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Das Börsenjahr 2012 im großen Jahresrückblick

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21. Dezember 2012 16:39

 

 

Das Börsenjahr 2012 nähert sich unweigerlich dem Ende. 2012 war sicherlich ein Börsenjahr, welches uns allen in Erinnerung bleiben wird. Zu Beginn des Jahres lagen die durchschnittlichen Kurszielschätzungen der Analysten für den DAX im Gro bei 6400-6600 Punkten. Das Börsenjahr endet vermutlich nun irgendwo bei 7600  Punkten. Rückblickend hat also niemand unter den Analysten auch nur im Ansatz Recht behalten. 2012 war also alles andere als leicht prognostizierbar. Am Ende war es ohne Diskussion das Jahr der Aktien „aus der ersten Reihe". Viele Aktien aus dem Deutschen Aktienindex legten eine beeindruckende Rallye aufs Börsenparkett. Wertpapiere aus der zweiten und dritten Reihe wurden hingegen weniger beachtet; Nebenwerte führten ein Schattendasein. Anleger aus dem Bereich der Edelmetalle hatten in 2012 nichts zu lachen. Die kanadische „Venture Exchange" - kurz CDNX - notiert auf dem zweitniedrigsten Stand seit 2008. Gold und Silber legten auf Jahressicht hingegen leicht zu. 2012 war für den einen Freud und für den anderen Leid. Was genau passierte, erzählt Ihnen nun der große Jahresrückblick.

 

Januar 2012: Die obligatorischen Jahresprognosen trudeln Anfang Januar ein. Die nationalen und internationalen Analysten und Bankenhäuser sind unentschlossen, was die Entwicklung im DAX angeht. Das Median der Schätzungen für ein Kursziel im DAX liegt bei 6533 Punkten. 2012 soll „das Jahr" der Aktie werden. „Real Assets" sind ein „must have" in jedem Portfolio. Aufgrund der weltweiten Geldverwässerung wird zum Kauf von Gold und Silber geraten. Edelmetalle sollen den Markt „outperformen". Das Börsenjahr beginnt. Am Freitag des 13. Januars wird die Bonität von neun europäischen Staaten durch die US-Ratingagentur Standard & Poors herabgestuft. Die Herabstufung hat einen Kurssturz in der Spitze von rund 200 Punkten verursacht. Der DAX geht mit 6063 Punkten aus dem Handel. Im Markt machen sich Gerüchte über weitere Abstufungen in diesem Jahr breit. Die US-Ratingagenturen schießen sich auf Europa ein! Handeln Ratingagenturen wirklich unabhängig? Erste Diskussionen machen die Runde in der Presse. Trotz der Abstufungen gibt es zurzeit nur noch 13 Staaten, welche das Top-Rating „AAA" besitzen. Darunter finden sich 10 in Europa. Namentlich finden wir hier Deutschland, Niederlande, Finnland, Luxembourg, Großbritannien, Dänemark, Schweiz, Lichtenstein und Schweden vor. 10 Staaten mit einem „AAA" Rating sprechen eigentlich gegen eine EU-Krise und vielmehr für einen Hort der Stabilität. Am Montag des 16. Januars scheint der Schock der Abwertung schon wieder vergessen. Bis zum 23. Januar steigt der DAX auf 6467 Punkte. Die Charttechnik verbessert sich. Ein Trend entsteht. „Raus aus Anleihen und rein in Aktien" hört man am Markt immer wieder. 10- jährige Bunds fallen auf ein Renditetief von 1,67%. Eine neue Aufwärtsbewegung scheint in den Aktien bevorzustehen. Apple erreicht Ende Januar eine neues Hoch im Bereich von 450 $ und scheint sich zum „Leader" des Jahres 2012 zu mausern. Die letzten charttechnischen Widerstände scheinen im DAX kurz vor dem Durchbruch zu stehen. Hierzu tragen überraschend gute Konjunkturmeldungen aus Deutschland bei sowie die Ankündigung der FED, die Nullzinspolitik bis 2014 fortsetzen zu wollen. Gerüchte über ein IPO von Facebook machen die Runde. Im Fall der Fälle wäre dies ein gigantisches Zeichen für den IPO-Markt. Wenn der Facebook Börsengang gelingt, ist in diesem Jahr einiges möglich. Die Stimmung ist blendend.

