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Was bleibt ist die Erkenntnis, dass man politische Börsen nicht planen kann. Man kann ihnen nur ausweichen.

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9. April 2014 13:11

company aus dem BE company
Wir befinden uns in einem beschleunigten Meinungsumschwung an den Börsen. Mit dem Ende des ersten Quartals wurden wohl auch die Performance-Begehrlichkeiten ein wenig gestutzt, weil es gerade die Entscheidung für Gewinnmitnahmen war, die die auffälligste Grundlage hinter den aktuellen Kursrückgängen darstellt.

Jetzt könnte man natürlich sagen, dass die Ukraine-Thematik alleine schon Grund genug für Verkäufe darstellt, doch das ist nur die eine trübe Seite der Medaille, die andere glänzt nach wie vor. Was wir sehen sind nämlich keine reinen Exits, sondern Umschichtungen in andere Risikoklassen und Sektoren. Die Gewinne auf der einen Seite begründen das Investment auf der anderen. Investoren verkaufen Technologie und Biotech, weil sie auch toll gelaufen sind und kaufen dagegen Value-Aktien mit tiefen Kurs- zu Buchwert-Verhältnissen. Sie geben Banken und kaufen M&A-Kandidaten. Sie verkaufen CEE und kaufen Boring-Global. Oder sie verkaufen Europas Peripherie und stellen sich China wieder ins Portfolio. Wie ein Wechsel der Tanzstile beim Tanzwettbewerb. Dancing Stars am Börsen-Parkett. Das ist alles natürlich sehr kurzfristig motiviert, aber ein in Summe völlig logischer Prozess. Irgendwann muss mal Luft geholt werden dürfen und Gewinne auch genommen werden. Es wäre ja geradezu vermessen, zu erwarten, dass sich steigende Gewinne und Wachstumsraten ewig linear verhalten.

Ein Fehler wäre es allerdings zu vermuten, wir wären auf demselben Pfad wie 2000, als der Höhenflug der Nasdaq in einem ziemlich jähen Fall endete. 2014 ist nämlich anders. Der Anteil der Tech-Stocks am Gesamtmarkt ist weit geringer, die großen Unternehmen in Summe deutlich tiefer bewertet, und die Anzahl der Pleiten erfreulich gering. Das Einzige was als Vergleich bleibt, ist der Chart und da empfiehlt sich aber der Blick auf detaillierte historische Kursgrafiken - der „echte“ Höhepunkt der Nasdaq war intraday und lag deutlich, knapp 10%, über dem heutigen Niveau, 14 Jahre später.

Was bleibt ist der 100.000ste Gedanke an Russland und die Ukraine und die Erkenntnis, dass man politische Börsen nicht planen kann. Man kann ihnen nur ausweichen. Und das tut der Markt gerade.
Das Gute daran ist, dass die Investoren dadurch erneut auf die tiefergehenden und näher am Heimatmarkt liegenden Investmentstorys denken müssen. Man bemerkt dadurch vielleicht, dass es der Bauwirtschaft doch nicht so schlecht geht, Zykliker gerade am Weg zu globalen Marktpositionen sind, Immoaktien bis zu 40% unter dem Verkehrswert ihrer Immobilien notieren, dass Mergers mittlerweile bereits zur bevorzugten, weil schnellsten Art, Marktanteile zu gewinnen, geadelt wurden und dass Energiepolitik nichts mit Versorgungsposten zu tun hat. Es wird sich dadurch viel bewegen. Von der „Subventionitis“ über Realrenditebetrachtungen bis hin zu Value-Investments vor der eigenen Haustüre.

Eigentlich schon zynisch, dass Österreich gerade wieder so „riskant“ gesehen wird und in Wirklichkeit allein aufgrund der typischen „Value“-Selektionskriterien zu einem der attraktivsten Märkte zählt. Spannend wann sich die Erkenntnis durch die Furcht kämpfen wird.







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