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Hat der Dollar die Trendwende geschafft?

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28. Juli 2014 11:03

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Der große Überblick


Das Bemerkenswerteste am Marktgeschehen des Freitags war, dass der Dollar es schaffte, gegenüber den meisten seiner G10-Gegenstücke sowie einer großen Anzahl von Schwellenländerwährungen zuzulegen – und dies trotz gemischt ausgefallener Zahlen für die langlebigen Wirtschaftsgüter und eines Rückgangs bei den „Fed Funds“-Ratenerwartungen (-2 bps) sowie den Anleiheerträgen (-4 bps bei den 10-Jährigen). Der Euro indessen schwächte sich während des gesamten Tages ab, und wird heute Morgen genau da gehandelt, wo er den Handel in den USA beendete: Auf dem Tiefstand des Tages. Der „Commitment of Traders“-Report zeigte, dass die Spekulanten ihre Long-Positionen beim Dollar auf das höchste Niveau seit dem Nov. 2012 hochgeschraubt haben. Was wir hier sehen könnte vielleicht der Beginn der langerwarteten USD-Rallye sein. Andererseits könnte es auch nur der aggregierte Effekt von so vielen risikosteigernden Ereignissen rund um die gesamte Welt sein, die in ihrer Summe eine „Flucht in die Sicherheit“ des USD auslösten. Aber das Gold ist im Wochenvergleich immer noch tiefer, obwohl es sich heute Morgen ganz gut entwickelt hat, was nahelegt, dass es hinter der Entwicklung beim Dollar vielleicht doch mehr stecken könnte.

Heute:
Am heutigen Montag stehen relativ wenige Termine auf unserem Kalender, verglichen mit dem Rest der Woche. Während des Tages in Europa stehen keinerlei größeren Ereignisse oder Veröffentlichungen auf dem Tagesplan.
In den USA kommen der vorläufige Markit-Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor sowie der zusammenfassende Einkaufsmanagerindex für den Juli heraus, aber es gibt hierzu keine Prognosen. Der Industrieaktivitätsindex der Dallas Fed für den Juli soll sich leicht erhöht haben, während die anstehenden Hausverkäufe sich im Juni auf einer Monatsvergleichsbasis (mom) verlangsamt haben sollen.

Die übrige Woche:
Der Mittwoch wird ein entscheidender Tag! Das größte Ereignis der Woche wird das FOMC-Meeting am Dienstag und Mittwoch sein. Allerdings ist bis jetzt keine Pressekonferenz nach dem Treffen angesetzt, und es sollen auch keine aktualisierten Prognosematerialien herauskommen; somit werden die einzigen Hinweise, die der Markt von diesem Treffen erhalten wird, sich aus dem Statement im Anschluss daran ergeben, und ich erwarte mir wenig Neues davon – bestenfalls eine kleinere Überarbeitung des Textes, um den ersten Abschnitt mit den neuesten Entwicklungen in der Wirtschaft, die sich seit dem letzten Treffen ergeben haben, auf den aktuellen Stand zu bringen. Schlüsselpunkte hierbei wären z.B., ob sie entweder a) die Balance der Risiken in ihrem Ausblick von der Einschätzung von „nahezu ausgeglichen“, also der Einschätzung, die sie seit dem März vertreten haben, geändert haben, oder b) ob sie irgendeine Veränderung an dem Satz, der besagt, dass sie erwarten, die „Fed Funds“-Rate noch „für eine ganze Weile nach dem Ende des Anleihenkaufprogramms unverändert“ zu sehen“, vorgenommen haben. Aber die Wahrscheinlichkeit einer Veränderung bei einem dieser beiden Sätze ist gering. Wir werden Genaueres darüber erfahren, was auf dem Meeting passiert ist, wenn der Bericht darüber am 20. Aug. herauskommt. Ebenfalls am Mittwoch kommt in den USA der ADP-Arbeitsmarktbericht heraus, und dazu die erste Schätzung des BIP im Q2. Der ADP-Report, der zwei Tage vor der Publikation der Beschäftigungsdaten (ohne Agrarsektor) herauskommt, soll zeigen, dass der private Sektor im Juni weniger neue Jobs generierte als im Monat davor. Das BIP im Q2 soll die Trendwende von der finalen Zahl von -2,9% qoq SAAR für das Q1 auf +3.0% qoq SAAR im Q2 zeigen, was die wirtschaftliche Erholung des Landes bestätigen würde.