 

Februar 2012: Der DAX schießt am ersten Handelstag auf 6616 Punkte empor. Bis zum 9. Februar geht es höher und höher. Die Anzeigetafel in der Frankfurter Börse zeigt einen Kursstand von über 6830 Punkten. Seit Ende November 2011 legt der DAX um 26% zu. Was für ein Raketenstart! Gute Arbeitsmarktdaten aus den USA sorgten hier für Unterstützung. Analysten und Marktkommentatoren sind verwirrt. Die Schulden- und Eurokrise ist nicht bewältigt. Das nie enden wollende Thema rund um Griechenland scheint in die finale Phase einzulaufen. Das Thema spitzt sich in der Diskussion mehr und mehr zu. Mitte März werden Schuldverschreibungen über 1,45 Mrd. Euro fällig. Gelingt die Umschuldung nicht, winkt die unkontrollierte Staatspleite. Keine rosigen Aussichten für unsere Euro-Zone. Den Markt stört es aber nicht mehr. Die Kurse steigen im DAX auf breiter Front weiter an. Zudem sinken die Preise der Deutsche Bunds oder amerikanische Treasuries. Viele institutionelle Investoren kommen langsam in Zugzwang. Unterdessen hat Facebook bei der amerikanischen Börsenaufsicht SEC sein IPO-Filing eingereicht. Der Börsengang soll also noch in 2012 starten. Bleiben wir kurz in den USA. Der Nasdaq Composite Index hat einen historischen Ausbruch aufs Parkett gelegt. Mir rund 2962 Punkten steigt er so hoch wie zuletzt vor rund 11 Jahren! Der Börsenzug scheint unweigerlich abzufahren. Auch in Deutschland läuft es rund. Der DAX notiert am 21. Februar bei 6971 Punkten; das vorläufige Hoch in diesem Monat. Die Stimmung verbessert sich schlagartig. DAX-Kursziele von 10 000 Punkten und mehr für dieses Jahr machen die Runde. Aufpassen, denn eine sich stark verbessernde Stimmung ist meist ein Kontraindikator. Der Euro hat sich von seinen Tiefstkursen um 1,26 gelöst und notiert Ende Februar bei 1,34. Damit ist der Höhenflug des Dollars vorerst beendet, was wiederum gut für unsere deutschen Aktien ist. Konträr dessen trudelt Ende Februar ein Umfrageergebnis der DZ Bank unter Privatanlegern ein. Das Ergebnis überrascht: Die Stimmung unter den Anlegern ist so schlecht, wie zuletzt vor drei Jahren zu Zeiten der Lehmann Pleite inmitten der Finanzkrise. Offensichtlich trauen die „Retail-Investoren" dem Braten nicht. Der DAX beendet den Februar mit einem Kursstand von 6856 Punkten. Der Goldpreis verliert zum Ende des Monats an nur einem Tag um rund 100 USD je Feinunze. Von 1790 USD startet eine heftige Korrekturbewegung.

 

