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Wochenkommentar: Wenig Veränderung

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11. Oktober 2012 11:57

Der US-Arbeitsmarktbericht für September fiel überraschend gut aus. Die Zahl an neu geschaffenen Stellen belief sich im entsprechenden Monat auf 114.000. Der Wert für den Vormonat wurde um 46.000 auf 142.000 nach oben revidiert. Die weniger bedeutende und auf einer Befragung von Haushalten basierende Arbeitslosenrate verringerte sich im September auf 7,8% (August: 8,1%) und damit auf das niedrigste Niveau seit Januar 2009. Das Volumen der Auftragseingänge in der USIndustrie ist im August um 5,2% M/M (Juli: +2,6%) eingebrochen. Ohne den volatilen Transportsektor (Flugzeugbestellungen etc.) war jedoch ein leichter Anstieg um 0,7% M/M (Juli: +0,7%) zu beobachten. In Deutschland sind die Auftragseingänge in der Industrie im August als Folge einer schwachen Inlandsnachfrage vorläufigen Angaben zufolge um 1,3% M/M (Juli: +0,3%) zurückgegangen. Ihren Vorjahresstand unterschritten die Industrieaufträge im August um 4,8% (Juli: -4,6%). Die Industrieproduktion ging in Deutschland im August gegenüber dem Vormonat nach vorläufigen Berechnungen um 0,5% (Juli: +1,2%) zurück. Gegenüber dem entsprechenden Vorjahresmonat belief sich der Produktionsrückgang auf 1,4% (Juli: -1,3%).

Die Aktienkurse sind in den letzten Tagen mehrheitlich etwas gesunken. Nach einem zwischenzeitlichen Anstieg, unterstützt durch den US-Arbeitsmarktbericht für September, setzte in weiterer Folge mit einem gestiegenen Konjunkturpessimismus - zuletzt hat etwa der Internationale Währungsfonds in seinem World Economic Outlook die Prognose für das Wachstum der Weltwirtschaft (2012: -0,2%-Punkte auf 3,3%; 2013: -0,3%-Punkte auf 3,6%) gesenkt - und einem wenig überzeugenden Auftakt der US-Berichtssaison wieder eine Gegenbewegung ein. Zusätzlich lastete die Senkung der Bonitätsnote Spaniens durch die Ratingagentur Standard & Poor’s um zwei Stufen auf BBB- (Ausblick: negativ) etwas auf den Kursen. In den USA nimmt die Anzahl an berichtenden Unternehmen in den nächsten Tagen deutlich zu. Alleine aus dem 30 Werte umfassenden Dow Jones Industrial Average werden in der nächsten Woche 11 Unternehmen ihre Quartalszahlen präsentieren. In Europa werden Unternehmen wie Nokia oder Akzo Nobel ihre Ergebnisse veröffentlichen. Insgesamt ist die Zahl an berichtenden Unternehmen in Europa aber in den nächsten Tagen noch äusserst gering. Neben der Berichtssaison der Unternehmen werden auch die anstehenden Konjunkturdaten (USA: Verbrauchervertrauen, Einzelhandelsumsatz, Industrieproduktion,

Philadelphia Fed Index; EZ: Industrieproduktion etc.) die Märkte beeinflussen. Auch die Entwicklung der Schuldenkrise bleibt ein wichtiger Einflussfaktor auf das Marktgeschehen. Von Seiten der Eurogruppe wurde etwa Griechenland zuletzt aufgefordert, bis zum EU-Gipfel der Staats- und Regierungschefs am 18./19. Oktober die noch offenen Punkte der bereits im März vereinbarten 89 Reformen (Verwaltungsreformen, etc.) umzusetzen. Da sich in den nächsten Tagen sowohl die positiven Impulse von Seiten der Berichtssaison als auch von Seiten der anstehenden Konjunkturdaten in Grenzen halten sollten, erwarten wir in diesem Zeitraum eine Seitwärtsentwicklung der Aktienkurse. Mögliche positive Impulse sind auf kurze Frist nur zu erwarten, falls sich Fortschritte bei der Bewältigung der Schuldenkrise abzeichnen. Diese könnten von Aussagen der Teilnehmer des EUGipfels kommen, falls diese etwa die Wahrscheinlichkeit einer baldigen Auszahlung der nächsten Hilfstranche für Griechenland erhöhen würden.

Die Renditen der deutschen Bundesanleihen liegen aktuell in etwa auf dem Niveau wie vor einer Woche. Nach einem Anstieg als Folge der Veröffentlichung eines guten US-Arbeitsmarktberichts sorgten in weiterer Folge ein gestiegener Konjunkturpessimismus und die Senkung der Bonitätsnote für Spanien durch die Ratingagentur Standard & Poor’s wieder für eine höhere Nachfrage nach „sicheren Häfen“. Auch bei den Renditen der deutschen Staatsanleihen erwarten wir in den nächsten Tagen wenig Veränderung.







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