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Bungeeeeee!

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9. Juli 2014 15:05

company aus dem BE


„In Europa findet man plötzlich zuhauf Sonderabgaben, absurde Kartellvorwürfe, Steuerfantasien mit nahezu faschistischem Begleittext, Gebührenerhöhungen oder gar Gesetze am Rande der bisher gelebten Legalität.“


Der Faden des Vertrauens ist gerissen. Europas Unternehmen hoffen nicht mehr auf Unterstützung aus der Politik. Sie agieren proaktiv und kurzfristig schmerzhaft.

Abwertungswelle. Eine wahre Abwertungswelle geht durch Europa. Nahezu sämtliche Branchen sind mittlerweile davon erfasst: Versorger, Luftfahrt, Telekom, Bau, Stahl, Banken, die Liste ließe sich weiter verlängern. Und das inmitten einer immer offensichtlicher werdenden wirtschaftlichen Erholung, die zwar langsam aber erkennbar von Statten geht. Die meisten Gründe für die gestiegene Risiko-Erkenntnis sind sicher individuell mit den jeweiligen Unternehmen verbunden, ein zusätzlicher, exogener Grund, erscheint aber zumindest im Bereich des Wahrscheinlichen zu liegen: das Zusammenspiel mit der Politik funktioniert nicht mehr so gut.

Ein Wirtschaftsgefüge besteht ganz simpel aus jenen die Geld verdienen und jenen die es wieder ausgeben. Zum Wohle aller im Sinne von Prosperität und Wachstum, das ganze Bla Bla kennen wir. Nur ist da inzwischen ein Ungleichgewicht entstanden, das in zunehmendem Masse die gegenseitigen Kräfte mobilisiert. Diejenigen die das Geld verdienen fühlen sich mehr und mehr von jenen die es „für das Allgemeinwohl“ ausgeben im Stich gelassen. Die bisherigen Argumente das gemeinsame Wohl im Auge zu haben, Wohlstand zu fördern und damit den Grad sozialer Sicherheit zu erhöhen verblassen angesichts der angewandten Methoden sich dieser Gelder zu bemächtigen immer mehr. In Europa findet man plötzlich zuhauf Sonderabgaben, absurde Kartellvorwürfe, Steuerfantasien mit nahezu faschistischem Begleittext, Gebührenerhöhungen oder gar Gesetze am Rande der bisher gelebten Legalität. All das gespickt mit einer gesteigerten aggressiven Argumentation die immer mehr auf „die Bösen“ gerichtet ist die deswegen zahlen sollen. Argumentation auf Basis fundierter Analysen findet fast nicht mehr statt. Zumindest nicht mit der Chance auf ein daraus erreichtes Ergebnis. Selbst wenn die Argumente richtig sind, wird man trotzdem zur Kasse geholt, weil gebeten wird schon lange nicht mehr. Und die Unternehmen beginnen sich nun auf die kurzfristige Ausweglosigkeit dieser Verhältnisse einzustellen.

Abwertungen schmälern Steuereinnahmen. Hatte man vor einigen Monaten bei vielen Unternehmen noch den Eindruck, mehr die Chance als das Risiko zu sehen, wird nun gnadenlos der Worst Case in die Bilanz gepresst. Die Bodenlinie wird gezogen, der Ausverkauf der Risiken findet statt. Frei nach dem Motto: Wenn schon 2014 in die europäischen Geschichtsbücher als das Jahr der Umsetzung von Bankenunion, Gesetzes- und Steuerreformen oder Stresstests all over gehen soll, dann richtig. Dass mit solchen Methoden die Firmen 2015 auf weit besserer Basis beginnen werden, ist ziemlich sicher zu erwarten, und dass die jeweiligen Finanzminister mit dem Entgang an Steuern aufgrund dieser Abwertungen keine Freude haben ebenso, dass die Kapitalmärkte als Risikokapitalgeber damit aber aktuell ins Knie getreten werden ist ein Kalkül am Rande des Erträglichen, denn es setzt voraus, dass stillschweigendes Einverständnis ob der wahren Motive besteht und man eben ein Jahr länger zu warten bereit ist. Wird wohl nicht überall der Fall sein. Zu stark sind mittlerweile auch die Nerven der Financiers belastet.

Was daher extrem Not tut und was man sich, sofern es nicht passiert, in keiner Weise scheuen sollte aktiv einzufordern, ist direkte Kommunikation. Kein arrogant wirkendes Präsentieren oder zynische Polemik, sondern ein Erkennen des Gegenübers und ein transparentes Aufzeigen der jeweiligen Motive. Das betrifft Alle: die Unternehmen, die Investoren und vor allem die Politik. Die Steuerzahler sind nicht so dumm, dass sie nicht begreifen worum es geht und deswegen im Dämmer der herrschenden Vorurteile gehalten werden müssen. Und die Investoren (auch die sind Steuerzahler, und dabei gar keine Schlechten) schon gar nicht.






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  • 2016-03-07 14:24:18
    Outperformance

    Zukunft ATX

    Der ATX notiert aktuell mit 2200 Punkten ungefähr am selben Niveau wie in den Jahren 2004/2005. Die Performance ist vielleicht für eine kommunistische Börse positiv, ansonsten aber leider doch ziemlich miserabel. Dazu kommt auch noch die Tatsache, dass es seit Jahren so gut wie keine Börsengänge gegeben hat. Im Unterschied dazu konnten der DAX, SMI, Dow Jones etc. seit der Finanzkrise teils erheblich zulegen und jeweils neue Allzeithochs erreichen. Der ATX hingegen ist von seinem Allzeithoch von 5000 Punkten im Jahr 2007 noch immer 127 % entfernt. Hat der österreichische Kapitalmarkt für die Anleger noch Zukunft?

