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Wochenkommentar: Berichtssaison gewinnt an Fahrt

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25. Oktober 2012 11:55

Die zuletzt veröffentlichten Konjunkturdaten fielen uneinheitlich aus. Der Index der Frühindikatoren für die Entwicklung der US-Wirtschaft ist im September um 0,6% M/M (August: -0,4%) gestiegen. Der Konjunkturindex der Federal Reserve Bank von Philadelphia für das Verarbeitende Gewerbe der entsprechenden Region, der als ein bedeutender Indikator für die landesweite Entwicklung gilt, verbesserte sich im Oktober auf +5,7 Punkte (September: -1,9 Punkte). Nach fünf Monaten der Kontraktion kehrte der Index damit wieder in den Wachstumsbereich zurück. In den gesamten USA hat sich das Wachstumstempo des Produzierenden Gewerbes im Oktober im Vergleich zum September marginal beschleunigt. Der vom Markit-Institut berechnete Einkaufsmanagerindex stieg im entsprechenden Monat gemäss einer ersten Schätzung auf 51,3 Punkte (September: 51,1). Die Einkaufsmanagerindizes der Eurozone blieben auch im Oktober unter der Marke von 50 Punkten, der Schwelle zwischen Wachstum und Kontraktion. Der Index für das Produzierende Gewerbe verschlechterte sich auf 45,3 Punkte (September: 46,1 Punkte), der Index für den Dienstleistungssektor konnte leicht auf 46,2 Punkte (September: 46,1 Punkte) zulegen. Bei den deutschen Unternehmen hat sich die Stimmung im Oktober den sechsten Monat in Folge eingetrübt. Der ifo Geschäftsklimaindex sank auf 100,0 Punkte (September: 101,4 Punkte). Dabei beurteilten die Unternehmensvertreter ihre aktuelle Lage pessimistischer als im Vormonat. Die Beurteilung ihrer Aussichten für die kommenden sechs Monate hat sich gegenüber September nicht verändert. In Österreich verzeichnete der saisonal bereinigte Produktionsindex für den Produzierenden Bereich gemäss den Berechnungen von Statistik Austria im August gegenüber dem Vormonat einen Anstieg um 0,9% (Juli: 0,7%). Verglichen mit dem Vorjahresmonat nahm der Produktionsindex um 3,5% (Juli: 3,0%) zu.

Der Offenmarktausschuss der US-Notenbank hat gestern den Korridor für die Federal Funds Rate bei 0% bis 0,25% belassen. Ausserdem wurde neuerlich betont, dass ein aussergewöhnlich niedriger Leitzins voraussichtlich noch bis zumindest Mitte 2015 gerechtfertigt sei. Auch sonst wurde an der Notenbankpolitik nichts verändert. Die Aktienkurse sind in den letzten Tagen mehrheitlich gesunken. In einem Umfeld von Konjunkturpessimismus und einem Mangel an weiteren Fortschritten bei der Bewältigung der Schuldenkrise sorgten zuletzt vor allem enttäuschende Quartalszahlen von Unternehmen wie General Electric, Microsoft, McDonald’s oder DuPont für eine gestiegene Verkaufsneigung der Marktteilnehmer. Bei den grossen börsennotierten US-Unternehmen war im dritten Quartal eine schwache Gewinnentwicklung zu beobachten. Das Ergebnis je Aktie hat sich beim S&P 500 Index im entsprechenden Zeitraum im Vergleich zum Vorjahresquartal - basierend auf den bisherigen Ergebnisveröffentlichungen von 204 Unternehmen - um lediglich 2,4% verbessert. Den höchsten Ergebniszuwachs gab es bei Finanzwerten. Den stärksten Ergebnisrückgang verzeichneten die Unternehmen der Sektoren Material und Energie. 60,8% der Unternehmen aus dem S&P 500 Index konnten bisher mit ihrem Ergebnis je Aktie die Markterwartungen übertreffen. 25,0% der Unternehmen veröffentlichten ein Ergebnis, das unter den Markterwartungen lag. Der Rest entsprach den Markterwartungen. Während in den USA bereits eine ganze Reihe von Unternehmen ihre Quartalszahlen veröffentlicht hat, gewinnt nun auch in Europa die Berichtssaison deutlich an Fahrt. Alleine aus dem 30 Werte umfassenden DAX werden nächste Woche etwa ein Drittel der Unternehmen ihre Quartalszahlen präsentieren. Beim 20 Werte umfassenden ATX steht nur das Quartalsergebnis der Erste Group an. Insgesamt sollten sich jedoch die positiven Impulse für die Märkte von Seiten der Berichtssaison weiter in Grenzen halten. Auch die anstehenden Konjunkturdaten (USA: Auftragseingänge, BIP-Wachstum, Verbrauchervertrauen; EZ: Arbeitslosenrate etc.) dürften die Kaufneigung der Marktteilnehmer kaum erhöhen. Mögliche positive Impulse sind auf kurze Frist nur zu erwarten, falls sich Fortschritte bei der Bewältigung der Schuldenkrise abzeichnen. In den nächsten Tagen erwarten wir eine Seitwärtsentwicklung der Aktienkurse.







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