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Rath-HV

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29. Juni 2014 22:35

Am Montag, 23. Juni 2014, um 10 Uhr fand auf Wolke 19 im Ares-Tower die Hauptversammlung der Rath AG statt. Es waren 75 Aktionäre mit 1,117.331 Aktien angemeldet, zu Beginn anwesend waren 30 Aktionäre mit 1,057.053 Aktien. Vor Beginn der Hauptversammlung gab es schon Kaffee (Nespresso) und Fruchtsäfte. Die HV selbst ging zügig vonstatten und war nach 1 1/4 Stunden schon zu Ende. Wir erfuhren vom starken Verdrängungswettbewerb, unsere deutsche Tochter hat an Marktanteil verloren, positiv war der Zuwachs bei unserer ungarischen Tochter. Rath sei überall dort stark, wo sie regional aufgestellt ist. Österreich zählt für Rath zur Region Osteuropa. Mit einem österreichischen Kunden wurde ein Hochofen entwickelt und in Gleisdorf installiert. Rath entwickle spezielle Öfen, die das Potential zeigen, mit den Kunden zu wachsen. Kunden würden unser Know-How schätzen, z.B. bei der Produktion von Glasfaserkabeln bei 1.550 Grad Celsius. Voriges Jahr hätten wir mit einem Qualitätsproblem zu kämpfen gehabt, damit einhergehend mit erhöhten Kosten. Feuerfest sei in Europa in der Konsolidierungsphase. Durch Veränderung des Versatzes des Tons haben wir diesen Bereich stabilisieren können, "27% Verlust" (Ausschuss?) wurde auf 8% reduziert, unser Ziel wurde noch nicht erreicht, es gibt noch Potential, sich zu verbessern.

Die Stilllegung des deutschen Werks sei am 29.7.2013 kommuniziert worden, 30 Mitarbeiter seien betroffen gewesen, die Kosten des Sozialplans betrugen 700.000 Euro, die Produktion wurde ins andere deutsche Werk verlegt.

2013 sei ein "Jahr der Konsolidierung" gewesen, die Mitarbeiterzahl sei um 9% gesenkt worden. Unser Leitsatz "margin over volume" zeitige erste Erfolge, erstmals sei eine Preissteigerung am Markt durchsetzbar gewesen. Der Markt sei gewillt, "für unser Top-Produkt einen entsprechenden Wert zu bezahlen". Der Auftragseingang von 6-7 Millionen Euro sei sehr erfreulich, er lasse uns "frohen Mutes in die Zukunft blicken". Die Produktionsauslastung sei zufriedenstellend, sehr gut ausgelastet seien wir bei Vakuumformteilen. Wir würden uns jetzt auf günstigere Produktion und auf Hochtechnologie konzentrieren. Durch die Einschränkungen der EU seien Anbieter wie Rath gefordert, bei Energie- und Umwelttechnik. Wir seien eine gesunde Gruppe, wo es sich lohnt zu investieren, in Premiumsegmenten, "die es in der Feuerfestindustrie in dieser Form sonst so nicht gibt". Im Jahr 2013 seien keine eigenen Aktien ge- oder verkauft worden.

Ein Aktionär fragte nach den ausgewiesenen Steuerrückzahlungen. Antwort: die haben wir in Deutschland bekommen, weil das voraussichtliche Ergebnis 2012 höher war als das tatsächliche, ausgezahlt wurde 2013. Weiters fragte er nach Berührungspunkten zur ebenfalls börsenotierten RHI, ob wir bei anderen Temperaturen erzeugen oder ähnliches, wo die Unterschiede liegen. Ein weiterer Aktionär hatte sehr ähnliche Fragen, bezüglich Überschneidungen zur RHI, wir Privataktionäre sind ja zum Grossteil keine Feuerfestexperten. Antwort: RHI sei ein Kunde der Rath-Gruppe, kein Konkurrent (nur in den seltensten Fällen Konkurrent), Rath sei einer der wesentlichen Lieferanten der RHI, Rath liefere (gewisse?) Magnesitsteine, die RHI selbst nicht produziert, man fertige für RHI spezielle Steine, die RHI selbst nicht im Portfolio habe. RHI sei ein großes Unternehmen, wir seien stark nischenbezogen, wir erzeugen individuelle Produkte und Qualitäten, es gebe selten Überschneidungen von Produkten unterschiedlicher Rohstoffbasis. "Eher Kooperation, Überschneidungen sehr selten".

Der Punkt Aufsichtsratsvergütung wurde runtergehudelt. Als Aktionär hätte man eigentlich erwartet, dass man unaufgefordert Aufklärung erfährt, wie viele Personen es im Aufsichtsrat gibt, wie viele Sitzungen es gegeben hat, und wie zeitaufwendig sie gewesen sind. Kein Wort erfuhr man. Bei diesem Punkt gab es als einzigem Punkt Gegenstimmen, und zwar standen 120 Nein-Stimmen 1,057.266 JA-Stimmen gegenüber, immerhin mehr als 0,01%. Symbolisch, aber muss wohl sein. Zu dem Punkt hätte man schon ein paar Worte verlieren können.

Weil wir die HV so schnell und reibungslos über die Bühne gebracht haben, war das Catering (Frederik´s) ziemlich überrascht, als wir überfallsartig beim Buffet gestanden sind. Es hat dann einige Zeit gedauert, bis die Speisen gebracht worden sind. Ein Plus waren Wein und Bier, das wir in Massen genießen konnten. Leider war das Buffet für vielleicht 10 Leute hergerichtet, aber nicht für 30, es gab nach den ersten drei mit Käse oder Aufstrich belegten Brotschnitten am Teller (je max. 5 x 3 cm, rechteckig ... mehr nimmt man sich ja nicht, wenn man nicht weiss, ob noch etwas nachgebracht wird, wenn man sieht, dass noch viele andere Leute etwas essen wollen) nichts mehr. Man hat genügsame Aktionäre gesehen, die die Dekorations-Orangenscheiben gegessen haben, oder die die Bröseln von den Broten aufgepickt haben. Es war halt, daran gibt es nichts zu rütteln: Enttäuschend. Ein halbwegs ausreichendes Buffet (muss ja nicht mehr sein als Brote, aber für 30 Leute ausreichend halt) wäre schon drin gewesen, für die treuen Aktionäre, die Rath durch die Durststrecke begleiten. Zu guter Letzt erfuhr man, dass "kein Kaffee mehr ausgeschenkt werden darf", den hätten wir aber gebraucht, nach doch relativ viel Alkohol auf nüchternen Magen. Also: NICHT GENÜGEND. Soll heißen: Nächstes Jahr geben sie sich etwas Mühe, um die letzten Aktionäre nicht zu verärgern.






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"Otto Normalinvestor" ist das Pseudonym eines BE-Lesers (Name der Redaktion bekannt)


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