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Krankenstandsmissbrauch in der Kündigungsfrist?

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08. Juli 2013 16:33

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WKOÖ-Präsident Trauner: Besuchsdienst der OÖGKK ist gefordert


Immer mehr Mitarbeiter, die ihr Unternehmen verlassen, lassen sich — obwohl ihnen nichts fehlt — während der Kündigungsfrist krankschreiben, kritisiert der Präsident der oberösterreichischen Wirtschaftskammer, Rudolf Trauner. "Das ist der Befund des WK-Service-Centers, bei dem sich beinahe schon täglich verärgerte Unternehmen melden, die sich mit diesem Sozialmissbrauchsklassiker konfrontiert sehen."

Zuletzt getroffen habe es einen metallverarbeitenden Betrieb aus dem Bezirk Eferding: Ein Mitarbeiter des Unternehmens, der relativ früh seine Kündigung aussprach, war vor und vor allem während der vierwöchigen Kündigungsfrist fast permanent im Krankenstand. Pikantes Detail: Der betroffene Arbeitnehmer erklärte der Geschäftsleitung süffisant, „dass er nicht wirklich krank sei, der behandelnde Arzt aber eine andere Meinung habe“.

Dies ist leider kein Einzelfall. Immer mehr Betriebe müssen tatenlos zuschauen, wie sich ausscheidende Mitarbeiter völlig grundlos und ganz gezielt für die gesamte Kündigungsfrist — natürlich bei fortlaufenden Bezügen — krankschreiben lassen. Statt die Kündigungsfrist zur Jobsuche, zur Einschulung des Nachfolgers oder zum geordneten Abgang aus dem Betrieb zu nutzen, macht man auf Kosten des Arbeitgebers und der Kollegen blau. Dass der Betrieb und letztlich auch der Sozialstaat durch einen derartigen Sozialbetrug Schaden nehmen, kümmert die Betroffenen dabei wenig. Schließlich hat man nichts mehr zu verlieren, da man ohnehin bald in einer neuen Firma anfängt.

WKOÖ-Präsident Rudolf Trauner spricht von einer schlechten Gewohnheit, die er nicht mehr länger tolerieren will. Er kündigt deshalb an, den Krankenbesuchsdienst der OÖGKK auf diese Fälle vermehrt ansetzen zu wollen. Auch jene wenigen, aber in der Regel ortsbekannten Ärzte, die diesen Sozialmissbrauch durch eine lockere Krankschreibepraxis unterstützen, werden zukünftig persönlich kontaktiert bzw. der Ärztekammer namhaft gemacht. Das sei man laut Trauner jenen vielen Arbeitnehmern und Ärzten schuldig, die sich seriös und korrekt verhalten.

Auch eine legistische Maßnahme könnte nach Ansicht der WKO Oberösterreich hier eine gewisse Abhilfe schaffen: Dienstgebern sollte es in Zukunft möglich sein, den ausscheidenden Mitarbeiter während der Kündigungsfrist einseitig zum Verbrauch des Resturlaubes verpflichten zu können.





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  • 2013-07-10 12:44:24
    Otto Normalinvestor

    na ja,

    wird sich wohl einiges aufgeschaukelt haben in dem Betrieb, und der Arbeitnehmer wird nicht wirklich Lust haben, dem Dienstgeber brühwarm seine Krankheit zu verraten. Muss er auch nicht. Aber die Neugier vieler Dienstgeber kennt keine Grenzen.

    Verlieren kann der Dienstnehmer immer noch was, nämlich seinen guten Ruf, das steht dann verklausuliert im Dienstzeugnis drinnen.

    Dass Druck auf die Ärzte ausgeübt wird, finde ich nicht okay. Mir hat einmal ein Arzt gesagt, er tut sich schwer, mir das zu verschreiben, was ich brauche, weil er schon auf der Beobachtungsliste der Krankenkasse steht, er in seiner Praxis schon zuviel verschrieben hat in diesem Jahr, er hat Angst, den Kassenvertrag zu verlieren.

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