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So lange man nicht in Aktien investiert, steigen deren Kurse

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18. Juni 2014 13:00

company aus dem BE


Zinsen sind wieder im Fokus der Märkte


Wenn es nach der EZB geht, brauchen wir uns die nächste Zeit keine Gedanken über steigende Zinsen und Renditen im Euroraum zu machen. Mario Draghi hat es klar beschrieben – „macht Euch keine Sorgen“. Und gerade weil es so klar formuliert wurde, misstrauen die Märkte dieser Sicherheit und legen jedes kleine Veränderungspotenzial sofort auf die berühmte Waagschale. Sie offenbaren damit die gespaltene Wahrnehmung unserer derzeitigen Kapitalmärkte.

Auf der einen Seite genügt es, wenn aus Londoner Regierungskreisen tönt, eher über eine Zinserhöhung in den kommenden Jahren nachzudenken, als über eine Senkung. Die ganzen Immobilienaktien fallen sofort, weil Investoren den Vorteil abgesicherter Mietrenditen dadurch schwinden sehen. Dass bei dem Kursrückgang nicht allein die englischen Immos betroffen sind, sondern eben die ganze Assetklasse Immobilienaktien pauschal leidet, spielt keine Rolle. Die Oberflächlichkeit offenbart sich zusätzlich dadurch, dass ja etliche dieser Unternehmen sich genau gegen Renditeanstiege abgesichert haben und es ihnen dadurch ja eher zum Vorteil als zum Nachteil geriert, wenn diese dann doch einmal zu steigen beginnen. Vorerst egal. Erkenntnisgewinn dann halt in der nächsten Etappe.

Auf der anderen Seite stehen auf einmal höhere Inflationsausweise. Nicht nur in USA steigt die Geldentwertung auch in Österreich deutet die aktuelle Zahl mit 1,8% wieder auf einen steigenden Trend und sollte sich damit vom europäischen Muster nicht entfernen. Die in den Inflationsparametern erkennbaren Ursachen lassen in Zukunft höhere Indikationen erwarten. Es sind wie von uns allen täglich gespürt die Bereiche Essen, Energie und Wohnen, die von der Statistik immer stärker für den Inflationsanstieg verantwortlich gemacht werden. Und die haben ihren Trend zur Teuerung nicht erkennbar umgekehrt, das geht noch weiter. Wie lange wird es daher noch dauern, bis man offensichtlich überhaupt nicht mehr über diesen Prozentsätzen in heimische Staatsanleihen investieren kann, wenn aktuell die 15-jährige Österreich-Anleihe bereits bei 1,90% rentiert? Den Bond-Markt stört dieses Phänomen scheinbar nicht.
An den Märkten herrscht eben das Zerrbild zwischen dem aktuell Notwendigen und dem zukünftig Erwartbaren. Aktuell ist es eben für Viele notwendig in Zinsträger zu investieren, das fordert deren Investmentregulativ. Bedeutet aber, dass sich die Erwartung einer längeren Phase unattraktiver Investments doch langsam zermürbend auf die Nicht-in-Aktien-Investitionspolitik auswirkt. Und genau deswegen, weil es eben diese Erwartungshaltung gibt, steigen die Aktienmärkte. Weil man weiß, dass irgendwann, wenn die Renditen unerträglich tief, Mario Draghi noch immer sein Wort wirken lässt und sich die Wirtschaft trotz aller Bedenken erholt, die Alternativen am Aktienmarkt die Dämme der jeweiligen Investitionsvorgaben brechen lassen werden und man endlich wieder bewusst in risikotragende Investments gehen wird. Weil man es einfach muss um überhaupt gegen steigende Kosten eine Chance zu haben.
Ein paradox anmutendes Phänomen tritt damit zutage: so lange man nicht in Aktien investiert, steigen deren Kurse.









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  • 2016-03-07 14:24:18
    Outperformance

    Zukunft ATX

    Der ATX notiert aktuell mit 2200 Punkten ungefähr am selben Niveau wie in den Jahren 2004/2005. Die Performance ist vielleicht für eine kommunistische Börse positiv, ansonsten aber leider doch ziemlich miserabel. Dazu kommt auch noch die Tatsache, dass es seit Jahren so gut wie keine Börsengänge gegeben hat. Im Unterschied dazu konnten der DAX, SMI, Dow Jones etc. seit der Finanzkrise teils erheblich zulegen und jeweils neue Allzeithochs erreichen. Der ATX hingegen ist von seinem Allzeithoch von 5000 Punkten im Jahr 2007 noch immer 127 % entfernt. Hat der österreichische Kapitalmarkt für die Anleger noch Zukunft?

