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16. Jänner 2013 07:30
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Wer sind ihre Favoriten bei der Verleihung des diesjährigen Polit-Oscar?
Wie sie vielleicht mitbekommen haben, feiert der österreichische Film in Hollywood derzeit große Erfolge. Die anstehende Preisverleihung möchte ich zum Anlass nehmen, besondere schauspielerische Leistungen in der österreichischen Politik des vergangenen Jahres zu würdigen. Sie bilden die Preisträger der "etwas anderen Oscarverleihung".
Bester Hauptdarsteller:
Ernst Strasser als gespaltener Doppelagent im Bestechungsthriller "Of course I am a lobbyist". Der Darsteller brilliert darin durch gewiefte Wortwendungen ("My political is in the center of the political"), die zur Verwirrung aller Beteiligten beitrugen.
Beste Hauptdarstellerin:
Gabriele Burgstaller für ihre äußerst sentimentale Darstellung der überrumpelten "Tränen-Gabi" im aufwühlenden Zockerdrama "Ich weiß nicht, was du seit 2001 getan hast".
Bester Nebendarsteller:
David Brenner für seine aufopfernde Rolle als uninformierte "Schachfigur" im selbigen Zockerdrama.
Ehrenvolle Erwähnung: Eduard Paulus mit seiner Darstellung des nichtsahnenden und völlig zu Unrecht verunglimpften "Bauernopfers".
Beste Nebendarstellerin:
Maria Vassilakou für die brachiale Umsetzung ihrer Ökopolitik und ihre sonderbare Vorstellung von direkter Demokratie im rot-grünen Beziehungsdrama "Nur über meine Leiche".
Beste Maske:
Alfred Mensdorff-Pouilly in seiner Figur als unterbezahltes ("Ich war mehr wert als ich bezahlt bekommen habe") und unterbelichtetes ("Ich wäre zu blöd gewesen, um das alles zu durchschauen") Unschuldslamm im Anti-Korruptions-Film "Der Graf von Cayman Island".
Bestes Drehbuch:
Die FPÖ in ihrem tragisch-komischen Verwirrspiel "Wir sind die neuen Juden". Diese und weitere eklatante Blödheiten gehören mittlerweile zum Standardrepertoire im Drehbuch der Bundespartei. Die FPÖ glänzt darin durch besonders sinnfreie Bemerkungen, hartnäckige Verdrehungen der Opfer-Täter-Rollen und dummdreiste Leugnung fragwürdiger Absichten (als etwa Strache und Vilimsky den antisemitischen Gehalt einer veröffentlichten Hetzzeichnung nicht erkennen wollten und den Kritikern ihrerseits Antisemitismus vorwarfen).
Bester fremdsprachiger Film:
Frank Stronach als unbestechlicher, politikverdrossener und - vor allem - redefreudiger Multimillionär im soziokulturellen Verständigungsdrama "Lost in Translation". Ein wahrer Redeschwall toste durch das ZiB-Studio, als Stronach seine Widersacher mit Wortgewalt diskreditierte ("Von Wirtschaft verstehst du gar nix") und seine Botschaft verkündete ("Ich bin die Person, die die Werte vorgibt"). Höchst amüsant waren auch immer die knappen Einwürfe der Gesprächspartner: "Herr Stronach, Sie müssen mich eine Frage stellen lassen, sonst ist es kein Interview".
Und weil es so schön war, hier noch einige Abstrusitäten unseres austrokanadischen Neopolitikers:
-"Ich sag’ eigentlich zu allen Du, nur zu alten Frauen sag’ ich Sie"
-"Wollen Sie streiten mit mir? Sie wollen streiten mit mir!"
-"Ich setze eine Bewegung in Bewegung"
Und so dürfen wir uns auch 2013 auf skurrile Perlen der österreichischen Sprachkultur und schauderhafte Performances unserer Polit-Künstler freuen.
Wer sind ihre Favoriten?
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