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US-Eigenheimmarkt erholt sich weiter; Wall und Main Street im Plus; Daumen runter für Chinas Einkaufsmanagerindex; Nikkei deutlich im Minus; Halbleiterindustrie taktet zurückhaltend; General Mills gewinnsteigernd; Jones wie Myer mau; HTC greift USA an
20. September 2012 09:25
Globalyze Marktbericht
Die unerwartet deutlich steigenden Verkäufe genutzter US-Eigenheime sorgte zusammen mit der Ankündigung einer expansiveren Geldpolitik der Bank of Japan für gute Stimmung auf dem Parkett der Wall Street. Dass der Neubau von Apartments im August einen Rückgang verzeichnete, geriet dabei völlig in den Hintergrund. Die guten Nachrichten beflügelten nicht nur Dow (+0,10%; 13.577), Nasdaq (+0,15%; 3.182) und S&P 500 (+0,12%; 1.461), sondern auch die Eigenheimbauer wie PulteGroup (+4,25%), D.R. Horton (+4,07%) und Baumärkte wie Home Depot (+1,04%). Im Dow lagen Walt Disney (+1,55%) und Kraft Foods (+1,08%) vorn. Exxon Mobil (-1,31%) und Hewlett Packard (-1,08) kürten die beiden letzten Plätze. Das Angebot eines Bezahlservices über das iPhone oder iPodTouch mit einem Kartenleser, wie ihn hierzulande sumup anbietet, ließ Groupon um fast +6% nach oben schnellen. Dass der Krankenversicherer Aetna die Kostenerstattung des führenden Produkts von Questcor Pharmaceuticals begrenzte, sorgte bei Questor für einen Kurseinbruch von fast -50%. Auch Facebook konnte ausnahmsweise einen Kurszuwachs von +1,81% verzeichnen. Rohöl gab um -3,5% auf 91,98 Dollar je Barrel nach. Gold legte leicht um +0,03% auf 1.769 Dollar je Unze zu. Die Zinsen für 10-jährige Staatsanleihen fielen auf 1,782%. Der Dollar fiel gegenüber Euro und Yen.
Dass selbst den Händlern die weltweite Geldschwemmenpolitik und der Abwertungswettlauf des „beggar thy neighbour“ suspekt ist, zeigte gestern Frankfurt. Stiegen die Kurse zunächst noch wegen der Bank of Japan deutlich, mäßigte sich dieser gegen Ende des Handels und nahm die andere Richtung. Immerhin sprangen für den Dax noch +0,59% (7.390), für den Tec Dax +0,15% (812,59) und für den C Dax +0,61% (648,90) heraus. Im Dax lag Commerzbank mit +2,33% vorn. Daimler folgte mit +1,97%. Infineon und Fresenius Medical Care lagen mit -0,81% und -0,73% hinten. Im Tec Dax sprang Evotec mit +7,34% auf das Siegertreppchen. Cancom (-4,56%) und Aixtron (-2,48%) belegten die beiden unteren Plätze. Dass übrigens Porsche von Manipulationsvorwürfen freigesprochen wurde, war von Anfang an klar. Hier in Deutschland darf man aufgrund der laxen Wirtschaftsstrafgesetzte beinahe alles machen. Und sollten die Gesetze dann möglicherweise doch einmal greifen, sieht man sich einer Richterschaft gegenüber, die von den wirtschaftlichen Zusammenhängen häufig schlicht null Ahnung hat und diese Gesetze nicht zielführend anwendet. So ist u.a. Anlagebetrug in Deutschland im Gegensatz zur USA nach wie vor eine Bagatelle und wird äußerst nachsichtig behandelt. Auch hier versagt übrigens Politik.
