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Salzburger Finanzskandal: Was wirklich geschah

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24. November 2014 04:43

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Ein Versuch, die wesentlichen Punkte aus dem medialen Chaos herauszufiltern


Die tatsächlichen Ereignisse rund um den Salzburger Finanzskandal bleiben für viele schleierhaft. Dieser Beitrag ist ein Versuch, die wesentlichen Punkte zusammenzufassen.

1. Nach der Jahrtausendwende wird in Salzburg das aktive Schuldenmanagement eingeführt. Dieses sieht vor, die Zinslasten des Landes zu reduzieren. Dazu stehen bestimmte Finanzprodukte, etwa Derivate wie Optionen und Swaps, zur Verfügung.

2. Um die Zinsen zu mindern, schließt die bevollmächtigte Monika R. eine Reihe von Derivatgeschäften ab. Dabei tauscht sie zum Beispiel fixe Zinszahlungen (die das Land Salzburg in Zukunft leisten müsste) gegen variable Zinszahlungen (die von einem Basiswert abhängen).

3. In den ersten Jahren funktioniert diese Strategie wunderbar und Monika R. erwirtschaftet Gewinne. Eigenen Angaben zufolge soll sie dem Land bis zu 150 Mio. Euro erspart haben.

4. Die Finanzkrise ab 2007 ändert dies. Viele Derivatgeschäfte drehen ins Minus. Dadurch entstehen zunächst einmal Bewertungsverluste.

5. Ein externer Finanzbeirat wird dem Schuldenmanagement hinzugezogen. Er hält die Derivate für nicht mehr risikoadäquat und empfiehlt die Auflösung der Positionen.

6. Monika R. warnt eingehend vor diesem Schritt: Durch die Schließung der Positionen werden die Verluste realisiert (da sie danach nicht mehr durch eine verbesserte Marktlage aufgeholt werden können) und dem Land Schaden zugefügt. Um dies zu verhindern, kommt sie den Empfehlungen des Beirats nicht nach.

7. Der interne und externe Druck wird immer größer, die Ereignisse überschlagen sich. Auf Brenners Anweisung werden die Derivatpositionen vorschnell geschlossen. Dadurch entsteht der reale Verlust: Salzburg muss nun mehr Zinsen zahlen, als vorher. Medienberichten zufolge soll es sich um 340 Mio. Euro handeln.

8. Die Verantwortung wird zur Gänze Monika R. zugesprochen. Mögliche "Mittäter", "Mitwisser" oder "Mitdulder" sind zum jetzigen Zeitpunkt noch unklar. Involvierte Banker sprechen aber davon, dass im Land alle höheren Amtsträger von den Geschäften wussten.







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  • 2013-01-25 12:55:11
    Stefan Gutbrunner

    Das Geständnis

    Freue mich heute auf das medienwirksame Geständnis bzw. die Argumentation der Frau Rathgeber. Ich bin außerdem schon sehr gespannt, wen oder was sie anschwärzen wird. Das wird der Diskussion wieder eine gewisse Schärfe verleihen, auch wenn Brenner zuletzt betonte, doch keine Verluste realisiert zu haben.

    antworten

  • 2013-01-25 13:01:59
    big_mac

    Re(1): Das Geständnis

    "....doch keine Verluste realisiert zu haben."

    Das Stichwort ist "realisiert".

    antworten

  • 2013-01-25 13:10:19
    LASKler

    Re(2): Das Geständnis

    Lachnummer das ganze... & ein Armutszeugnis es geht hier nur um eine kleine Differenz von einer Halben Milliarde...

    antworten

  • 2013-01-25 13:10:19
    LASKler

    Re(2): Das Geständnis

    Lachnummer das ganze... & ein Armutszeugnis es geht hier nur um eine kleine Differenz von einer Halben Milliarde...

    antworten

  • 2013-01-25 13:19:18
    Stefan Gutbrunner

    Re(2): Das Geständnis

    Absolut korrekt, big_mac!

    Der "Gewinn" ist ja nur ein stichtagsbezogener Überschuss der Einnahmen über die Ausgaben... Wenn überhaupt...

    antworten

  • 2013-01-25 13:21:16
    Stefan Gutbrunner

    Re(3): Das Geständnis

    Neuestes von Monika R. ist schon erschienen:

    http://www.boerse-express.com/pages/1315...

    antworten

  • 2013-01-25 13:33:51
    Stefan Gutbrunner

    Re(4): Das Geständnis

    Habe jetzt noch ein aktuelles Foto von Frau Rathgeber upgeloadet.

    antworten

  • 2013-01-25 13:32:17
    Otto Normalinvestor

    Angenehm

    zu lesen, dieser Salzburg-Spekulations-Thread, im Gegensatz zu anderen, die zu stark frequentiert werden. Diese Ruhe, sehr angenehm.

    antworten

  • 2013-01-25 15:14:42
    Stefan Gutbrunner

    Schattenportfolio?

    "Ein Schattenportfolio hat es nie gegeben", beteuerte die ehemalige Mitarbeiterin in der Finanzabteilung.

    antworten

  • 2013-01-25 15:32:53
    Otto Normalinvestor

    Re(1): Schattenportfolio?

    Das beteuere ich meiner besseren Hälfte gegenüber auch andauernd! :o

    antworten

  • 2013-01-25 17:14:59
    Stefan Gutbrunner

    Re(2): Schattenportfolio?

    Das hier ist meiner Meinung nach der Knackpunkt im Finanzskandal (abgesehen von der alten Kameralistik und der Unfähigkeit mancher Akteure):

    "Die panikartigen Geschäftsauflösungen des Landes im vergangenen Oktober und November, die der damalige Finanzlandesrat David Brenner (SPÖ) in Auftrag gegeben haben soll, hätten das Land allerdings 100 Millionen Euro gekostet. Es sei zwar die Bewertung besser geworden, "aber es wurden die Verluste realisiert"."

    antworten


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