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Euro stark, Kurse hoch, Vola niedrig: 2013 macht sich schon beliebt.

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01. Februar 2013 11:11



Der erste Monat des Jahres 2013 verlief recht eindrucksvoll. Wenig überraschend legte der US Markt – gemessen am S&P 500 – nach Überwindung des „Fiscal Cliff“ mit +5% deutlich zu. In Europa probten die Underdogs des Jahres 2012 den Aufstand. Während der DAX und der Eurostoxx50 jeweils nur etwas mehr als 2% zulegen konnten, hatten Italien und Großbritannien mit jeweils +7% und vor allem die Schweiz mit +8% die Nase vorne. Der MSCIWorld (EUR) legte rund 3% zu. Mit 6,8% Kursgewinn im Jänner lag unser globaler Aktienfonds Omikron 7 über der Performance der Mainstream-Märkte.


Diese Entwicklung war bereits Ende 2012 abzusehen. Der vordergründige Auslöser kam klar aus der Währungsecke. Meist mit äußerst geringen Tagesschwankungen – und somit zunächst von den meisten völlig unbemerkt – zog der Euro seit November 2012 stetig an. Und zwar nicht nur gegenüber dem US-Dollar, sondern auch gegenüber den anderen Hauptwährungen, vor allem dem Britischen Pfund, dem Yen und nicht zuletzt auch dem Schweizer Franken. Das trifft vor allem die vom Export abhängigen Länder wie Deutschland besonders stark. Durch die starke Bindung der lokalen asiatischen Währungen (allen voran der chinesischen Währung) an den US-Dollar werten diese auch automatisch gegenüber dem Euro ab, wenn der US-Dollar fällt. Somit sind auch die Asienexporte der europäischen Produzenten von der US-Dollar Abwertung betroffen.

Aus makroökonomischer Sicht machen diese Währungsbewegungen für mich keinen Sinn – aber darum geht es ja scheinbar gar nicht. Ich gewinne den Eindruck, dass es in Wahrheit um einen Abwertungswettlauf der großen Währungen untereinander geht, bei dem der Euro leider den Kürzeren ziehen wird, weil er scheinbar alle gegen sich hat.

Wem nützt eine Aufwertung des Euros?

Zunächst einmal den Großexporteuren USA und Japan. Vor allem die Exportwirtschaft Japans hat jahrelang unter dem starken Yen gelitten. Die wirtschaftlich schwachen Länder Südeuropas profitieren ebenfalls von der Euro Stärke, da sie erstens ohnedies keine Exportweltmeister sind und zweitens Anleihen dieser Länder durch das Aufwertungspotential des Euros für ausländische Käufer um Einiges interessanter und daher leichter im Ausland platzierbar werden. Bleibt dann noch zu guter Letzt die Schweizer Nationalbank. Ihre riesigen Eurobestände, die sich durch das monatelange Halten des Schweizer Franken über der Marke von 1,20/EUR angehäuft haben, werfen plötzlich Milliardengewinne ab.

Und was macht die EZB?

Scheinbar ist auch die EZB mit dieser Entwicklung zufrieden, denn sie erreicht damit, dass der Inflationsdruck geringer wird. Vor allem für die Rohstoffimporte ist dies von entscheidender Bedeutung, da diese mehrheitlich in US-Dollar abgerechnet werden. Alle freut es also – bis auf die europäischen Exportländer. Hier werden vor allem die kleineren Exportbetriebe betroffen sein, denn die großen Konzerne produzieren ohnedies schon längstens meist dort, wo es am günstigen ist. Und das ist sicherlich nicht bei uns in Europa. In Wahrheit trifft es also dann nur mehr die in Euro bewerteten Gewinne der Auslandstöchter, die unter Druck kommen werden. Es ist also nicht ganz so schlimm.

Neben der offensichtlichen Entwicklung an den Währungsmärkten kam es im Januar zu einer merklichen Veränderung in der Berichterstattung in den Finanzmedien. Anstatt ständig von bevorstehenden Finanzkatastrophen zu berichten, stehen plötzlich wieder Unternehmensnachrichten im Vordergrund der Berichterstattung. Nachdem das „Fiscal Cliff“ endlich abgehakt war, verzeichnete der US Aktienmarkt in der ersten Handelswoche die stärksten Mittelzuflüsse seit September 2007 - nämlich 22,2 Mrd. Dollar! Und der Markt beschäftigt sich wieder mit Investitionsgelegenheiten anstatt mit panischer Verlustvermeidung.

Was bedeutet dies für die Aktieninvestments des Jahres 2013?

Unter der Voraussetzung, dass es keine groben politischen Unfälle in Europa gibt, werden wir das ganze Jahr über mit einem tendenziell steigenden Euro konfrontiert sein. Das bedeutet nachlassende Gewinndynamik vor allem bei den großen deutschen Industriewerten und daher eine tendenziell stärkere Berücksichtigung von südeuropäischen Titeln, die günstiger bewertet sind. Die USA bleiben Thema Nummer eins – solange die Investoren nicht darauf vergessen, ihre Dollar Investitionen auch gegenüber dem Euro abzusichern.

Japan wird interessant bleiben – allerdings könnte sich nach der anfängliche Freude über die Abwertung des Yen bald Ernüchterung im Hinblick auf den strukturellen und jahrelang aufgestauten Reformbedarf im japanischen Wirtschafts- und im Sozialsystem einstellen. Die chinesische Wirtschaft scheint wieder stärker zu wachsen, sodass auch von hier weltweit wirkende Wachstumsimpulse ausgehen werden.

Insgesamt wird das Wirtschaftswachstum weltweit nur sehr schleppend anziehen. Diese Tatsache wird uns vermutlich auch vor großen Übertreibungen an den Börsen schützen, da die Unternehmensgewinne sich nur langsam steigern lassen werden. Die sehr niedrige Volatilität der letzten Monate lässt auch für das Jahr 2013 die Vermutung zu, dass Gewinne an den Aktienbörsen nicht durch hektisches Trading, sondern durch ruhiges und nachhaltiges Investieren in sorgsam ausgewählte Einzeltitel zu erzielen sein wird. Niedrige Volatilitäten bedeuten schlechte Zeiten für Indexzocker aber gute Zeiten für Stockpicker.

Executive Summary

@ Für 2013 ist mit einem tendenziell weiter steigenden Euro zu rechnen.

@ An der Zinsfront wird es 2013 weiterhin ruhig bleiben. Änderungen der Zinslandschaft sind weit und breit nicht in Sicht.

@ Die Unternehmensgewinne werden 2013 nur verhalten ansteigen – für die Aktienbörsen bedeutet dies ein konstantes Aufwärtspotential, welches durch die weltweit niedrigen Zinsen ständig neue Nahrung erhält.

@ Das Investmentgeheimnis für 2013 wird aufgrund der niedrigen Volatilitäten in ruhigem und nachhaltigem Investieren liegen und nicht in hektischen Indexspielereien. Kurzfristige heftige Schwankungen, die wahrscheinlich ausschließlich politische Hintergründe haben werden, sollten den Investor nicht von ihrer wohl überlegten Grundstrategie abweichen lassen.

Wolfgang Schiketanz







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