März 2013: Die Stimmung unter den Privatinvestoren ist schlecht, der DAX steigt ungeachtet dessen weiter. Zwar gibt es Anfang des Monats einen Rücksetzer auf 6612 Punkte, bereits am 16. März wird aber schon wieder ein neues Jahreshoch mit 7194 Punkten erreicht. In den USA steigt der S&P 500 auf den höchsten Stand seit dem 6. Juni 2008 und erreicht 1378 Punkte. Bislang galt diese Marke seit vielen Jahren als entscheidende Widerstandsmarke. Bis Ende des Monats werden 1425 Punkte erreicht. Charttechnisch sieht alles vielversprechend aus. Es darf sich nur kein Fehlsignal entwickeln. Davon will aktuell aber niemand etwas wissen. Unterdessen flutet die EZB die europäischen Märkte weiter mit frischem Kapital.  800 Banken leihen sich 530 Mrd. Euro über 3 Jahre bei der EZB für einen lächerlich niedrigen Zinssatz von einem Prozent. Die EZB begründet diesen Schritt damit, dass die europäischen Banken längerfristig günstig finanziert werden sollen. Sollte Griechenland in einen unkontrollierten Staatsbankrott fallen, darf keine deutsche Bank durch den entstehenden Sog in Schwierigkeiten geraten. Zudem will die EZB die Renditen von angeschlagenen EU-Ländern, wie beispielsweise Italien und hier insbesondere die 10- jährigen Staatsanleihen drücken. Dies gelingt mit Erfolg, denn es wird der niedrigste Stand mit 4,89% Zinsen seit September 2011 erreicht. Der Ölpreis der Sorte „Brent" steigt weiter auf 125 $ und erreicht - umgerechnet in Euro - einen neuen Höchstkurs. Die Bank of Japan erhöht ihr Ankaufprogramm für japanische Staatsanleihen von rund 95 Mrd. Euro auf 635 Mrd. Euro. Die weltweiten Märkte werden mit Liquidität ertränkt. Um den Zusammenbruch des Finanzsystems zu finanzieren wird Geld gedruckt bis die Notenbankpressen qualmen. Dadurch werden die Kurse von Staatsanleihen manipuliert und durch den hiesigen Ankauf der Anleihen durch die Notenbanken fallen die Renditen und die Aktienkurse steigen künstlich. Wo soll das nur hinführen? Erste Zweifel machen sind breit.

April 2012: Die Korrektur startet. Die Charttechnik produziert in den nationalen und internationalen Indizes ein Fehlsignal nach dem anderen. Wieder einmal ist es Freitag der 13. an dem zum aktuellen Zeitpunkt ein neues Monatstief markiert wird. Der DAX fällt bis auf 6552 Punkte. Eine Korrektur seit Anfang des Monats von fast 7%. Die Anleger werden nervöser, noch immer sitzt der Crashgedanke zu tief in den Köpfen. Fragen kommen auf, ob sich das Anlage-Szenario des ersten Quartals geändert haben könnte. Die Notenbanken werden auch weiterhin gezwungen sein, die extensive Geldpolitik fortzusetzen. Jedoch kocht das die europäische Schuldenkrise wieder hoch. Spanien patzt jüngst bei der Platzierung neuer Anleihen am Markt. Die Renditen spanischer und italienischer Anleihen schnellen wieder in die Höhe. Apple - aktuell das teuerste Unternehmen der Welt - korrigiert vom historischen Höchstkurs von 643,99 Dollar auf rund 570 Dollar. Rund 70 Mrd. Dollar Marktkapitalisierung lösen sich temporär in Luft auf. Und nun? Der gefürchtete Börsenmonat Mai liegt vor uns. „Sell in May and go away" heißt die altbekannte Börsenweißheit. Ob sie auch in diesem Jahr zutrifft?

 

