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Aktien: Mit guten Chancen ins neue Jahr

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15. Jänner 2013 18:19


EZB rettete das Aktienjahr 2012
Die Entwicklung an den Aktienmärkten gestaltete sich 2012 in Summe gesehen überaus positiv. So stiegen die Börsen zu Anfang des Jahres in Antizipation einer sich bessernden Konjunktur überraschend stark, insbesondere nachdem diese Erwartung auch durch Wirtschaftsdaten aus den USA, Deutschland und den Schwellenländern bestätigt wurde. Als treibende Faktoren fungierten nicht zuletzt die beiden von der EZB lancierten langfristigen Finanzierungsgeschäfte (LTROs). Diese entspannten temporär die Lage am Interbankenmarkt, was ein schlimmeres Einbrechen der Konjunktur verhinderte, reichten aber nicht für eine nachhaltige Belebung der Wirtschaft aus. Und so sorgten eine neuerliche Eintrübung der Wirtschaftsaussichten und eine schwache Entwicklung bei den Unternehmensgewinnen dafür, dass das zuvor gewonnene Terrain bis Anfang Juni beinahe zur Gänze wieder abgegeben wurde. Ersten Stabilisierungstendenzen im Juni folgte eine konträr zu den makroökonomischen Indikatoren verlaufende Sommerrallye, welche jedoch von sehr geringem Volumen getragen war. Wegbereiter dieser Erholungsbewegung war EZB Präsident Mario Draghi, der im Sommer klarstellte, dass alle der EZB zur Verfügung stehenden Mittel zur Sicherung des Euro eingesetzt werden. Die geringe Partizipation der Marktteilnehmer an der Sommerrallye resultierte auch daraus, dass der eigentliche Beschluss des EZB-Rats, nämlich künftig unbegrenzt Anleihen kriselnder Euro-Staaten aufzukaufen, erst Anfang September zustande kam.

Fed mit zusätzlicher Unterstützung
Mit der Lancierung eines weiteren Anleiheankaufprogramms (QE3), welches dezidiert auf eine Verbesserung der Arbeitsmarktlage abzielt, setzte auch die US-Notenbank kurz darauf ihren Kurs der monetären Lockerung fort. An der Börse wurden diese Maßnahmen mit Applaus begrüßt, und die US-Indizes markierten in der Folge sogar ihre Jahreshöchststände. Im Zuge des US-Wahlkampfes flaute die Stimmung an den Märkten aber erneut ab, was sich mit der Wiederwahl von Obama und der im Anschluss in den Fokus rückenden Fiscal Cliff-Problematik noch verstärkte. Erst Mitte November erreichten die Märkte wieder ein Niveau, das Investoren zum Einstieg lockte und die jüngste Aufwärtsbewegung ein-leitete, die wiederum viele europäische Indizes auf Jahreshöchststände hievte.

Anhaltender Stimulus hilft
Den mittelfristigen Ausblick betreffend sehen wir die Aktienmärkte weiterhin von den geldpolitischen Maßnahmen der Notenbanken gestützt. Zudem glauben wir an eine „marktfreundliche“ Übereinkunft zur Umschiffung des Fiscal Cliffs. Bis zur
endgültigen Lösung könnten diesbezügliche Diskussionen jedoch vereinzelt die Märkte belasten, da das Ausbleiben einer Einigung die US-Wirtschaft 2013 beinahe sicher in eine neuerliche Rezession stürzen würde. Dieser Unsicherheit begegnet das Gros der Unternehmen mit einer verhaltenen Investitionspolitik. Vielmehr rückt für sie die Verteidigung der hohen Gewinnmargen in den Vordergrund. Die jüngste Berichtssaison zum 3.Quartal macht aber deutlich, dass die Unternehmen auch in einem schwierigen Umfeld solide Ergebnisse liefern können. Jedoch konnten im Vergleich zu den Vorquartalen deutlich weniger Unternehmen die Schätzungen der Analysten übertreffen und die Ausblicke der Manager gestalteten sich angesichts der Fiscal Cliff-Unsicherheit zunehmend vorsichtiger. Im Gegensatz zu den meisten europäischen Ländern erhoffen die USA einen guten Teil der Schulden- bzw. Haushaltskonsolidierung über stärkeres zukünftiges Wirtschaftswachstum bewältigen zu können. Nicht zuletzt deshalb rechnen wir mit einer konstruktiven Lösung in Punkto Fiscal Cliff. Einen weiteren Pluspunkt für die USA bildet die nunmehr deutlich spürbare Erholung am Häusermarkt. So haben steigende Hauspreise und Aktienkurse die Vermögenslage der Amerikaner in jüngster Vergangenheit deutlich verbessert. Damit nimmt auch die Konsumneigung zu, und selbst die vor der Krise beliebte zusätzliche Beleihung von Eigenheimen zu Konsumzwecken befindet sich wieder im Aufschwung.