    Austrian Traded Index

    3 Monate
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    lfd. Jahr
    -7,93%
    1 Jahr
    -13,40%
    3 Jahre
    -12,05%
    5 Jahre
    -22,11%

    antworten

  • 2016-03-07 14:32:40
    big_mac

    Zukunft ATX

    1. ist Wien eine kommunistische Börse.
    2. hat Wien von ca. 2003-2007 von der Ostphantasie gelebt, so wie davor um 1989-1991 auch schon. Dazwischen war Friedhof.
    3. Der Normalzustand der Wiener Börse ist Friedhofsruhe, den Boom der 90-er hat sie auch verschlafen. Alle 15-20 Jahre wird sie dann von internationalen Investoren entdeckt, Boom, Crash, Friedhof, usw.

    antworten

  • 2016-03-07 14:39:25
    Outperformance

    Zukunft ATX

    dank

    antworten

  • 2016-03-07 14:40:54
    Outperformance

    Zukunft ATX

    danke, sehr aufschlussreich! Wohin der ATX dann im Fall irgendeiner neuen Krise fällt, will ich aber nicht wissen!

    antworten

  • 2016-03-07 17:46:50
    big_mac

    Zukunft ATX

    Nach 9/11 ist er kaum gefallen, und das auch erst mit großer Verzögerung.

    antworten

  • 2016-03-07 14:39:29
    Martinuzzi

    Zukunft ATX

    Dass der ATX katastophal performt liegt auf der Hand, natürlich muss man auch die Gründe dafür anschauen:

    die 4 Schwergewichte Erste, OMV, Andritz und voest machen gemeinsam über 50% vom ATX aus, bis auf Andritz ist die Performance speziell vom Allzeithoch gemessen doch sehr bescheiden.

    Auch Raiffeisen, Telekom, ehemalig Schwergewichte sind stark eingebrochen.

    Insgesamt alles sehr volatile und Krisenanfällige Titel v.a. Banken und Industrie.

    Es gibt dabei einfach keinen "Fels in der Brandung" wie es v.a. beim SMI eine Roche, Nestle und Novartis sind. Auch die haben extremes Gewicht, sind aber deutlich kursstabiler.

    ATX ist kein Performanceindex, sprich Dividenden "senken" den Indexstand.

    Die Ostphantasie und die staatlich geförderte PV trugen ebenso zur Übertreibung am Hoch bei.

    und nicht zu vergessen die Politik tut ebenso ihr bestes, den Kapitalmarkt schlecht zu reden wo es nur geht..



    antworten

  • 2016-03-07 18:45:43
    Wuffifass

    Zukunft ATX

    Die Genossen waren sehr erfolgreich darin potentielle Käufer als Spekulanten zu verunglimpfen.

    Sie haben auch zB österreichischen Unternehmen, die die Unternehmen im ATX besser kennen den etwaigen Kauf dieser Aktien (in einem Mischfonds) verboten indem sie nur mehr Wohnbauanleihen für den Gewinnfreibetrag akzeptieren.

    Gleichzeitig stellt sich die Wiener rotgrün Regierung schamlos vor die Presse und verkündet das Ende einer erfolgreichen CHF Kreditfinanzierung.

    Und niemand regt sich auf.

    Friedhof trifft es ganz gut, aber die bei Tradegate sind trotzdem ganz happy mit dem ATX glaube ich, ein sicheres Pferd wenn es abwärts geht.

    antworten

  • 2016-03-08 17:09:07
    Outperformance

    Zukunft ATX

    Vergleichsweise erfolgreich an der Wiener Börse ist hingegen der "ATX Consumer Products & Services Index" (AT0000A0QWU8). Allerdings zählen die Indexwerte auch nicht unbedingt zu den internationalen Börsenschwergewichten... Glaubt ihr, dass der ATX in abehbarer Zeit noch die 3000 Punkte-Marke erreicht?

    antworten

  • 2016-03-08 20:43:09
    big_mac

    Zukunft ATX

    Internationale Börsenschwergewichte gibt es in Österreich nicht.
    Mitglieder im Stoxx50 oder Eurostoxx50 ? Fehlanzeige - eine Folge des jahrzehntelangen faktischen Kommunismus.

    antworten

  • 2016-03-09 12:04:05
    noua

    Zukunft ATX

    sülz nicht rum

    fahr vor

    antworten

  • 2016-03-09 20:43:24
    Anthean

    Zukunft ATX

    Liegt vlt auch an der Größe des Landes. OMV ist immerhin eine miteleuropäische Größe, Andritz soweit ich weiß auch ganz angesehen. Wienerberger weltweit führend in der Ziegelproduktion.
    Ganz so schlecht simma auch nicht im "kommunistischen" Österreich ;)

    antworten

  • 2016-03-09 23:02:09
    big_mac

    Zukunft ATX

    Die Schweiz ist nicht größer, und Holland ist nicht viel größer. Beide haben Schwergewichte.
    Doch, es ist der Kommunismus.

    antworten

  • 2016-03-10 18:37:12
    Anthean

    Zukunft ATX

    Die Schweiz ist seit immer schon Finanzplatz, hat eine Weltwährung.

    Holland ist seit immer eine Handelsnation.

    antworten

  • 2016-03-10 18:51:52
    big_mac

    Zukunft ATX

    und was hat Österreich an beidem gehindert ?
    Ausser dem großkoalitionären Kommunismus, natürlich.

    antworten


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