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07. Jänner 2013 07:25
Wie ein Finanzskandal zur peinlichen Politfarce wurde
Wie in einem meiner vorigen Beiträge angekündigt (http://bit.ly/TMY0Yt), musste - nach Brenner - nun auch Paulus gehen. Dies war natürlich vorhersehbar: Er konnte doch nicht ernsthaft glauben, dass der Finanzskandal für ihn als Abteilungsleiter keine Konsequenzen haben würde.
Und dennoch reagierte Paulus überrascht, bezeichnete sich sogar als "Bauernopfer" und "Sündenbock". Ich erlaube mir an dieser Stelle, den werten Herrn Hofrat zu korrigieren: Nein, Herr Hofrat, das Bauernopfer ist schon gefallen. Das war die ausführende Beamtin Monika Rathgeber. Sich in dieser Position als "Bauernopfer" zu bezeichnen, ist hingegen eine Verhöhnung.
In Salzburg wurden knapp 340 Millionen Euro an Steuergeldern verspekuliert, 450 Millionen Euro waren kurzzeitig verschollen, ehe man sie in den Büchern fand. Bis heute ist es aber nicht gelungen, den Wert der damit getätigten Veranlagungen aus den Bilanzen herauszulesen. Welche Leute arbeiten eigentlich im Salzburger Finanzmanagement?
Und der Abteilungsleiter, unter dessen Führung diese Missstände entstanden sind, verweigert nicht nur die Verantwortung, sondern hält sich allen Ernstes auch für ein "Bauernopfer". Eines muss man ihm lassen: Der Mann hat Sinn für Humor. Nur der ist im Moment wirklich nicht angebracht.
Wieder einmal offenbart sich in Krisenzeiten ein trauriges Attribut so mancher Entscheidungsträger: Rückgratlosigkeit bis zum Geht-nicht-mehr.
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