Dass der chinesische Einkaufsmanagerindex mit 47,8 Zählern unter die magische Boom-or-Bust Grenze von 50 Punkten fiel, sorgte in Tokyo für lange Gesichter und für einen Rückgang von Stahlaktien wie Nippon Steel (-4%) und JFE Holdings (-2%). Dazu kam noch ein gegenüber dem Dollar stärkerer Yen, der negativ auf die japanischen Exportwerte wirkte. So gaben u.a. Sony (-2,8%), Canon (-1,4%) und Nissan um -25% nach. Da gute Nachrichten fehlten, brach der Nikkei um -1,57% auf 9.086 Punkte ein. Bei den Branchen waren Seetransport, Minen und Versorger die größten Verlierer. Information und Kommunikation, Lebensmittel und Einzelhandel gehörten zu den größten Gewinnern. Die wieder ihre Flügel entdeckende Japan Airlines absolvierte ihren Börsen Jungfernflug mit +0,7%. Von der heimischen Nachfrage abhängige Werte wie Japan Tobacco und NTT DoCoMo legten ebenfalls um +2,1% bzw. +0,9% zu. Die Mitteilung über die Übernahme von zwei US-Firmen, die mittlere und große Motoren im Industriemaschinenbereich fertigen, ließ Nidec um +1,2% ansteigen. Die von 12,5 Yen auf 16,5 Yen angehobene Dividende bekam Ricoh mit um die +3%. Dass der bei der südkoreanischen Samsung für Halbleiter (=semiconductor) verantwortliche Vorstand angesichts der weltweit schwachen Nachfrage im Zusammenhang mit "zurückhaltenden Investitionen" von "keiner Wahl" sprach, sorgte nachdem auch die amerikanische Applied Materials Inc. nachgab, auch bei Chipherstellern wie Tokyo Electron und Advantest für rückläufige Kurse. Eine vom US Energy Departement festgestellte unerwartete Zunahme der Rohölvorräte war nicht nur für den Preisrückgang von Rohöl verantwortlich, sondern auch für den Einbruch der japanischen Inpex Corp. um -3% sowie der Showa Shell Sekiyu, der Idemitsu Kosan und der JX Holdings. Dass der Spieleproduzent Tomy wegen geringer Verkäufe von Handelskarten im ersten Halbjahr einen Verlust von 900 Mio. Yen erwirtschaften wird, ließ den Kurs um fast -5% einbrechen.
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Globalyze Pressetour
General Mills Gewinn steigt deutlich. Bei dem Cheerio und Betty Croker Produzenten stieg, nicht zuletzt aufgrund von Akquisitionen, der Umsatz um +5,3% auf 4,05 Mrd. Dollar und der Gewinn um +35% auf 548,9 Mio. Dollar.
Standpunkt: Dabei legte die Bruttomarge von 37,6% auf 40,2% ordentlich zu. Was den Umsatz betrifft, so sieht es mit einem Umsatzrückgang in den USA um -0,7% recht mau aus. Gerettet hat das Unternehmen der um satte +27% ansteigende internationale Umsatz. Nach aufgrund der Globalisierung und wachsenden Konsumnachfrage inflationären Zeiten sieht der CEO wieder relativ stabile Preise. Wobei das m.E. wahrscheinlich, wenn überhaupt, nur vorübergehend der Fall sein wird. Das Unternehmen setzt verstärkt auch auf Joghurts. So wird man dieses Jahr 40 neue Produkte launchen, darunter einen 100 Kalorien umfassenden griechischen Jogurt. Damit will man dem -14% US-Umsatzrückgang bei Yoplait entgegenwirken. Der Börse scheint‘s zu gefallen. Ob sich ein solches Ergebnis im nächsten Quartal aber wiederholen lässt, ist zumindest fraglich.
David Jones Gewinn bricht ein. Wie schon zuvor schon bei Myer brach der Gewinn der australischen Kaufhauskette im Geschäftsjahr mit -40% auf 101,1 Mio. ADollar deutlich ein. Der Umsatz gab um -4,8% auf 1,87 Mrd. ADollar nach.
Standpunkt: Angesichts dieses schwachen Ergebnisses wird David Jones mit 7 ACents nur etwas weniger als die Hälfte der 15 ACents Dividende zahlen. Der Rückgang der Umsätze ist aber nicht Jones-Spezifisch. Der australische Einzelhandelsumsatz ist im Juli gegenüber dem Juni mit -0,8% so stark gefallen wie seit zwei Jahren nicht mehr. Mit -10% hat es die Kaufhäuser überproportional hart getroffen. Etwas Fantasie ist bei dem Wert wegen eines möglichen Leveraged Buyout der im Besitz befindlichen Immobilien drin. So sollen die mit 460 Mio. ADollar in den Büchern stehenden Immobilien angeblich 612 Mio. ADollar wert sein. CEO Paul Zahara hat einem Verkauf aber bereits eine Absage erteilt. Hält er sich daran, wüsste ich derzeit nicht, warum man Kaufhäuser in Australien kaufen sollte. Egal ob David Jones oder Myer.
