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Steuerbetrug: Die Mär von der Billion ...

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21. März 2014 13:37



...bleibt eine Illusion. Auch wenn man sie noch so oft wiederholt.


Faymann tut es, Finanzstaatssekretärin Sonja Steßl tut es, der SPÖ-Finanzsprecher Jan Krainer tut es und auch der grüne Bruno Rossmann tut es: Alle sprechen sie von einer Billion Euro die Europa durch Steuerbetrug jährlich durch die Lappen geht. Allein, nur weil es alle tun heißt es noch lange nicht, dass die Zahl auch wirklich stimmt.

Politiker haben es leicht: Sie plappern einfach irgendetwas daher ohne den Wahrheitsbeweis antreten zu müssen. Eine diese dahergeplapperten "Weisheiten" ist die Geschichte von der Billion Euro, die Europa jährlich durch Steuerbetrug verliert. Was man mit so einer Billion alles machen könnte ...

Man könnte 2,857 Millionen Eigenheim mit einem Durchschnittspreis von rund 350.000 Euro bauen, man könnt die österreichischen Staatschulden auf einen Schlag zurückzahlen und hätte noch an die 750 Milliarden Euro auf der hohen Kante, man könnte ...

Ja so eine Billion bringt einen schon zum Träumen: Auch einen Bundeskanzler der Republik Österreich der gestern das Ende des Bankgeheimnisses, wohlgemerkt nur für Ausländer, unter anderem damit begründete, dass der automatische Datenaustausch von ausländischen Kontoinhabern dazu beitragen werde, den Steuerbetrug, der Europa jährlich eine Billion Euro koste, zu bekämpfen. Damit könne Geld für wichtige Wachstums-, Beschäftigungs- und soziale Projekte lukriert werden, meinte der Bundeskanzler.

Blöd nur dass die ganze Geschichte mit der Billion einen Haken hat, einen gewaltigen sogar. Einen Haken, den die Schweizer NZZ schon im Mai des vergangenen Jahres aufgedeckt hat. Laut NZZ ist die Billion "eine überzogene Schätzung, die noch dazu etwas anderes misst als die Resultate jener Praktiken, die mit ihr als Keule politisch bekämpft werden sollen." Die Schätzung stammt aus einem Papier des Briten Richard Murphy, "Direktor und einziger Mitarbeiter des Finanz-Blogs Tax Research" wie die NZZ schreibt. Erstellt wurde das Papier für die Fraktion der Sozialdemokraten im EU-Parlament. Der NZZ zufolge ist die "Methodologie der Arbeit fragwürdig, ganz zu schweigen davon, dass sie wissenschaftlichen Standards in keiner Weise entspricht, etwa nie von Fachleuten überprüft wurde."

Mehr dazu lesen Sie bitte hier: "Manipulierte Zahlen in der europäischen Steuerdebatte - Das Eine-Billion-Euro-Phantom" http://bit.ly/1fLZnOQ

Die NZZ-Recherche hindert Politiker verschiedenster Couleurs hierzulande allerdings nicht daran weiterhin mit der Billion haussieren zu gehen.

Der Grund ist ganz einfach:

1. Können Sie davon ausgehen, dass die NZZ nicht zur Standardlektüre der österreichischen Steuerzahler zählt .

2. Den Wahrheitsbeweis müssen sie ohnehin nicht antreten.

Im Unterschied zu uns Journalisten, die im Fall des Falles, einen solchen schon zur Hand haben sollten.






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