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Vollgas

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20. September 2012 14:37


Nach der EZB hat auch die US-Notenbank am vergangenen Donnerstag eine erneute Lockerung der Geldpolitik beschlossen. Neben der Zusage, die Zinsen bis mindestens Mitte 2015 (bisher Ende 2014) in der aktuellen Spanne von 0,00 bis 0,25 Prozent zu belassen, wurde der Kauf von weiteren Geldmarktpapieren angekündigt. Dieses Mal sollen es keine Staatsanleihen, sondern hypothekenbesicherte Wertpapiere sein. Das Volumen lag mit 40 Milliarden Dollar im Monat zwar am unteren Ende der Erwartungen, dafür ließ Ben Bernanke die Laufzeit offen. Die Liquiditätsspritze soll fortgeführt werden, bis sich eine deutliche Belebung am Arbeitsmarkt bemerkbar macht. Dazu stellte Bernanke weitere Stimulierungen in Aussicht, sofern die Konjunkturentwicklung es nötig macht.

Geldschwemme

Die Notenbanken in Japan und Großbritannien geben bereits Vollgas, was die Versorgung der Wirtschaft mit Liquidität betrifft. Jetzt gesellt sich die EZB dazu und die Federal Reserve tritt noch einmal aufs Gaspedal. Einzig die Politik in China hält sich noch zurück. Die Konjunkturdaten aus dem Reich der Mitte haben zuletzt aber enttäuscht, die Inflationsraten waren rückläufig. Verbal wurden daher von den Verantwortlichen bereits Lockerungen in Aussicht gestellt. Damit würden die wichtigsten Wirtschaftsregionen der Welt allesamt massiv Geld drucken. Die Liquidität wird in der Wirtschaft (etwa für Investitionen) kaum gebraucht. Die Konjunkturdaten signalisieren eine sich abschwächende Weltwirtschaft, die Kapazitätsauslastungen sind entsprechend relativ niedrig. Die frischen Mittel der Notenbanken dürften so zum großen Teil an den Finanzmärkten landen und nach Rendite suchen.

Wer profitiert?

Einige Experten mahnen, dass die laxe Geldpolitik zu einer deutlichen Erhöhung der Inflation führen wird. Vorerst dürfte die schwache Konjunktur die Preissteigerungen noch bremsen, mittelfristig ist eine Geldentwertung aber sehr wahrscheinlich. Investitionen in Sachwerte dienen damit in den kommenden Jahren dem Vermögenserhalt. Edelmetalle sollten als klassischer Inflationsschutz weiter gut performen. Aktien werden zwar von der sich abzeichnenden Konjunkturabkühlung belastet, sind aber als Sachwerte auch interessant. Kurzfristig ist der DAX zwar noch überhitzt, eine Korrektur sollten Anleger aber zum Einstieg nutzen. Dabei sind Unternehmen zu bevorzugen, die über eine gute Marktstellung verfügen und nicht extrem konjunktursensibel sind.

In diesem Sinne

Wolfgang Braun





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Wolfgang Braun ist Chefredakteur des „Global Performance“. Der seit 1999 erscheinende Börsenbrief hat sich auf deutsche Wachstums-Aktien spezialisiert. Dank einer ausgefeilten und bewährten Anlagestrategie schlägt das Musterdepot die Vergleichsindizes deutlich. So schaffte das Wachstumswerte-Depot seit seiner Auflegung im März 1999 eine durchschnittliche jährliche Performance von rund 15 Prozent - obwohl in diesen Zeitraum der dramatische Niedergang des Neuen Marktes fällt. Weitere Informationen unter www.globalperformance.de.

 

 

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