Mai 2012: Der Mai soll kein guter Börsenmonat werden. Anleger nehmen sich die Börsenweisheit „Sell in May and go away" zu Herzen. Am ersten Handelstag erreicht der DAX sein Hoch bei 6875 Punkten. Ende des Monats liegt das Tief bei 6208 Punkten. Die Korrektur geht weiter. Gründe werden gesucht. Institutionelle Investoren fliehen in die vermeintlich sicheren Häfen. Die Renditen auf deutsche Bunds mit 10- jähriger Laufzeit fallen. 1,58% Rendite werden nur noch Anfang Mai bezahlt. Dies ist ein neuer historischer Tiefpunkt! Trotz dieser fast schon negativen Rendite - die Inflation tut ihr übriges - wird Deutschland mit Geld überschüttet. Institutionelle Investoren der ganzen Welt parken ihr Geld im vermeintlich sicheren Hafen Deutschland. Der europäische Fiskalpakt sowie die rigiden Sparmaßnahmen der europäischen Regierungen werden in Frage gestellt. Zudem verschlechtert sich die Arbeitsmarktlage in den USA. Anfang Mai wurden 115 000 neue Arbeitsplätze geschaffen, die Analysten erwarteten 167 000 neu geschaffene Stellen. Ein herber Rückschlag für den Markt. Die Kette scheint zu reißen. Keine Arbeit bedeutet kein Konsum, dies führt zu niedrigerem Wirtschaftswachstum und so zu sinkende Unternehmensgewinnen. Marktgerüchte über ein neues Geldlockerungsprogramm der amerikanischen FED machen Ende des Monats die Runde. Denn, wenn die Wirtschaft nicht brummt, muss mit frischem Geld nachgeholfen werden. Massive Stimulierungsimpulse in Sachen eines neuen „Quantitative Easing" werden folgen, so der Markttenor. Das IPO von Facebook steht unmittelbar bevor. Am 18. Mai soll der Börsengang erfolgen. 11,8 Mrd. Dollar sollen platziert werden. Die Welt möchte dabei sein. Alte Hasen fühlen sich zurückversetzt in die .com-Blase. Die obere Spanne der Aktienzuteilung soll bei 35 USD liegen. Mark Zuckerberg gesellt sich auf dem Papier nach der Emission zu den fünf reichsten Männern der Welt. Letztendlich wird das Platzierungsniveau aber aufgrund der hohen Nachfrage sogar auf 16 Mrd. Dollar erhöht, der IPO-Preis liegt bei 38 USD. Der erste Handelstag verläuft volatil, der Schlusskurs liegt mit 38,23 USD  nur etwas über dem IPO-Preis. Bis zum Ende des Monats fällt der Kurs auf 26,83 USD. Die Presse zerreißt Mark Zuckerberg und die beteiligten IPO-Banken. Zuckerberg stört dies wenig, denn er und alle beteiligten Altaktionäre machen mit dem IPO richtig Kasse. Rund 9,2 Mrd. Dollar kassieren die Altaktionäre, wovon ca. 6,85 Mrd. Dollar in die Kasse von Facebook fließen. Es gibt schlechtere Ausgangslagen für ein junges Unternehmen.

Juni 2012: Der Markt fällt bis zum 5. Juni auf 5914 Punkte. Diese Kursmarke wird der Markt in 2012 nicht mehr unterschreiten. Eine selten dagewesene Rallyephase beginnt. Die Rendite bei 10-jährigen deutschen Bunds schmilzt dahin. In den letzten zwei Monaten flüchteten mehr und mehr institutionelle Anleger in die vermeintlich sichere Anlage der deutschen Anleihen. Aktuell werden 1,17% Zinsen gezahlt. Wieder einmal ein neuer historischer Rekord. Die Realverzinsung für die Investoren ist nun im negativen Bereich angekommen. Verrückte Zeiten! Welcher Investor mit einem gesunden Menschenverstand parkt sein Geld dauerhaft mit einer negativen Realverzinsung? Im Markt machen sich erneut Vermutungen breit. Wenn all dieses Geld zurück in die Aktienmärkte fließt, steht ein enormer Kursanstieg bevor. Zudem verdichten sich die Gerüchte über eine neues „QE" Programm. Die dritte Runde der FED soll bevorstehen. Langfristige US-Staatsanleihen werden gekauft, kurze Laufzeiten dagegen verkauft. Liquidität wird die Märkte fluten und die Aktienpreise befeuern. Zudem steht die aktuell alles entscheidende Wahl in Griechenland bevor. Am 17. Juni kann der Wahlausgang historische Folgen haben. Gewinnen die Euro-Befürworter Pasok und Nea Dimokratia, so bleibt Griechenland in der Währungsunion. Dies ist positiv für den Markt. Gewinnen hingegen die Euro-Gegner mit der Partei Syriza, könnte dies den Austritt aus der Währungsregion bedeuten. Deutschland macht klar, dass das griechische Volk „pro Euro" wählen muss. Denn mit dem Austritt aus dem Euro ist eines klar: Es kommt zu einem Run auf die Banken und die Wiedereinführung der Drachme wird viele Griechen bzw. dessen Sparkonten noch ärmer machen! Die Wahlergebnisse stehen fest. Es ergibt sich eine Regierung aus den Parteien ND, Pasok und Dimas. Die Börse ist erleichtert, Griechenland behält den Euro. Die Fußball-Europameisterschaft startet Anfang Juli und die saisonal umsatzschwachen Börsenmonate Juli und August erwarten die Börsianer.

