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Die Fiskalpolitik tritt in Europa in den Mittelpunkt

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26. August 2014 11:35

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Der große Überblick


Während die EZB bei der Geldpolitik nachgibt und immer weitere Lockerungen verkündet, verschiebt sich die allgemeine Aufmerksamkeit auf die Fiskalpolitik in der Eurozone. EZB-Präsident Mario Draghi mischte sich am Freitag in die Debatte ein, als er in seiner Rede in Jackson Hole sagte, dass die Fiskalpolitik eine essentielle Rolle bei der Wiederbelebung der wirtschaftlichen Aktivität und der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit spiele. Gestern löste der französische Präsident Hollande seine Regierung auf, nachdem Wirtschaftsminister Arnaud Montebourg die fiskalische Sparpolitik als den falschen Weg bezeichnete, um das Wachstum in der Wirtschaft anzuregen. Falls die Bewegung gegen die Sparpolitik weitere Anhänger findet, dann wird es schwierig, zu sagen, inwiefern dies den Euro wohl beeinflussen würde. Schnelleres Wachstum und höhere Erträge wären vermutlich positiv für den EUR, aber wachsende Schuldenberge und fallende Kreditbewertungen wären wiederum negativ. Mit Sicherheit hat aber der Mix aus lockerer Geld- und Fiskalpolitik in letzter Zeit nichts bewirkt, um dem Yen zu helfen. Ich denke, dass eine lockerere Fiskalpolitik eher negativ für den Euro wäre, wenigsten zu Anfang, da sich die Investoren dann über den Verlust der Disziplin sorgen würden, bis sie sich schließlich vom höheren Wachstum vielleicht umstimmen ließen. In jedem Fall bleibt abzuwarten, ob die Euro-Krisenländer es schaffen, Deutschland davon zu überzeugen, dass die Sparpolitik kontraproduktiv ist. Bis jetzt scheinen ihre Argumente die Deutschen nicht überzeugt zu haben, aber das Muster in der Krise der Eurozone war bisher immer das Gleiche: Deutschland stellte sich stets lange quer, um dann schließlich fast jeder Forderung nachzugeben.

Der Markt korrigiert seine Erwartungen bzgl. der US-Zinsen weiter nach oben. „Fed Funds“-Futures für den Zeitraum ab zwei Jahren und aufwärts notierten um 2,5 bps höher, während sich die Ertragskurve für US-Staatsanleihen abflacht, wobei solche mit längeren Laufzeiten abnehmen und jene mit kürzeren Laufzeiten zulegen – das klassische Muster, das man in der Erwartungsphase einer strafferen Geldpolitik stets antrifft. Ein gutes Zeichen für den USD. Die Erwartungen einer strafferen Geldpolitik der Fed werden den Dollar wohl stützen, der in der Vergangenheit allgemein sechs bis neun Monate vor dem Beginn einer Straffungsrunde starke Gewinne verzeichnete.

Während der Euro sich abschwächte, erreichte EUR/CHF gestern ein Tief bei 1,2072, bevor die rate leicht davon abprallte. Dies ist das niedrigste Niveau seit Ende 2012, und ich habe bisher weder etwas darüber gehört, dass die Schweizerische Nationalbank (SNB) ihre Selbstverpflichtung gegenüber dem Boden von 1,20 ändern will, noch erwarte ich eine solche Kursänderung. Das heißt, dass das Verhältnis Risiko/Ertrag für langfristige EUR/CHF-Positionen im Moment so gut ist, wie es nur sein könnte. Die Rate kann zwar selbst im gegenwärtigen Rahmen noch etwas tiefer sinken, und natürlich ist die SNB keineswegs verpflichtet, den Investoren ihre neue Strategie zu enthüllen, bevor sie die Alte ändert, aber die Entwicklung in der Vergangenheit legt nahe, dass sie die rate auch in Zukunft über 1,20 halten werden – wobei natürlich vergangene Entwicklungen keine Garantie für die Zukunft bieten.

Der heutige Tagesplan:
Russlands Präsident Wladimir Putin trifft sich mit dem ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko sowie Vertretern der Russischen Föderation, deren assoziierter Staaten und Vertretern der Europäischen Kommission in Minsk, Weißrussland. Dies könnte ein ganz entscheidendes Ereignis für den Devisen- und den Goldmarkt sein.

Heute gibt es keine wichtigeren Indikatoren aus der Eurozone. Schwedens Produzentenpreisindex kommt heraus, aber dazu gibt es keine Prognosen. In GB sollen die genehmigten BBA-Hypothekenanträge im Juli gestiegen sein.

In den USA sollen die Aufträge für langlebige Güter im Juli um +8,0% mom gestiegen sein, ein deutliches Plus vs. +1,7% mom im Vormonat. Andererseits sollen die Aufträge für langlebige Güter exkl. Transportausrüstung mit +0,5% mom gegenüber dem Zuwachs vom Juni (+1,7% mom) langsamer angestiegen sein. Der Hauspreisindex der „Federal Housing Finance Agency“ (FHFA) soll zeigen, dass die Hauspreissteigerung im Juni leicht zurückging, während der S & P/Case-Shiller-Hauspreisindex desselben Monats keine Veränderung zeigen soll, vgl. mit einem kleinen Rückgang im Mai. Der Konsumentenvertrauensindex für den August und der Industrieindex der Richmond Fed für denselben Monat sollen leicht gefallen sein. Insgesamt sind diese Zahlen leicht negativ, aber wenn man die zögerliche Reaktion des USD auf die gestern publizierten Verkäufe neuer Häuser bedenkt, so wird der Dollar davon vielleicht nicht so stark getroffen werden, wenn die Zahlen wie erwartet ausfallen.

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