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Zockerei eindämmen

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18. Oktober 2012 09:29


Fast auf den Tag genau 25 Jahre ist es her, als die Wall Street den bislang schlimmsten Absturz hinnehmen musste. Am 19. Oktober brach der Dow Jones innerhalb eines Tages um unglaubliche 22,6 Prozent ein. Der Crash ging als „Schwarzer Montag“ in die Börsenhistorie ein. Bis heute ist die Ursache für den rasanten Kursverfall nicht geklärt. Steigende Inflationsraten und das hohe Handelsbilanzdefizit lasteten zwar auf dem Dollar, das hatte die Anleger aber zuvor nicht abgehalten. Seit 1982 waren die Notierungen kräftig gestiegen. Den rasanten Absturz verursachten wahrscheinlich Computer, die in den 80er-Jahren Einzug in die Handelssäle gefunden hatten. Die Programme waren recht einfach gestrickt. Die ersten Verluste brachten die Lawine ins Rollen, weil sie immer neue Stopps auslösten.

Lehren gezogen?

Seither hat sich einiges an den Börsen getan. Die Maschine hat den Menschen zunehmend ersetzt, der Handel ist weitgehend automatisiert. Die Programme sind besser als damals und die Börse hat zusätzliche Sicherheitsnetze eingezogen. So wird der Handel ausgesetzt, wenn bestimmte Verlustschwellen erreicht sind: Zeit zum durchschnaufen und Gedanken sortieren - und eventuell, um eine Neujustierung der Computer vorzunehmen. Pannen in der Größenordnung von 1987 konnten damit bislang verhindert werden, die Risiken bleiben aber. Im Mai 2010 stürzte der Dow Jones binnen weniger Minuten um 1.000 Zähler ab - ohne ersichtlichen Grund. Ursache war der Hochfrequenzhandel, bei dem innerhalb von Sekundenbruchteilen riesige Summen hin- und hergeschoben werden.

Übertreibung

Der Hochfrequenzhandel steht dem ursprünglichen Grundgedanken der Börse (gute Ideen suchen Geldgeber) diametral gegenüber. Das Übergewicht der Zocker wird an den großen Verfallstagen deutlich, wenn die Abrechnung der Optionen und Futures die Kurse von Unternehmen fast beliebig in die ein oder andere Richtung treibt. Die meisten Experten sind der Überzeugung, dass das Ausmaß der Zockerei inzwischen eine Gefahr für das weltweite Finanzsystem darstellt. Diese Entwicklung ließe sich mit einer Transaktionssteuer wirksam eindämmen. Etliche Geschäfte weisen so geringe Gewinnspannen auf, dass sie sich bei einer Besteuerung nicht mehr lohnen würden. Anleger, die langfristig an ihren Aktien festhalten, könnte man im Gegenzug locken, indem man die Abgeltungssteuer ab einer bestimmten Haltedauer erlässt.

In diesem Sinne

Wolfgang Braun





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Wolfgang Braun ist Chefredakteur des „Global Performance“. Der seit 1999 erscheinende Börsenbrief hat sich auf deutsche Wachstums-Aktien spezialisiert. Dank einer ausgefeilten und bewährten Anlagestrategie schlägt das Musterdepot die Vergleichsindizes deutlich. So schaffte das Wachstumswerte-Depot seit seiner Auflegung im März 1999 eine durchschnittliche jährliche Performance von rund 15 Prozent - obwohl in diesen Zeitraum der dramatische Niedergang des Neuen Marktes fällt. Weitere Informationen unter www.globalperformance.de.

 

 

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