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E.ON: Auf dem richtigen Weg?

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20. August 2014 10:51

Noch lassen die Folgen der deutschen Energiewende und die wirtschaftliche Entwicklung in Europa nicht auf eine rasche Besserung bei E.ON schließen. Allerdings zeigen die jüngsten Geschäftsergebnisse, dass sich der Konzern möglicherweise doch auf dem richtigen Weg befindet.

Im Frühjahr hatten die Aktien der beiden größten deutschen Energieversorger E.ON und RWE zu einer überraschenden Kursrallye angesetzt. Spätestens mit der Zuspitzung der Ukraine-Krise sowie den Sanktionen gegen Russland und den damit verbundenen Sorgen vor negativen Folgen für die Konjunktur oder die Finanzmärkte war es mit der Erholungsrallye vorbei. Mit den nun vorgelegten Ergebnissen für das zweite Quartal und das erste Halbjahr 2014 konnten weder RWE noch E.ON für Euphorie sorgen. Immerhin mussten beiden Unternehmen für die Zeit zwischen Januar und Juni einen deutlichen Gewinnrückgang im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum ausweisen. Allerdings konnte insbesondere E.ON mit einigen Lichtblicken aufwarten und so doch die Hoffnungen wecken, dass man sich in einer Welt mit der deutschen Energiewende behaupten kann.

Laut Unternehmensangaben vom 13. August erzielte E.ON im ersten Halbjahr einen nachhaltigen Konzernüberschuss von 1,53 Mrd. Euro nach 1,91 Mrd. Euro im Vorjahr. Allerdings hatte man am Markt sogar schlimmeres befürchtet. Die Konsensschätzungen lagen laut Dow Jones Newswires bei 1,45 Mrd. Euro. Erfreulich fiel auch die Tatsache aus, dass die Jahresprognose von einem nachhaltigen Konzernüberschuss von 1,5 bis 1,9 Mrd. Euro und einem EBITDA zwischen 8,0 bis 8,6 Mrd. Euro bestätigt werden konnte. Im ersten Halbjahr lag das EBITDA bei 5,0 Mrd. Euro, nachdem im Vorjahr 5,7 Mrd. Euro verbucht wurden. Auch der Umsatzschwund setzte sich fort. Mit 56,12 Mrd. Euro wurde der Vorjahreswert um 13 Prozent verfehlt.

Während die E.ON-Ergebnisse in der Kraftwerkssparte einmal mehr durch den Strompreisverfall belastet wurden, profitierte man dieses Mal von den eingeleiteten Sparmaßnahmen, einer geringeren Belastung durch die Brennelementesteuer sowie der Auflösung einer Rückstellung, so dass am Ende sogar in diesem Bereich eine Ergebnisverbesserung zu Buche stand. Außerdem wurde die Nettoverschuldung um rund 2,5 auf 29,7 Mrd. Euro zurückgefahren. Gleichzeitig trugen die Investitionen in Erneuerbare Energien Früchte. Dabei steuerten die Erneuerbaren Energien rund 0,9 Mrd. Euro zum Konzern-EBITDA bei. Neben dem Ausbau der der Wind- und Solarenergie möchte E.ON in wachsende Märkte investieren, um sich so gegen das wegbrechende Stammgeschäft in der konventionellen Stromerzeugung auf dem Heimatmarkt abzusichern. Insbesondere die Türkei und Brasilien wurden dabei als Wachstumsfelder auserkoren. Doch vor allem in Brasilien gab es zuletzt Verzögerungen beim Bau neuer Kraftwerke.

Auch wenn unter den jüngsten E.ON-Zahlen einige Lichtblicke zu finden waren, hängt die Kursentwicklung der Aktie derzeit aber auch stark von der Entwicklung in der Ukraine-Krise ab. Zwar sah man auf Unternehmensseite im ersten Halbjahr noch keine Beeinträchtigungen für das Geschäft, doch dies könnte sich bei einer weiteren Zuspitzung schnell ändern. Außerdem könnte die europäische Konjunktur indirekt unter der Krise infolge der Sanktionspolitik der EU sowie der USA leiden und dem Versorger eine schwächere Energienachfrage bescheren, was ein Comeback der E.ON-Aktie noch schwerer machen würde.

Spekulative Anleger, die steigende Kurse der E.ON-Aktie erwarten, könnten mit einem Wave XXL-Call der Deutschen Bank (WKN DT4F23) auf ein solches Szenario setzen. Der Hebel dieses Open-End-Papiers liegt derzeit bei 3,78, die Knock-Out-Schwelle bei 10,60 Euro. Wer aber als spekulativer Anleger eher short-orientiert ist, könnte mit einem Wave XXL-Put der Deutschen Bank (WKN DT3W3N, aktueller Hebel 3,58; Knock-Out-Schwelle bei 16,60 Euro) auf fallende Kurse der E.ON-Aktie setzen.

Stand: 19.08.2014







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