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US-Arbeitsmarkt weiter stabil – Notenbank vor Kurswechsel in 2013

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04. Jänner 2013 15:15



Warum der US-Dollar zu den Gewinnern des Jahres 2013 gehören sollte


Die neu geschaffenen Stellen außerhalb der Landwirtschaft mit 155.000 im Rahmen der Erwartungen und eine Arbeitslosenrate von 7,8 Prozent auf dem Niveau der Vormonate haben die Finanzmärkte lediglich bestätigend zur Kenntnis genommen. Ausreißer in die eine oder andere Richtung werden sie aber in den nächsten Monaten noch stärker bewegen, denn diese wohl schon seit Jahrzehnten wichtigste Zahl beeinflusst in Zukunft mehr denn je die Geldpolitik der wichtigsten Notenbank der Welt und ist damit wegweisend für die Entwicklungen vor allem für Dollar, Euro, Pfund und Yen.

Es war schon ein wenig überraschend, im Sitzungsprotokoll der US-Notenbank vom Treffen Mitte Dezember zu lesen, dass man sich im Offenmarktausschuss so gar nicht einig darüber war, wie stark und wie lang die geldpolitischen Lockerungsmaßnahmen zur Ankurbelung der Wirtschaft noch notwendig sind. Hatte man doch am Ende der Sitzung beschlossen, das Volumen des in den Markt gepumpten Geldes durch Anleihekäufe ab Januar mit nun 85 Milliarden US-Dollar mehr als zu verdoppeln. Gut und gerne hätte man sich ja vielleicht ohne größere Diskussionen auch auf eine geringere Summe einigen können, aber halt wie wir es von den Amerikanern kennen, wenn, dann schon eine Nummer größer als alle anderen.

Diese Politik hat allerdings auch einen Haken. Denn wenn man zu stark beschleunigt, muss man auch stärker wieder auf die Bremse drücken, um zum Stehen zu kommen. Erste Bremsspuren wurden schon in der Enttäuschung der Finanzmärkte auf die Veröffentlichung des Sitzungsprotokolls sichtbar. Es bleibt abzuwarten, wie die Reaktion dann auf einen tatsächlichen Kurswechsel der US-Notenbank ausfallen wird. Zwar hat man sich bei den Leitzinsen auf ein langfristig sehr niedriges Niveau festgelegt, indem man diese an die Arbeitslosenrate gekoppelt hat. Denn auch ich gehe nicht davon aus, dass diese Rate in den nächsten zwölf Monaten auch nur in die Nähe der avisierten 6,5 Prozent kommt. Allerdings wäre es auch schon ein Kurswechsel mit Folgen für die Finanzmärkte, sollte der Offenmarktausschuss im Laufe dieses Jahres, wovon ich ausgehe, ein Herunterfahren der Anleihekäufe ankündigen oder eines der beiden Programme zu einem bestimmten Zeitpunkt für beendet erklären. Denn tut sie dies vor allen anderen wichtigen Notenbanken der Welt, wovon ich auch ausgehe, führt dies zu Kapitalumschichtungen in den US-Dollar, wovon wir in den letzten Tagen nur den Anfang und einen sehr kleinen Teil gesehen haben.

Noch am Mittwoch war der Euro gegenüber dem Greenback aus Freude über den Haushaltskompromiss über 1,33 USD geklettert, aber wie von mir erwartet hielt diese Freude nur kurz und nun, auch in Reaktion auf das interessante Sitzungsprotokoll vom Donnerstag Abend und dem heutigen Arbeitsmarktbericht, ging es wieder in Richtung 1,30 US-Dollar. Dieser Trend sollte sich meiner Meinung nach fortsetzen, beschleunigen könnte ihn in den nächsten Wochen noch zusätzlich eine Korrektur der Aktienmärkte, die ich für sehr wahrscheinlich halte. Damit wäre der Weg bis zumindest auf die Tiefs aus dem November bei unter 1,27 EUR/USD frei, kommt der Kurswechsel der Fed, auch bis zur Marke von 1,20 EUR/USD. Das hängt natürlich auch von der weiteren Geldpolitik der Europäischen Zentralbank ab, mit jedem weiteren Lockerungsschritt sorgt auch sie für Kapitalflüsse raus aus dem Euro rein in den US-Dollar.

Gleiches gilt für den Kurs der Bank of England und damit für den Kurs des US-Dollar gegenüber dem Britischen Pfund. Auch hier erwarte ich aufgrund der wenn überhaupt gerade einmal stagnierenden britischen Wirtschaft in 2012 und der auch nur sehr mauen Aussichten für das laufende Jahr eher eine weiter expansive Geldpolitik, welche das Pfund schwächt. Je nachdem wie hoch das Minus-Wachstum im vierten Quartal 2012 und damit die Enttäuschung darüber ausfallen wird, könnte es für das Pfund ganz schnell wieder unter die Marke von 1,60 GBP/USD gehen. Erst recht, nachdem das Währungspaar jetzt schon zum dritten Mal innerhalb von neun Monaten an der 1,63 GBP/USD gescheitert ist.

 

Auch im Verhältnis zum Japanischen Yen kennt der US-Dollar aktuell nur eine Richtung, was auch nicht wirklich verwundert, steht die Bank of Japan zwar nicht vor einem Kurswechsel in die ganz andere Richtung, aber mit hoher Wahrscheinlichkeit vor einer Politik, die das noch übertrifft, was die Amerikaner vorgemacht haben. Zumindest, wenn sie die Ideen des neu gewählten Premiers Abe negativer Leitzinsen und unbegrenzter Anleihekäufe mit einem Inflationsziel von zwei und einem Wachstumsziel von drei Prozent in den nächsten Monaten in die Tat umsetzt. Dann war das, was wir im Dollar/Yen-Verhältnis bisher gesehen haben, auch nur der Anfang einer Trendwende in diesem Währungspaar, das dann  sehr viel Potenzial nach oben hat, was den US-Dollar angeht. Auf Sicht der nächsten zwölf Monate halte ich einen Kurs des USD/JPY von 100 für sehr realistisch.

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