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Allzeithochs möglich

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04. Oktober 2012 09:35


Der Aufschwung an den Börsen ist ins Stocken geraten. Zuletzt tendierten die Aktienmärkte sogar leicht abwärts. Schon werden Stimmen laut, dass die massiven Geldspritzen der Notenbanken dieses Mal ihre Wirkung verfehlen bzw. in den Kursen eingepreist sind. Eine Meinung, die ich nicht teile.

Geld pusht Kurse

In den vergangenen Jahren haben sich im Zuge der Krise und der daraus folgenden einmaligen staatlichen Eingriffen ins Wirtschaftsgeschehen etliche Börsenindikatoren als wenig verlässlich erwiesen. Liquiditätsschübe durch die Notenbanken haben die Anleger aber stets mit steigenden Kursen belohnt. Das ist auch gut verständlich: Wegen der schlappen Wirtschaft werden die zufließenden Mittel bei den Unternehmen (etwa für Erweiterungsinvestitionen) nicht benötigt. Stattdessen suchen sich die Gelder neue Anlagemöglichkeiten. Bislang war dabei Sicherheit Trumpf - ein Grund für die extrem niedrigen Zinsen für Anleihen vermeintlich sicherer Staaten. Nach Abzug der Inflation sind die Renditen bei solchen Investments aber inzwischen negativ. Sofern die Schuldenkrise also etwas in den Hintergrund gedrängt werden kann, dürfte der Risikohunger der Anleger steigen. Dann sollten die Gelder verstärkt in Aktien fließen. Manko sind die schwachen Konjunkturperspektiven, die auch die Unternehmensgewinne belasten. In der Aktien-Strategie waren wir mit unseren Prognosen für die DAX-Gewinne schon länger recht konservativ. Obwohl wir mit unserer Prognose rund 10 Prozent unter dem Konsens liegen, ergibt sich ein akzeptables Index-KGV für 2012 von 12,5. Auch beim für Konjunkturschwankungen wenig anfälligen Kurs-Buchwert-Verhältnis liegt der DAX etwas unter seinem langjährigen Schnitt. Die Bewertungen stehen also selbst bei verhaltener Konjunktur einem Aufwärtstrend nicht im Weg.

DAX über 8.000?

Als die EZB Ende 2011 ihre Tender über eine Billion durchführte, zog der DAX in den folgenden Monaten um 30 Prozent an, ehe die Krise zurückkehrte. Dieses Mal sind unbegrenzte und dauerhafte Hilfen angekündigt (aber bislang noch nicht umgesetzt). Daraus ergibt sich durchaus das Potenzial, die Probleme für längere Zeit zu kaschieren. Das Kursplus der vergangenen Monate von rund 20 Prozent dürfte damit nicht das Ende sein. Über den Jahreswechsel schneiden die Börsen traditionell gut ab. Bis Frühjahr 2013 halte ich selbst einen Anstieg im DAX an die Allzeithochs für realistisch.

In diesem Sinne

Wolfgang Braun





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Wolfgang Braun ist Chefredakteur des „Global Performance“. Der seit 1999 erscheinende Börsenbrief hat sich auf deutsche Wachstums-Aktien spezialisiert. Dank einer ausgefeilten und bewährten Anlagestrategie schlägt das Musterdepot die Vergleichsindizes deutlich. So schaffte das Wachstumswerte-Depot seit seiner Auflegung im März 1999 eine durchschnittliche jährliche Performance von rund 15 Prozent - obwohl in diesen Zeitraum der dramatische Niedergang des Neuen Marktes fällt. Weitere Informationen unter www.globalperformance.de.

 

 

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