 

Juli 2012: Ein typischer Urlaubs-Sommermonat begleitet uns. Die Börsenumsätze sind recht dünn. Der DAX pendelt zwischen 6400 - 6770 Punkten. Mitte Juli gibt es aber binnen zweier Handelstage einen Einbruch von fast 400 Punkten. Gründe sind kaum bekannt. Erst später ergibt sich, dass sich einige Hedgefonds am Markt gewaltig verzockt haben. Ausgelöst von computergesteuerten Handelsalgorithmen kam es zu einem „Flashcrash" im DAX. Diskussionen über die Eindämmung des gesteuerten Algorithmenhandels an den Börsen werden lauter. Gold pendelt weiter lustlos in einer engen Handelsspanne zwischen 1620 - 1650 USD. Eine saisonal starke Phase für die Edelmetalle liegt ab August vor uns. Technische Analysten sehen den Goldpreis vor einem technischen Ausbruch aus der jüngsten Seitwärtsbewegung.

 

August 2012: Noch immer herrscht Sommerpause an den Börsen. Politisch geht die Schlammschlacht rund um die Euro-Krise weiter. Selbst Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder meldet sich jetzt aus seinem Sommerurlaub zu Wort. Er fordert den engen Schulterschluss aller Euro-Staaten, inklusive Griechenland. Trotzdem steigen die Kurse weiter. Der Deutsche Aktienindex überspringt 7000 Punkte. Den Markt scheint die politische Schlammschacht kaum noch zu stören. Der S&P 500 erreicht den höchsten Stand seit viereinhalb Jahren mit 1426 Punkten. Die Kapitalströme „raus aus Anleihen und rein in Aktien" beginnen zu fließen. Alternativinvestments fehlen, es scheint kein Weg an der Aktie vorbeizuführen. Apple erreicht ein neues Allzeithoch und auch die Edelmetalle setzen zu einem Schwung an. Gold verteuert sich auf 1693 USD je Feinunze. Die Konsolidierung scheint verlassen. Hoffnung macht sich unter den Edelmetallanlegern breit. Auch viele Minenaktien der mittelgroßen und großen Silber- und Goldproduzenten erwachen nun langsam aus einem sehr langen Dornröschenschlaf.

 

September 2012: Gold explodiert! Mit 1787 USD je Feinunze wird der Jahreshöchstkurs vom vergangenen Februar fast erreicht. Sämtliche Aktien der größeren Gold- und Silberproduzenten explodieren ebenfalls. Kursgewinne von über 100% sind die Folge. Dem gebeutelten kanadischen TSX und TSX-Venture Index wird neues Leben eingehaucht. In Kanada ist die Freude unter den institutionellen Investoren groß. Neues Kapital fließt in die Märkte. Hoffentlich kann diese Entwicklung anhalten? Auch im DAX gibt es Feierlaune unter den Marktteilnehmern. Ein neuer Höchstkurs von 7478 Punkten wird am 21. September erreicht. Der Euro meldet sich ebenfalls zurück. „Rückkehr zur Realität" titelt die Presse. Im Juli notierte der Euro zum USD im Tief noch bei 1,2042 und jetzt wird schon eine Notierung von 1,2818 erreicht. Die Euro-Krise scheint - zumindest in den Kursen - Geschichte zu werden. Nicht ganz unschuldig daran ist Mario Draghi. „Der Euro ist unumkehrbar", ist die zentrale Botschaft der EZB. Was für ein Paukenschlag! Mario Draghi hat endlich die lange angekündigte Bazooka ausgepackt. Der unbegrenzte Ankauf von Staatsanleihen der Peripherieländer wird beschlossen. Ab sofort gibt es beim Ankauf von Staatsanleihen keine Obergrenze mehr. Die Staatsfinanzierung per Notenpresse ist perfekt. Die Märkte geraten in Feierlaune.

