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Ben Bernanke´s Bomb: Dreht die FED den Geldhahn zu?

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1. August 2013 08:45



An den Aktienmärkten war der vergangene Juli ein sehr ruhiger Monat, der so richtig Freude gemacht hat. Der Aktienmarkt kannte nur eine Richtung – und zwar aufwärts. Die wichtigsten Aktienindizes legten zwischen 4% (DAX) und 5% (S&P500 und Eurostoxx50) zu. Dass unser globaler Aktienfonds Omikron 7 mit einem Plus von 5,8% wieder einmal die Nase vorne hatte und bei MorningStar in seiner Kategorie seit Mitte Juli auf Platz 1 liegt, freut mich natürlich ganz besonders.


Ende letzten Jahres nahm Ben Bernanke, der US Notenbankchef, in der Forbes Liste der einflussreichsten Persönlichkeiten Platz 6 ein, hinter Barack Obama, Angela Merkel, Vladimir Putin, Bill Gates und Papst Benedikt. Mein Tipp: Heuer wird er es in die Top 5 schaffen. In nur etwas mehr als einem Monat verursachte er die „Bernanke Bomb“, den „Bernanke Bounce“ und zuletzt die „Bernanke´s Balancing Acts“.

Bernanke´s Bomb

Blenden wir etwas mehr als ein Monat zurück. Mitte Juni ließ Bernanke die Bombe platzen. Die Federal Reserve Bank könnte – anhaltend gute Wirtschaftszahlen vorausgesetzt – daran denken, den Geldhahn wieder etwas zuzudrehen. Plötzlich wollte keiner mehr Anleihen haben – auch jene nicht, die kurz zuvor noch mit Begeisterung 10-jährige Staatsanleihen mit Renditen deutlich unter 2% gekauft hatten.

Aber Aktien wollte plötzlich auch keiner mehr – obwohl es den Unternehmen ja besser gehen sollte, wenn die Wirtschaft wieder schneller wächst. Panik! Die Wirtschaft erholt sich weiter – wer hätte das gedacht! Alles verkaufen! Das also war die berühmte „Bernanke Bomb“. Kaum eine Woche später war der Spuk auch schon wieder vorbei.

Verbales Zurechtrücken der ursprünglich gemachten Aussagen seitens des Chefs der Federal Reserve Bank führte innerhalb von nur drei Wochen dazu, dass sich die flatternden Nerven der Bondinvestoren wieder beruhigten und der US Aktienmarkt ein neues All Time High erklomm. Wer hätte das gedacht!

Bernanke´s Bounce

Ach ja – der Wirtschaft geht es ja ohnedies gut! Die Anleiherenditen werden sich nicht gleich wieder verdoppeln, weil sonst sind viele Staaten gleich pleite – gutes Argument! Ob man jetzt schon wieder Anleihen kaufen kann? Das also war der „Bernanke Bounce“.

Bernanke´s Balancing Acts

Wir alle kennen das Sprichwort: „Wie wasche ich mich, ohne mich nass zu machen?“ Eine Flut von Wenn’s und Aber’s – von „vielleicht“ oder „vielleicht auch nicht“ sind aus der Federal Reserve Bank zu hören. Ich bleibe dabei: Es müsste ein kleines Wirtschaftswunder geschehen, wenn die Fed noch heuer irgendetwas signifikant an ihrer Zinspolitik ändern würde.

Die gestern veröffentlichten Wachstumsraten für das GDP 2. Quartal von +1,7% sind dieses Wunder sicherlich nicht. Tatsache ist aber, dass die USA derzeit der einzige brauchbare Konjunkturmotor der Weltwirtschaft sind. Die Chinesen haben es mit einer Vielzahl von unterschiedlichen Problemen zu tun – und da ist das eigene Bankensystem wohl eines ihrer größten.

Ohne gut funktionierendes Bankensystem gibt es auch kein gesundes Wirtschaftswachstum. Das wissen erfahrene Volkswirtschaftler schon lange. Die Chinesen lernen es gerade. Und Europa – na ja, wir kennen die Geschichte ja schon. Sparen und neue Gesetze und Verordnungen schaffen - am Besten für den Finanzmarkt. Da sind ohnedies die schlimmsten Buben zu Hause.

Somit sind die Arbeitsplätze zumindest in der Politik und in der Verwaltung gesichert. Hoffentlich geht es unserer Verwaltung dann nicht einmal wie dem Lattenzaun in Christian Morgensterns berühmten Gedicht:“…. der Zaun indessen stand ganz dumm - mit Latten ohne was herum“.

Zu viel Optimismus beim Wirtschaftswachstum

Ich habe schon letzten Monat darauf hingewiesen, dass die Wirtschaftseinschätzung der Fed zu optimistisch ist. Alleine die Arbeitsmarktdaten sind noch immer viel zu schwach um ein Zurückführen des QE-Programmes denken zu können.

Die Fed ist in ihren Schätzungen von einem Wirtschaftswachstum für 2013 von 2,9% ausgegangen. Im ersten Halbjahr wird es wohl in etwa bei 1,7% zu liegen kommen. Das hieße aber, dass die US Wirtschaft im zweiten Halbjahr um rund 4% wachsen müsste um das Jahresziel von insgesamt 2,9% erreichen zu können.

In Anbetracht der jüngsten Wirtschaftszahl erscheint dies viel zu hoch gegriffen. Hinzu kommt noch, dass weit und breit keine Inflation in Sicht ist, die diesen Schritt auch nur näherungsweise rechtfertigen könnte.

Genießen wir also weiterhin den Sommer und lassen uns von grauen Gedanken an Zinserhöhungen nicht die gute Stimmung vermiesen. Die Aktienmärkte stehen – zumindest was die USA betrifft in der Nähe der All Time Highs und Europa hat sich börsentechnisch auch gefangen. Ich vermute, dass der August noch ruhiger werden wird als der Juli, denn große Störfaktoren sind derzeit nicht auszumachen. Ja, ich denke es gibt ihn doch noch – dem ruhigen Börsensommer.

Executive Summary

@ Die Fed wird ihre Zinspolitik vermutlich auch in den nächsten Monaten nicht ändern. Das Wirtschaftswachstum ist eindeutig noch zu niedrig und inflationäre Tendenzen sind nicht gegeben.

@ Entgegen aller Erwartung zeigt der US Dollar derzeit eine leichte Tendenz zur Schwäche gegen den Euro. Noch ist nichts Entscheidendes passiert – wenn ein Ausbruch über die 1,35 im August gelingt, könnten plötzlich sehr viele Investoren am falschen Fuß erwischt werden.

@ Die Grundtendenz an den Aktienmärkten sollte auch im August freundlich bleiben.

Den gesamten SCA Monatkommentar Juli 2013 finden sie wie gewohnt auf unserer Internetseite.

Wolfgang Schiketanz







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