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17. Dezember 2012 07:34
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Steuergeldverschwendung hat in Österreich ohnehin Tradition
Der Salzburger Finanzskandal schlägt hohe Wellen und die Aufarbeitung fordert Opfer. Wie beim Schach werden die Spielfiguren auf der politischen Bühne hin und her geschoben - und ab und zu muss im Dienste der Königin auch eine Figur geopfert werden.
Zunächst traf es Monika R., die zuständige Referatsleiterin der Finanzverwaltung. Sie hat die Derivatgeschäfte und Zins-Swaps aus erster Hand zu verantworten. Ihr hätte man am liebsten die gesamte Schuld an den Verlusten auferlegt.
Am Freitag musste Brenner gehen. Eine weitaus wichtigere Spielfigur als Monika R., galt der charismatische Landesrat doch als Shootingstar der Salzburger SPÖ. Auch der zuständige Abteilungsleiter der Finanzverwaltung, Eduard Paulus, wird vermutlich gehen müssen. Vorgesetzten ist es durchaus zuzumuten, über die Aktivitäten der Mitarbeiter vollends informiert zu sein.
Das gilt auch für die Landeshauptfrau. Ob sie sich halten wird, hängt von der Zufriedenheit der erzürnten Bürger mit den Opfergaben ab. Sollte Brenner nicht reichen, wird Paulus folgen. Danach könnte es eng werden.
Dabei ist Steuergeldverschwendung in Österreich eigentlich nichts Neues. Eurofighter, ÖBB-Spekulationsgeschäfte, Hypo Alpe Adria, Kommunalkredit und viele andere dubiose Geschäfte haben die österreichischen Steuerzahler schon Milliarden gekostet. Alleine im Fürstentum Niederösterreich soll eine Milliarde Euro verloren worden sein.
Übrigens hat sich in Salzburg niemand beschwert, solange die Zinsgeschäfte der Finanzabteilung gewinnbringend waren. Zwischen 2000 und 2007 sollen die Swaps bis zu 150 Millionen Euro eingebracht haben. Daran war freilich nichts auszusetzen.
Doch spekulative Geschäfte sind riskant. Wer sich auf sie einlässt, muss mit Verlusten rechnen. Das kann man mit überschüssigem Spielgeld machen, nicht aber mit Steuergeld. Mit diesem auf Casinobesuch zu gehen ist absolut untragbar.
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