 

Oktober 2012: QE3 ist da. Die FED kauft nun monatlich für 45 Mrd. Dollar die langfristigen Anleihen der staatlichen Hypotheken-Finanzierer Fannie Mae und Freddie Max. Ziel ist es, die Renditen der lang laufenden Anleihen zu drücken. Der Markt fühlt sich weiterhin sicher. Jedoch kommen erste Diskussionen über die Position von Ben Bernanke auf. Die Präsidentschaftswahl in den USA steht im November an. Sollte Obama nicht im Amt bleiben und Mitt Romney gewinnen, muss „Helikopter Ben" das Handtuch schmeißen. Dies hätte das Aus für die lockere Geldpolitik bedeutet. Draghi spricht vor dem Deutschen Bundestag. Er kündigt an, 150 Tonnen Währungsgold aus Lagerstätten in New York, London und Paris nach Deutschland überführen zu wollen. Hinter den Kulissen werden kritische Stimmen laut. Ist die Endphase unseres derzeitigen Geld- und Bankensystems bereits eingeleitet? Der DAX taumelt in diesem Monat zwischen 7200 - 7400 Punkten, Gold tritt schon wieder den Rückwärtsgang an. Das goldene Edelmetall beendet den Monat bei 1719 USD je Feinunze.. War der vorangegangene Anstieg doch nur eine Eintagsfliege? Bei all der globalen lockeren Geldpolitik müssten die Edelmetalle doch eigentlich am größten davon profitieren, so der allgemeine Markttenor. Die Realität sieht aktuell jedoch anders aus. Verzweifelung macht sich unter den Rohstoffinvestoren breit.

 

November 2012: Negative Divergenzen sind zu beobachten. Der Euro zum USD schafft den Sprung über die 1,30 nicht nachhaltig. Ein weiterer Anstieg im DAX könnte so ins Stocken geraten. Wirbelsturm „Sandy" zerstört große Teile der US-Ostküste. Obama und Romney müssen sich nun in den letzten Tagen vom US-Wahlkampf behaupten. Letztendlich setzt sich Obama vor Romney durch und wird erneut zum Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika gewählt. Vor ihm liegen zahlreiche Hürden. Die Größte darunter wird für die Börse das „Fiscal Cliff" sein, welches es im Januar 2013 zu überwinden gilt. Hier muss eine Einigung über den Ausgaben- und Steuerstreit zwischen den Demokraten und den Republikanern gefunden werden. Nur so können automatische Steuererhöhungen in der Höhe von mindestens 420 Mrd. Dollar sowie Ausgabenkürzungen von über 100 Mrd. Dollar abgewandt werden. Ein Horrorszenario für die Märkte! Wie soll diese Aufgabe unter den Parteien nur frühzeitig gelöst werden? Die Märkte geraten unter Druck. Einen Einbruch von über 7400 Punkten auf zeitweise unter 7000 Punkte beobachten wir bis zum 16. November im DAX. Ebenfalls kommt Druck in die US-Märkte. Der Dow Jones fällt ebenfalls bis zur Mitte des Monats von 13 290 Punkten auf ca. 12 470 Punkte. Doch dann kehrt die Zuversicht zurück. Bis zum Ende des Monats steigt der DAX wieder auf 7442 Punkte. Die kompletten Verluste wurden wettgemacht. Die Börse zeigt es wieder einmal allen. Angst und Zuversicht könnten nicht näher beieinander liegen. Denn urplötzlich sind sich die Marktteilnehmer einig: Die Fiskalklippe in den USA muss bis spätestens im Januar 2013 gelöst werden. Ohne eine Einigung wird die USA in eine Rezession fallen. Ab Januar kommen Belastungen ohne eine Einigung von schlappen 660 Mrd. Dollar auf die Bürgerinnen und Bürger der USA zu. Genau dieses soll aber verhindert werden!

 

Dezember 2012: Ende gut, alles gut? Aktuell haben wir den 21. Dezeber 2012. Der dreifache Hexensabbat liegt hinter uns. Mit 7629 Punkten steht der DAX am heutigen Freitag höher, als fast alle Analysten zu Beginn des Jahres prognostiziert haben. Ein neues Jahreshoch wurde bei 7682 Punkten am 19. Dezember erreicht. Die Weihnachtsfeiertage liegen vor uns. Die Marktteilnehmer verabschieden sich in die Winterferien. Auch Ihnen wünsche ich an dieser Stelle frohe Weinachten und einen guten Rutsch ins Neue Jahr.

 

Ihr

Boris Schulze

http://www.trendspekulant.de/

 

 






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mehr unter www.boersenmillionaer.de Laut WPHG §34b möchten wir darauf hinweisen, dass Mitarbeiter Aktien von den analysierten Unternehmen halten oder halten könnten und somit ein möglicher Interessenskonflikt besteht.


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