Ricoh kopiert besser. Weil die Restrukturierung greift und die US-Geschäfte erstmals seit 5 Jahren einen operativen Gewinn erzielen, wird der Kopiererhersteller statt eines Verlusts von -44,5 Mrd. Yen in 2012 einen Gewinn von 33 Mrd. Yen erzielen.
Standpunkt: So jedenfalls sieht es derzeit aus. 44 Mrd. Yen soll die Kostenkürzungen im Vorjahr, als u.a. 10.000 Mitarbeiter entlassen wurden, gebracht haben. Dass das Geschäft in den USA so gut läuft, hat mit dem 2008 erfolgten Kauf des US-Büroausstatters Ikon Office Solutions Inc. und den mittlerweile erfolgten Effizienzanstrengungen zu tun. Nun soll die Dividende von 12,5 auf 16,5 Cent angehoben werden. Auch, wenn das durchaus gute Zahlen sind, so richtig hauen sie mich dennoch nicht um.
Carlos, Bill, Karl und Theo. Während laut Forbes der Mexikaner Carlos Slim Helu und Microsoft Gründer Bill Gates mit 69 bzw. 61 Mrd. Dollar die Reichsten sind, stehen hierzulande die Aldi-Brüder mit 25 bzw. 18 Mrd. Dollar vorn.
Standpunkt: Wie jedes Jahr veröffentlicht Forbes die Liste der reichsten Menschen weltweit. Viel interessanter für mich und Sie als Anleger ist statt der Aufzählung der Reichsten aber die Veränderung. So ist z.B. der indische Stahlmagnat Lakshmi Mittal aus den ersten 10 auf Platz 21 zurückgefallen. Was die Branchensituation im Bereich Stahl nicht anschaulicher beschreiben könnte. Hingegen ist der reichste Europäer der LVMH Großaktionär Bernard Arnault. Interessant sind die Newcomer. So ist der Gründer des Mobile Pay Solution Anbieters für iPhones Square Inc. Jack Dorsey, der zuvor Twitter gegründet hat, mit 1,1 Mrd. Dollar unter den 400 Reichsten. Auch Kevin Plank, der die Armour Funktionskleidung fertigt und verkauft. Aufhorchen lässt dabei, dass 16 der 20 Newcomer mit geistreichen Erfindungen ihr Unternehmen "from the scratch", also neugegründet haben. Wobei es die in Scharen nach USA pilgernden Deutschen Plagiateure und Imitatoren es natürlich nicht auf diese Liste schafften. Irgendwas läuft da wohl bei uns schief, trotz der Reichendiskussion derzeit. Interessant und nachvollziehbar ist, dass laut Asia-Pacific Wealth Report die asiatisch-pazifische Region die höchste Anzahl von Superreichen oder sog. High Networth Individuals mit einem Vermögen über 1 Mio. Dollar beherbergt. Mit einer Anzahl von 3,4 Mio. liegt diese Region damit erstmals vor den USA und deutlich vor Europa.
HTC greift US-Markt an. Die Erfolgsserie von Apple mit ihrem iPhone und Samsung mit ihrem Galaxy hat HTC auf dem amerikanischen Markt auf Platz 3 mit einem Anteil von 14% verwiesen. Mit einem neuen Windows 8 Phone greift CEO Chou nun an.
Standpunkt: Der taiwanesische Handyhersteller HTC, der in Europa und den USA zuletzt mit sinkenden Verkaufszahlen und Marktanteilen zu kämpfen hat, greift mit einem Windows 8 Phone an. Das neue Handy soll man auf dem amerikanischen Markt bei AT&T, Verizon und T-Mobile bekommen. Parallel dazu plant HTC ein 5 inch Screen Smartphone mit dem Android Betriebssystem. Ob ein Kurs, der noch in 2011 bei 120 Euro lag, von derzeit nur 30 Euro und eine Marktkapitalisierung von nur knapp 6 Mrd. Euro gerechtfertigt ist, darf man ruhig einmal hinterfragen. Damit liegt das Unternehmen selbst unter der Marktkapitalisierung von Nokia, die auf 8,1 Mrd. Euro kommt. Ob dieser sich in Zahlen ausdrückende Pessimismus am Ende wirklich gerechtfertigt ist?
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