Ansonsten kommt am Mittwoch die vorläufige Industrieproduktion Japans für den Juni heraus, und Neuseelands Baugenehmigungen im selben Monat. Während des Tages in Europa erhalten wir den vorläufigen deutschen Verbraucherpreisindex für den Juli, der einen wichtigen Indikator für die Inflation in der Eurozone darstellt und eine Woche vor dem EZB-Meeting publiziert wird.

Am Dienstag erhalten wir die Arbeitslosenrate Japans und die Einzelhandelsverkaufszahlen des Landes, beide für den Juni. In Großbritannien sollen die Hypothekengenehmigungen für den Juni zeigen, dass die Käufer langsam nicht mehr bereit sind, die gegenwärtigen Rekordpreise zu bezahlen, und dies könnte dem GBP schaden. Aus den USA wird der Konsumentenvertrauensindex erwartet, der im Juli gestiegen sein soll. Ebenfalls am Donnerstag soll die Schätzung des Verbraucherpreisindexes für die Eurozone im Juli herauskommen, und sie soll auf dem Rekordtief von 0,5% yoy verbleiben. Jeder weitere Rückgang von diesem Niveau könnte die Spekulationen über weitere Maßnahmen der EZB anfachen. Allerdings gehe ich davon aus, dass die EZB wahrscheinlich bis zum Abschluss ihrer beiden gezielten längerfristigen Refinanzierungsgeschäfte (TLTROs) im Dezember abwarten wird, bevor sie irgendetwas Neues ausprobieren wird – es sei denn, die EU befände sich an der Schwelle zu einer Deflation. Die deutschen Arbeitslosenzahlen für den Juli sowie die entsprechenden Zahlen der Eurozone für den Juni werden ebenfalls bekanntgegeben. In Kanada soll das BIP im Mai gestiegen sein, womit die Rate im Jahresvergleich (yoy) einen Schub erfahren würde.
Am Freitag schließlich wird das Hauptereignis in den US-Beschäftigungsdaten (ohne Agrarsektor) für den Juli bestehen. Der Marktkonsens geht von einem Anstieg von 230.000 aus, ein geringerer Wert als die 288.000 im Juni. Dies würde einen Rückgang bei den Neueinstellungen bedeuten, vgl. mit dem Vormonat, aber dennoch wäre dies noch kein Grund zur Besorgnis, da diese Zahl exakt mit dem Durchschnitt der letzten sechs Monate übereinstimmen würde. Gleichzeitig soll die US-Arbeitslosenrate unverändert bei 6,1% verblieben sein. Des weiteren kommen in den USA der ISM-Industrieproduktionsindex und der finale Markit-Einkaufsmanagerindex für die Industrie heraus – beide für den Juli. Daneben erhalten wir auch noch die finalen Einkaufsmanagerindizes für die Industrie von Japan, China, Frankreich, Deutschland, Großbritannien und der Eurozone, jeweils für den Monat Juli.
Im Laufe dieser Woche soll die EU auch schärfere Sanktionen gegen Russland verkünden, u.a. möglicherweise ein Verbot für europäische Investoren, Schuldverschreibungen oder Anleihen von den führenden russischen Banken zu kaufen, sowie Restriktionen bezgl. des Exportes „sensibler Technologien“ nach Russland, inkl. solcher, die für den dortigen Energiesektor gebraucht werden. Dies könnte die geopolitischen Unsicherheitsfaktoren am Markt erhöhen und dem RUB schaden, aber auch andere osteuropäische Währungen und vielleicht auch den EUR treffen.


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