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Marktausblick Rentenmärkte

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09. Dezember 2012 09:17

USA

Nächste Woche steht ein ganzes Bündel an relevanten Konjunkturdaten auf dem Programm. Daneben trifft sich auch der geldpolitische Rat der US-Notenbank (FOMC) zum letzten Mal in diesem Jahr, um über die weitere Geldpolitik zu beraten.

In Sachen Konjunkturindikatoren sind nächste Woche insbesondere die vorläufigen Einzelhandelsdaten für November (Do) sowie die Handelsbilanzdaten für Oktober (Di) von Interesse. Nachdem die Einzelhandelsumsätze im Oktober unter anderem wegen Hurrikan Sandy um 0,3 % p.m. gesunken waren rechnen wir im November mit einer Gegenbewegung. Nicht zuletzt aufgrund des kräftigen Anstiegs der Pkw-Verkäufe im letzten Monat erwarten wir ein Plus von 0,6 % p.m. Das Handelsbilanzdefizit hatte sich im September überraschend deutlich auf USD 41,5 Mrd. reduziert. Für Oktober gehen wir von einer neuerlichen Ausweitung des Defizits auf USD 43,5 Mrd. aus. Liegen wir in beiden Fällen mit unseren Prognosen richtig, wäre dies eine Bestätigung des von uns prognostizierten sehr schwachen Zuwachses der Wirtschaftsleitung im vierten Quartal 2012. Aktuell gehen wir von einem Anstieg um annualisiert lediglich 0,5 % p.q. aus. Für die am Freitag veröffentlichten Daten zur Industrieproduktion sind wir aus demselben Grund optimistischer gestimmt als der Konsens wie schon bei den Einzelhandelszahlen: Im Oktober drosselten die Unternehmen des produzierenden Gewerbes unter anderem wegen Hurrikan Sandy ihre Produktion um 0,4 % p.m. Für November rechnen wir aufgrund von Nachholeffekten mit einem Produktionsplus von 0,6 % p.m. Abgerundet wird der Datenkranz nächste Woche mit den Erzeuger- und Verbraucherpreisdaten für November (Do bzw. Fr). Insbesondere wegen der im letzten Monat stark rückläufigen Kraftstoffpreise erwarten wir in beiden Fällen einen spürbar nachlassenden Preisdruck. In der Kernrate wird die Teuerung dagegen nur leicht moderater ausfallen.

Die FOMC-Zinsentscheidung am Mittwoch verspricht noch einmal spannend zu werden. Im Wesentlichen geht es um die Frage, ob die Währungshüter die mit Ende des Jahres auslaufende Operation Twist in irgendeiner Form ersetzen oder nicht. De facto würde die Geldpolitik durch den Wegfall des Tauschs kurzfristiger gegen langfristige Staatsanleihen im Volumen von monatlich USD 45 Mrd. weniger expansiv werden. Vor dem Hintergrund der sich für das laufende Quartal abzeichnenden schwachen Konjunkturentwicklung sowie der nach wie vor stockenden Verhandlungen zur fiskalischen Klippe dürften sich die Währungshüter am Ende dafür entscheiden, das gegenwärtige Ausmass der geldpolitischen Lockerung unverändert beizubehalten. Wir rechnen daher mit der Bekanntgabe zusätzlicher Käufe langlaufender US-Staatsanleihen im Volumen von USD 45 Mrd. monatlich. Wir sehen US-Staatsanleihen aus den genannten Gründen - schwache konjunkturelle Dynamik im laufenden Quartal; nach wie vor nicht ausgeräumte Risiken im Zusammenhang mit der fiskalischen Klippe; Ausweitung des Anleihekaufprogramms durch die Fed - in den nächsten Monaten gut unterstützt. Die Rendite 10jähriger Papiere dürfte sich solange nicht merklich nach oben bewegen, bis in Sachen fiskalische Klippe eine (nachhaltige) Lösung präsentiert wird. Danach sehen wir bis Mitte 2013 vom derzeitigen Niveau aber Spielraum für einen Renditeanstieg um bis zu 50 Basispunkte.



Eurozone

In den kommenden Tagen werden mit den Industrieproduktionsdaten weitere Indikationen für die BIP-Entwicklung im vierten Quartal 2012 veröffentlicht. Zur Erinnerung, nach den zum Teil erheblichen Einbrüchen im September sind die Vorzeichen alles andere als gut. Wir rechnen zudem mit keinem Rebound im Oktober. Im Gegenteil, wir gehen im Vergleich zum Vormonat von einem weiteren Rückgang in Italien und gesamten Euroraum und nur einem kleinen Anstieg in Frankreich aus. Die letzten Ergebnisse der Einkaufsmanagerindizes lassen aber für die kommenden Monate Besserung bei der Konjunkturdynamik erwarten. Die anstehenden vorläufigen Schätzungen für Frankreich und den Euroraum dürften im Verarbeitenden Gewerbe einen weiteren kleinen Anstieg ausweisen, den Index für Deutschland erwarten wir unverändert. Im Dienstleistungsbereich rechnen wir bei allen drei Erhebungen mit einem kleinen Rückgang. Mit dem ZEW-Index wird ein weiterer Vorlaufindikator veröffentlicht. Unter allen Wirtschaftsklimaindikatoren im Dezember hat diese Umfrage (Erhebung unter Analysten) angesichts der deutlichen Aufwärtsbewegung an den Aktienbörsen das grösste Aufwärtspotenzial. Weiters sind die Beschäftigungszahlen und die Details zur Inflationsentwicklung im Euroraum von Interesse. Die Kerninflationsrate (Preisauftrieb ohne Energie und Nahrungsmittel) dürfte im November ihren langsamen aber stetigen Abwärtstrend fortgesetzt haben.

Am Sekundärmarkt rutschten in den letzten Tagen die Renditen von Anleihen sicherer Häfen deutlich nach unten, Italien und Spanien verbuchten dagegen Renditeanstiege. Doch weder das Konjunkturbild noch der geldpolitische Ausblick haben sich verändert. Auch der politische Newsflow war im Rahmen des Üblichen. Lediglich die Absicht Berlusconis, sein Wahlbündnis nun doch als Spitzenkandidat in den Wahlkampf zu führen, gibt Anlass zur Sorge. Da sich aber zeitgleich auch „Risky-Assets“ wie Aktien gut entwickelt haben, scheiden neu aufkeimende wirtschaftliche oder politische Unsicherheiten als umfassende Erklärung eher aus. Der Markt scheint also zu einem guten Teil liquiditätsgetrieben - die anhaltend aussergewöhnlich expansive Geldpolitik hilft so gut wie allen Asset-Klassen. Zehnjährige deutsche Anleihen mit einer Marktverzinsung von unter 1,3 % sind aber aus unserer Sicht mehr als teuer. Wir bleiben daher bei unserer Verkauf Empfehlung für deutsche Anleihen.

Am Primärmarkt begeben in den kommenden Tagen die Slowakei, Österreich, Spanien, Italien und Belgien Staatsanleihen. Zudem emittiert mit den Niederlanden, Frankreich, Spanien, Griechenland, Malta, Belgien, Slowenien und Italien eine Vielzahl an Ländern Geldmarktpapiere.






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