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Marktausblick Rentenmärkte

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28. November 2014 11:56

USA

Die nächste Woche ist eher spärlich mit relevanten Konjunkturdaten besetzt. Es werden vor allem Indikationen zum Immobilienmarkt veröffentlicht. Den Auftakt machen die Verkäufe bestehender Häuser am Dienstag. Nach dem kräftigen Anstieg im November dürfte sich das Aufwärtstempo im Dezember zwar spürbar abgeschwächt haben, der Trend bleibt allerdings weiter klar aufwärts gerichtet. Ebenso sollte es auch mit den Neubauverkäufen (Fr) weiter nach oben gehen, die sich seit Sommer 2011 in einem Aufwärtstrend befinden. Abgerundet wer- den dürfte das positive Bild vom Immobilienmarkt mit dem FHFA Hauspreisindex (Mi). Dieser hat im November wohl den zehnten Anstieg in Folge verzeichnet. Außerdem steht am Dienstag mit dem Richmond Fed Index noch das dritte wich- tige regionale Stimmungsbarometer für das Verarbeitende Gewerbe an. Sollte es hier wie schon beim Empire State Index und beim Philadelphia Fed Index einen Rückgang geben, wird wohl auch der ISM Index im Jänner rückläufig sein.

Die Rendite 10jähriger US-Staatsanleihen notierte am Freitag kaum verändert zur Vorwoche bei 1,86 %. Der seit Mitte November 2012 bestehende Aufwärts- trend der Rendite ist damit zwar weiter intakt, die Marke von 2 % scheint aber trotz der starken Aktienmarktentwicklung und unter dem Strich eher positiver Kon- junkturdaten noch außer Reichweite zu liegen. Wir gehen weiter davon aus, dass die Rendite auch in den nächsten Monaten die 2%-Marke nicht nachhalti- gen überspringen wird können, denn die Schlammschlacht um die Anhebung der Schuldenobergrenze hat allemal das Potenzial, bis Ende Februar zu eskalieren. Das würde Risky Assets kurzfristig unter Druck bringen und für einen vorüberge- henden Renditerückgang unter 1,7 % reichen. Dementsprechend würde sich bei einem vorübergehenden Renditeanstieg in den nächsten Tagen/Wochen deutlich über 1,9 % sogar ein kurzfristiger spekulativer Kauf anbieten. Wir warten aktuell auf eine solche kurzfristige Kaufgelegenheit und bleiben bis dahin kurzfristig neutral positioniert.



Eurozone

In der abgelaufenen Woche wurde einmal mehr der konjunkturell schwache Aus- klang des letzten Jahres bestätigt. Der nochmalige Rückgang der EUR Industrie- und Bauproduktion im November untermauert unsere Prognose einer verschärf- ten Rezession im Abschlussquartal. Doch die volle Konzentration der Marktteil- nehmer gilt völlig zu Recht bereits den Konjunkturaussichten für das laufende Jahr. Entscheidender als Produktionsdaten der vergangenen Monate sind somit Konjunkturfrühindikatoren. Insofern werden die kommenden Tage spannend, im- merhin werden die wohl meist beachteten Konjunkturumfragen für den Euroraum veröffentlicht. Diese haben zuletzt mehr oder weniger deutlich gedreht. Vor al- lem Indizes wie der Sentix, der ZEW und die ifo-Erwartungen, welche eine Än- derung der Wirtschaftsdynamik am frühesten signalisieren, haben sich deutlich verbessert. Umfragen bei Unternehmen (Einkaufsmanagerindizes, Geschäftskli- maindikatoren), welche die aktuelle bzw. unmittelbar bevorstehende Wirtschafts- aktivität sehr gut abbilden, hinken noch deutlich hinterher. Diese weisen oft erst eine Stabilisierung auf niedrigem Niveau aus, ein Aufwärtstrend ist mehr eine Hoffnung für die Zukunft. Bei den anstehenden Umfragen erwarten wir in Summe eine Fortsetzung des beschriebenen Musters: Bei den meisten Einkaufsmanager- indizes (PMI), dem französischen und belgischen Geschäftsvertrauen sowie dem EUR Konsumentenvertrauen, sollte ein kleiner Anstieg verbucht werden. Der ifo- Gesamtindex bleibt wohl aufgrund der Eintrübung der aktuellen Lage unverän- dert. Der PMI-Dienstleistungsindex für Deutschland dürfte nach dem Sprung nach oben im Dezember dieses Mal einen Rücksetzer erfahren. Der deutsche ZEW Index (Erwartungen) sowie die Teilkomponente der ifo-Umfrage zur erwarteten zu- künftigen Entwicklung dürften sich dagegen deutlich verbessern.

Da die konjunkturelle Trendwende, welche vielerorts (und auch von uns) bis zur Jahresmitte erwartet wird, selbst durch Frühindikatoren noch keineswegs abgesi- chert ist, wird der Rentenmarkt sehr sensibel auf die anstehenden Daten reagie- ren. Enttäuschungen sollten beispielswese die Rendite deutscher Anleihen deut- lich fallen lassen. Verbesserte Ergebnisse – wie von uns prognostiziert – sind als Bestätigung der letzten Marktbewegungen zu sehen. Deutliche Anstiege werden die Renditen deutscher Anleihen nochmals merklich nach oben treiben.

Am Primärmarkt planen in den nächsten Tagen die Slowakei, die Niederlande und Deutschland Anleiheemissionen. Die Niederlande, Frankreich, Spanien und Malta auktionieren zudem Geldmarktpapiere.






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