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Gold und Silber: Edelmetallpreise schwächeln

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29. Dezember 2012 21:09

Der deutsche Leitindex DAX ging heute fast unverändert aus dem Handel.

Am Ende legte er minimal zu und schloss bei 7.672.

Die 8.000 Punkte sind nicht mehr weit entfernt, doch für den letzten Kurssprung fehlt die erlösende Nachricht aus den USA, dass sich Demokraten und Republikaner auf einen Kompromiss im Steuer- und Haushaltsstreit geeinigt haben.

Während es am Aktienmarkt heute ruhig war, gaben die Preise am Edelmetallmarkt deutlich nach. Der Goldpreis sackte um rund 1,5% nach unten, der Silberpreis verlor sogar 4%.

Das ist ungewöhnlich, da der Dezember traditionell zu den „starken“ Edelmetall-Monaten zählt.

Steuerfurcht löst Verkäufe aus

Die Edelmetall-Experten rätseln, warum sich die Edelmetallpreise nicht an die üblichen saisonalen Kursmuster halten. Ein Grund könnte der oben genannte Steuerstreit in den USA sein.

Wie bereits im Schlussgong berichtet, wird es in den USA wahrscheinlich Steuererhöhungen geben.

Davon sind auch Börsengeschäfte betroffen. Wer hohe Buchgewinne hat, muss ab 2013 mit einer höheren Steuerbelastung rechnen.

Und mit welchen Positionen haben Hedge-Fonds in den vergangenen 10 Jahren die höchsten Gewinne erwirtschaftet? Ganz oben auf der Liste stehen die Apple-Aktie, Gold und auch Silber.

Es ist gut möglich, dass hier die angesammelten Buchgewinne in realisierte Gewinne umgewandelt werden, bevor der Fiskus stärker zuschlägt. Das würde erklären, warum die großen Gewinner des Jahrzehnts aktuell unter Verkaufsdruck stehen.

Doch oft gilt: Die Drohung ist stärker als die Ausführung. Wenn die Steuerpläne verabschiedet wurden, werden die Investoren erkennen, dass einige Befürchtungen übertrieben waren.

Investoren verlassen den sicheren Hafen

Eine andere Theorie besagt, dass Gold und Silber verkauft werden, weil die Investoren den „sicheren Hafen“ Edelmetalle verlassen. Die Euro-Krise sei überstanden, da die Europäische Zentralbank (EZB) die Euro-Staaten um jeden Preis stützen wird.

Zu dieser Einschätzung passt, dass die Rating-Agentur Standard & Poor’s die Kreditwürdigkeit Griechenlands in dieser Woche gleich um 6 Stufen (!) angehoben hat.

Begründung dafür:Die Euro-Länder seien fest entschlossen, Griechenland in der Währungsunion zu halten.

Richtig ist, dass die Flammen nicht mehr ganz so hoch lodern. Vielleicht haben wir tatsächlich (vorerst) den Höhepunkt der Krise überstanden.

Doch für eine Entwarnung ist es viel zu früh: Die Immobilien- und Bankenkrise in Spanien wird eine gewaltige Herausforderung. Es geht um gewaltige Summen.

Kurzfristig müssen wir auch die Zypern-Krise auf der Beobachtungsliste haben. Hier rechne ich mit einer „griechischen Lösung“, also mit einem Schuldenschnitt.

Das Thema Schuldenkrise wird uns auch 2013 begleiten. Es ist etwas früh, den sicheren Hafen zu verlassen.

Drohende Zinserhöhung belastet

An der Wall Street in New York gibt es noch eine weitere Erklärung für die Edelmetall-Schwäche: Die Angst vor einer Zinswende.

Die Zinsen könnten in den USA unerwartet schnell steigen. Steigende Zinsen sind erfahrungsgemäß Gift für den Goldpreis.

Auslöser dieser Befürchtung ist die US-Notenbank FED, die zum ersten Mal konkrete Bedingungen für eine Abkehr von der 0-Zins-Politik genannt hat. Die Zinsen werden dann erhöht, wenn die Arbeitslosenquote unter die Marke von 6,5% fällt.

Mit dieser überraschend konkreten Aussage zur Zinspolitik wurden einige Goldbullen auf dem falschen Fuß erwischt. Aber auch hier gilt: Wir müssen erst einmal abwarten.

Erst in der heißen Wahlkampfphase ist die Arbeitslosenquote unter die 8%-Marke gefallen. Einige Beobachter sagen, dass die Regierung dabei etwas nachgeholfen habe.

Aktuell liegt die Arbeitslosenquote bei 7,7%. Von der 6,5%-Marke ist der amerikanische Arbeitsmarkt noch weit entfernt. Selbst Konjunkturoptimisten rechnen frühestens 2014 mit Raten um 6,5%.

Es geht sogar noch weiter: Einige Marktbeobachter stellen die These auf, dass die Nennung der konkreten Marke die Zinswende nicht nach vorne, sondern nach hinten verschiebt.

Bisher galt das Jahr 2015 als fest eingeplantes Wendejahr. Sollte die Arbeitslosenrate dann aber nicht unter 6,5% liegen, kann die Zinswende ohne weiteren Beschluss auf 2016 oder 2017 verschoben werden.

Hexensabbat als Kursmacher

Wenn Sie auf Ihren Börsenkalender blicken, finden Sie eine sehr kurzfristige Erklärung für ungewöhnliche Preisbewegungen an der Börse: Morgen, am 21. Dezember, ist Hexensabbat.

Immer am 3. Freitag des 3. Monats im Quartal ist an den Terminmärkten der große Verfallstag. Unzählige Terminmarktwetten enden dann und werden abgerechnet.

Sollten große Investoren auf einen Silberpreis von 30 US-Dollar gewettet haben, würde das erklären, warum Silber in dieser Woche nur eine Richtung kannte.

Der morgige Handelstag kann daher sehr spannend werden.

Link: http://www.gevestor.de/news/gold-...






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