    Austrian Traded Index

    3 Monate
    -9,20%
    lfd. Jahr
    -7,93%
    1 Jahr
    -13,40%
    3 Jahre
    -12,05%
    5 Jahre
    -22,11%

    antworten

  • 2016-03-07 14:32:40
    big_mac

    Zukunft ATX

    1. ist Wien eine kommunistische Börse.
    2. hat Wien von ca. 2003-2007 von der Ostphantasie gelebt, so wie davor um 1989-1991 auch schon. Dazwischen war Friedhof.
    3. Der Normalzustand der Wiener Börse ist Friedhofsruhe, den Boom der 90-er hat sie auch verschlafen. Alle 15-20 Jahre wird sie dann von internationalen Investoren entdeckt, Boom, Crash, Friedhof, usw.

    antworten

  • 2016-03-07 14:39:25
    Outperformance

    Zukunft ATX

    dank

    antworten

  • 2016-03-07 14:40:54
    Outperformance

    Zukunft ATX

    danke, sehr aufschlussreich! Wohin der ATX dann im Fall irgendeiner neuen Krise fällt, will ich aber nicht wissen!

    antworten

  • 2016-03-07 17:46:50
    big_mac

    Zukunft ATX

    Nach 9/11 ist er kaum gefallen, und das auch erst mit großer Verzögerung.

    antworten

  • 2016-03-07 14:39:29
    Martinuzzi

    Zukunft ATX

    Dass der ATX katastophal performt liegt auf der Hand, natürlich muss man auch die Gründe dafür anschauen:

    die 4 Schwergewichte Erste, OMV, Andritz und voest machen gemeinsam über 50% vom ATX aus, bis auf Andritz ist die Performance speziell vom Allzeithoch gemessen doch sehr bescheiden.

    Auch Raiffeisen, Telekom, ehemalig Schwergewichte sind stark eingebrochen.

    Insgesamt alles sehr volatile und Krisenanfällige Titel v.a. Banken und Industrie.

    Es gibt dabei einfach keinen "Fels in der Brandung" wie es v.a. beim SMI eine Roche, Nestle und Novartis sind. Auch die haben extremes Gewicht, sind aber deutlich kursstabiler.

    ATX ist kein Performanceindex, sprich Dividenden "senken" den Indexstand.

    Die Ostphantasie und die staatlich geförderte PV trugen ebenso zur Übertreibung am Hoch bei.

    und nicht zu vergessen die Politik tut ebenso ihr bestes, den Kapitalmarkt schlecht zu reden wo es nur geht..



    antworten

  • 2016-03-07 18:45:43
    Wuffifass

    Zukunft ATX

    Die Genossen waren sehr erfolgreich darin potentielle Käufer als Spekulanten zu verunglimpfen.

    Sie haben auch zB österreichischen Unternehmen, die die Unternehmen im ATX besser kennen den etwaigen Kauf dieser Aktien (in einem Mischfonds) verboten indem sie nur mehr Wohnbauanleihen für den Gewinnfreibetrag akzeptieren.

    Gleichzeitig stellt sich die Wiener rotgrün Regierung schamlos vor die Presse und verkündet das Ende einer erfolgreichen CHF Kreditfinanzierung.

    Und niemand regt sich auf.

    Friedhof trifft es ganz gut, aber die bei Tradegate sind trotzdem ganz happy mit dem ATX glaube ich, ein sicheres Pferd wenn es abwärts geht.

    antworten

  • 2016-03-08 17:09:07
    Outperformance

    Zukunft ATX

    Vergleichsweise erfolgreich an der Wiener Börse ist hingegen der "ATX Consumer Products & Services Index" (AT0000A0QWU8). Allerdings zählen die Indexwerte auch nicht unbedingt zu den internationalen Börsenschwergewichten... Glaubt ihr, dass der ATX in abehbarer Zeit noch die 3000 Punkte-Marke erreicht?

    antworten

  • 2016-03-08 20:43:09
    big_mac

    Zukunft ATX

    Internationale Börsenschwergewichte gibt es in Österreich nicht.
    Mitglieder im Stoxx50 oder Eurostoxx50 ? Fehlanzeige - eine Folge des jahrzehntelangen faktischen Kommunismus.

    antworten

  • 2016-03-09 12:04:05
    noua

    Zukunft ATX

    sülz nicht rum

    fahr vor

    antworten

  • 2016-03-09 20:43:24
    Anthean

    Zukunft ATX

    Liegt vlt auch an der Größe des Landes. OMV ist immerhin eine miteleuropäische Größe, Andritz soweit ich weiß auch ganz angesehen. Wienerberger weltweit führend in der Ziegelproduktion.
    Ganz so schlecht simma auch nicht im "kommunistischen" Österreich ;)

    antworten

  • 2016-03-09 23:02:09
    big_mac

    Zukunft ATX

    Die Schweiz ist nicht größer, und Holland ist nicht viel größer. Beide haben Schwergewichte.
    Doch, es ist der Kommunismus.

    antworten

  • 2016-03-10 18:37:12
    Anthean

    Zukunft ATX

    Die Schweiz ist seit immer schon Finanzplatz, hat eine Weltwährung.

    Holland ist seit immer eine Handelsnation.

    antworten

  • 2016-03-10 18:51:52
    big_mac

    Zukunft ATX

    und was hat Österreich an beidem gehindert ?
    Ausser dem großkoalitionären Kommunismus, natürlich.

    antworten


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