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04. Jänner 2013 11:35
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Kaum ein Tag vergeht, an dem nicht in den Medien über „Vertrauen verdienen“, „Vertrauensverlust“ oder „Vertrauensbasis“ gesprochen wird. Grundsätzlich ist für jede wirtschaftliche Transaktion in einer arbeitsteiligen Welt ein gewisses Vertrauen notwendig, für kaum einen Bereich trifft dies jedoch mehr zu, als bei der Geldanlage.
Kenneth Arrow, Nobelpreisträger der Wirtschaftswissenschaften, sieht das größte Hindernis für eine nachhaltige Entwicklung bei Schwellenländern darin, dass die Individuen kein ausreichendes Vertrauen in die hiesigen Institutionen und Mitbürger haben. Anders in den etablierten Volkswirtschaften, wo sich durch den wirtschaftlichen Alltag Vertrauen in die Verlässlichkeit von Mitbürgern und den dahinter stehenden Institutionen entwickeln konnte.
Kaum jemand wird heute noch vor jedem Fahrtantritt die Funktionalität der technischen Komponenten seines Automobils prüfen, obwohl die einzelnen Bestandteile von mehreren hundert Zulieferern aus der ganzen Welt stammen. Ähnlich spezialisiert und arbeitsteilig hat sich auch die Welt der Geldanlage entwickelt. Kaum ein Investor kann die Vita „seiner" Fondsmanager benennen, geschweige denn die Namen „seiner" Angestellten, die Vorstände der sich im Depot befindlichen Aktienunternehmen.
„Vertrauen ist jedoch eine zarte Pflanze", wusste bereits Bismarck. Durch den (Fast)-Kollaps einiger der größten Bankinstitute weltweit, stellte sich für viele Investoren zu Recht die Frage, inwieweit das bestehende Finanzsystem vertrauenswürdig ist. Hier werden gerne Banken und Kapitalmarkt in einen Topf geworfen. Richtig ist jedoch, dass Banken eine andere Form der Kapitalallokation bereit stellen, als der Kapitalmarkt, sprich Banken und Kapitalmarkt sind eigentlich Konkurrenten. Besonders deutlich sieht man dies im Bereich der Unternehmensfinanzierung: Statt auf Bankkredite setzen immer mehr Unternehmen auf Unternehmensanleihen. Speziell in den USA ist dieser Trend bereits sehr weit fortgeschritten, so dass zahlreiche Banken eine Existenzberechtigung nur noch in enger Verflechtung mit dem Kapitalmarkt gesehen haben und so genannte Investmentbanken aufgebaut haben. Würde der Kapitalmarkt auch ohne Banken funktionieren? Sicherlich!
Eine zweite, deutlich tiefer gehende Diskussion entwickelte sich in den vergangenen Jahren in Folge der sprunghaft angestiegenen Staatsverschuldung in Europa, Japan und in den USA. Gerade der Schuldenschnitt in Griechenland und die geldpolitischen Lockerungen der Zentralbanken haben eine Diskussion über ungedecktes Geld, so genanntes Fiat-Geld, entfacht. Geld als Zahlungsmittel und Recheneinheit beruht auf dem Vertrauen der Wirtschaftsteilnehmer, dass der heutige Tauschwert auch weitestgehend dem morgigen Tauschwert entspricht. Eine wichtige Voraussetzung hierfür ist eine Institution, die die Ausgabe neuer Geldeinheiten an den realwirtschaftlichen Bedarf anpasst. Wie sehr wir uns eine Welt ohne standardisiertes Tauschmittel kaum mehr vorstellen können, zeigt auch der starke Anstieg des Goldpreises - immerhin Zahlungsmittel Nummer 1 seit Jahrtausenden. Obwohl Gold heute kaum mehr als Zahlungsmittel genutzt wird, ist das Vertrauen in dieses bewährte Zahlungsmittel ungebrochen.
Für den Geldanleger stellen sich folgende Überlegungen: Eine arbeitsteilige Welt, auch im Finanzsystem bietet unschätzbare Vorteile, die sich auch in der Produktivität, sprich der Verzinsung des Kapitals niederschlägt. Gleiches gilt für unser Geldsystem, welches durch die Loslösung von einer greifbaren Ressource, wirtschaftlichen Austausch zwischen Menschen weltweit ungemein vereinfacht und damit die Welt deutlich kleiner, wahrscheinlich auch friedlicher gemacht hat.
Dennoch: Ohne Vertrauen ist alles nichts. Wir als unabhängiger Vermögensverwalter sind bestrebt mit gutem Beispiel täglich nach dieser Devise zu handeln, die Entwicklungen der bestehenden Institutionen auf Ihre Vertrauenswürdigkeit hin zu überprüfen und mit Ihnen passende Lösungsmöglichkeiten zu eruieren.
Welchen enormen Stellenwert Vertrauen in unserer Gesellschaft genießt, hat kaum einer besser beschrieben, als der Unternehmer Paul Getty. „Wenn man einem Menschen trauen kann, erübrigt sich ein Vertrag. Wenn man ihm nicht trauen kann, ist ein Vertrag nutzlos."
C Vermögensverwalter TOP Vermögen AG - München
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