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18. Dezember 2012 07:31
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Ein Versuch, die wesentlichen Punkte aus dem medialen Chaos herauszufiltern
Die tatsächlichen Ereignisse rund um den Salzburger Finanzskandal bleiben für viele schleierhaft. Dieser Beitrag ist ein Versuch, die wesentlichen Punkte zusammenzufassen.
1. Nach der Jahrtausendwende wird in Salzburg das aktive Schuldenmanagement eingeführt. Dieses sieht vor, die Zinslasten des Landes zu reduzieren. Dazu stehen bestimmte Finanzprodukte, etwa Derivate wie Optionen und Swaps, zur Verfügung.
2. Um die Zinsen zu mindern, schließt die bevollmächtigte Monika R. eine Reihe von Derivatgeschäften ab. Dabei tauscht sie zum Beispiel fixe Zinszahlungen (die das Land Salzburg in Zukunft leisten müsste) gegen variable Zinszahlungen (die von einem Basiswert abhängen).
3. In den ersten Jahren funktioniert diese Strategie wunderbar und Monika R. erwirtschaftet Gewinne. Eigenen Angaben zufolge soll sie dem Land bis zu 150 Mio. Euro erspart haben.
4. Die Finanzkrise ab 2007 ändert dies. Viele Derivatgeschäfte drehen ins Minus. Dadurch entstehen zunächst einmal Bewertungsverluste.
5. Ein externer Finanzbeirat wird dem Schuldenmanagement hinzugezogen. Er hält die Derivate für nicht mehr risikoadäquat und empfiehlt die Auflösung der Positionen.
6. Monika R. warnt eingehend vor diesem Schritt: Durch die Schließung der Positionen werden die Verluste realisiert (da sie danach nicht mehr durch eine verbesserte Marktlage aufgeholt werden können) und dem Land Schaden zugefügt. Um dies zu verhindern, kommt sie den Empfehlungen des Beirats nicht nach.
7. Der interne und externe Druck wird immer größer, die Ereignisse überschlagen sich. Auf Brenners Anweisung werden die Derivatpositionen vorschnell geschlossen. Dadurch entsteht der reale Verlust: Salzburg muss nun mehr Zinsen zahlen, als vorher. Medienberichten zufolge soll es sich um 340 Mio. Euro handeln.
8. Die Verantwortung wird zur Gänze Monika R. zugesprochen. Mögliche "Mittäter", "Mitwisser" oder "Mitdulder" sind zum jetzigen Zeitpunkt noch unklar. Involvierte Banker sprechen aber davon, dass im Land alle höheren Amtsträger von den Geschäften wussten.
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