Europa abhängig von USA und Asien
In Europa hingegen dürfte die wirtschaftliche Entwicklung aufgrund der fortbestehenden Schuldenproblematik in den Peripherieländern auch im neuen Jahr äußerst gedämpft verlaufen. Damit sind die europäischen Unternehmen verstärkt auf das Wachstum in den USA und Asien angewiesen. In China scheint der jüngste Regierungswechsel für positive Impulse zu sorgen.

Gewinnschätzungen realistischer
Weltweit macht sich nichtsdestotrotz die verbleibende Konjunkturskepsis in den Gewinnschätzungen der Analysten bemerk-bar. So wurden die Gewinnschätzungen für 2013 im Laufe der letzten sechs Monate über alle Regionen hinweg deutlich nach unten revidiert. In Europa und den USA sollten die Unternehmensgewinne damit 2013 um rund 9,5 % wachsen, was einer Prognose-Kürzung von 8,5 bzw. 5,9 Prozentpunkten entspricht. Für die Emerging Markets wird eine Gewinnsteigerung von rund 12,8 % erwartet, während vor sechs Monaten noch knapp 20 % für 2013 prognostiziert wurden.

Aktienausblick positiv, Europa favorisiert
Bei unseren Aktienmodellen führt die sich verbessernde Konjunkturdynamik trotz
schwacher Ausgangslage zu einer positiven Einschätzung der zukünftigen Kursentwicklung an den Aktienmärkten. Verstärkt wird diese Meinung durch die noch immer vorhandene Aktienuntergewichtung in vielen Mischmandaten, welche im Rahmen einer Neuausrichtung anlässlich des Jahreswech-sels Käufe auslösen könnte. Zusätzliche Unterstützung bekommen die Märkte, welche im aktuellen Nachkrisenumfeld noch immer stark von politischen Entscheidungen abhängig sind, von der anhaltend proaktiven Haltung bei Politikern und Notenbankern. Vor diesem Hintergrund haben wir in unserer Asset Allocation eine Aktienquote von 70 % gewählt und auch bei der Aktienauswahl auf dynamischere Titel gesetzt. Regional präfe-rieren wir aufgrund der günstigeren Bewertung Europa zulasten der USA. In den übrigen Märkten sind wir in etwa neutral gewichtet.

Zyklische Unternehmen bevorzugt
Aufgrund des derzeit positiv gesehenen Marktumfelds haben wir Finanzwerte wieder stärker gewichtet. Ein Grund dafür liegt auch darin, dass viele Marktteilnehmer noch immer in diesem Sektor unterinvestiert sind, was angesichts der guten Sektorperformance zunehmend schwieriger argumentiert werden kann. Potenzial orten wir des Weiteren bei zyklischen Konsumwerten und im Technologiebereich. Für Energie- und Rohstofftitel sehen wir angesichts steigender Öl-Förderkosten (immer schwieriger zu erschließende Vorräte) und gleichzeitigem Lohndruck (z.B. Arbeitnehmerproteste in Südafrika) ein schwierigeres Umfeld. Entsprechend ist unsere Positionierung diesem Bereich vorsichtiger gewählt.





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