotgrün Regierung schamlos vor die Presse und verkündet das Ende einer erfolgreichen CHF Kreditfinanzierung.

    Und niemand regt sich auf.

    Friedhof trifft es ganz gut, aber die bei Tradegate sind trotzdem ganz happy mit dem ATX glaube ich, ein sicheres Pferd wenn es abwärts geht.

    antworten

  • 2016-03-08 17:09:07
    Outperformance

    Zukunft ATX

    Vergleichsweise erfolgreich an der Wiener Börse ist hingegen der "ATX Consumer Products & Services Index" (AT0000A0QWU8). Allerdings zählen die Indexwerte auch nicht unbedingt zu den internationalen Börsenschwergewichten... Glaubt ihr, dass der ATX in abehbarer Zeit noch die 3000 Punkte-Marke erreicht?

    antworten

  • 2016-03-08 20:43:09
    big_mac

    Zukunft ATX

    Internationale Börsenschwergewichte gibt es in Österreich nicht.
    Mitglieder im Stoxx50 oder Eurostoxx50 ? Fehlanzeige - eine Folge des jahrzehntelangen faktischen Kommunismus.

    antworten

  • 2016-03-09 12:04:05
    noua

    Zukunft ATX

    sülz nicht rum

    fahr vor

    antworten

  • 2016-03-09 20:43:24
    Anthean

    Zukunft ATX

    Liegt vlt auch an der Größe des Landes. OMV ist immerhin eine miteleuropäische Größe, Andritz soweit ich weiß auch ganz angesehen. Wienerberger weltweit führend in der Ziegelproduktion.
    Ganz so schlecht simma auch nicht im "kommunistischen" Österreich ;)

    antworten

  • 2016-03-09 23:02:09
    big_mac

    Zukunft ATX

    Die Schweiz ist nicht größer, und Holland ist nicht viel größer. Beide haben Schwergewichte.
    Doch, es ist der Kommunismus.

    antworten

  • 2016-03-10 18:37:12
    Anthean

    Zukunft ATX

    Die Schweiz ist seit immer schon Finanzplatz, hat eine Weltwährung.

    Holland ist seit immer eine Handelsnation.

    antworten

  • 2016-03-10 18:51:52
    big_mac

    Zukunft ATX

    und was hat Österreich an beidem gehindert ?
    Ausser dem großkoalitionären Kommunismus, natürlich.

    antworten


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