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Wochenkommentar: Mangel an Impulsen

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27. September 2012 12:11

Die zuletzt veröffentlichten Konjunkturdaten fielen uneinheitlich aus. Der Index der Frühindikatoren für die Entwicklung der US-Wirtschaft ist im August um 0,1% M/M (Juli: +0,5%) gesunken. Der Konjunkturindex der Federal Reserve Bank von Philadelphia für das Verarbeitende Gewerbe der entsprechenden Region, der als ein bedeutender Indikator für die landesweite Entwicklung gilt, verbesserte sich im September auf minus 1,9 Punkte (August: -7,1 Punkte). Mit einem neuerlichen Wert unter null hat sich jedoch die Kontraktion den fünften Monat in Folge fortgesetzt. In den gesamten USA hat sich das Wachstumstempo des Produzierenden Gewerbes im September im Vergleich zum August nicht verändert. Der vom Markit-Institut berechnete Einkaufsmanagerindex blieb im entsprechenden Monat gemäss einer ersten Schätzung bei 51,5 Punkten. Ein Wert über 50 Punkten deutet auf ein Wachstum, ein Wert darunter signalisiert eine Kontraktion. Die Stimmung der US-Verbraucher hellte sich im September unerwartet auf. Der entsprechende Index des Forschungsinstituts Conference Board stieg auf 70,3 Punkte (August: 61,3 Punkte) und damit auf das höchste Niveau seit Februar. Während sich die Einschätzung der gegenwärtigen Bedingungen nur leicht verbesserte, hat sich der Ausblick der Verbraucher hinsichtlich der Entwicklung des Arbeitsmarktes und der Geschäftsbedingungen auf Sicht von sechs Monaten deutlich aufgehellt. Bei den deutschen Unternehmen hat sich hingegen die Stimmung im September den fünften Monat in Folge eingetrübt. Der ifo Geschäftsklimaindex sank auf 101,4 Punkte (August: 102,3 Punkte). Dabei beurteilten die Unternehmensvertreter sowohl ihre aktuelle Lage als auch ihre Aussichten für die kommenden sechs Monate pessimistischer als im Vormonat. In Österreich verzeichnete der saisonal bereinigte Produktionsindex für den Produzierenden Bereich gemäss den Berechnungen von Statistik Austria im Juli gegenüber dem Vormonat einen Anstieg um 0,1% (Juni: -1,6%). Verglichen mit dem Vorjahresmonat nahm der Produktionsindex um 2,0% (Juni: 0,3%) zu.

Nach dem deutlichen Anstieg der Aktienkurse vor allem in der ersten Monatshälfte als Folge der verkündeten Unterstützungsmassnahmen durch die Europäische Zentralbank und die US-Notenbank sowie der positiven Entscheidung des deutschen Bundesverfassungsgerichts hinsichtlich der Vereinbarkeit des permanenten Rettungsschirms ESM mit dem Grundgesetz sind die Kurse zuletzt mit dem Fehlen neuer Impulse im Umfeld einer ohnehin gewissen Neigung zu Gewinnmitnahmen mehrheitlich gesunken. Auch das anhaltende Zögern von Spanien, den Euro-Rettungsschirm in Anspruch zu nehmen und eine Gewinnwarnung des US-Baumaschinenherstellers Caterpillar waren für diese Entwicklung mitverantwortlich. Zwischenzeitlich erreichten Aktienindizes wie der DAX oder der Nasdaq Composite Index mit 7478,5 Punkten bzw. 3196,9 Punkten das höchste Niveau seit Juli 2011 bzw. November 2000. In den nächsten Tagen wird neben der Entwicklung der Schuldenkrise vor allem die Veröffentlichung einer Reihe bedeutender Konjunkturdaten (USA: Auftragseingänge, Verbrauchervertrauen, Einkaufsmanagerindex, EZ: Einkaufsmanagerindizes, Einzelhandelsumsatz etc.) das Marktgeschehen bestimmen. Am 4. Oktober tagt ausserdem der geldpolitische Rat der Europäischen Zentralbank. Nach dem Beschluss der Ratsmitglieder vom 6. September zum unbegrenzten Ankauf von Staatsanleihen unter der Bedingung, dass die Emittenten der Anleihen die mit dem Euro-Rettungsschirm verbundenen Reformauflagen akzeptieren, ist in der nächsten Woche eine weiter Lockerung der Geldpolitik fraglich. Da sich die Fortschritte bei der Bewältigung der Schuldenkrise in den nächsten Tagen in Grenzen halten sollten - vor allem die Auszahlung der nächsten Hilfstranche für Griechenland verzögert sich, womit die Gefahr eines baldigen Staatsbankrotts des Landes anhält -, die zur Veröffentlichung anstehenden Konjunkturdaten weiterhin mehrheitlich schwach ausfallen dürften und die Entscheidung des EZB-Rats dieses Mal nur eine geringe Rolle an den Märkten spielen sollte, erwarten wir in den nächsten Tagen eine Seitwärtsentwicklung der Aktienkurse.







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