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Wochenkommentar: EZB beschließt Maßnahmen

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06. September 2012 16:51

Die zuletzt veröffentlichten Konjunkturdaten fielen überwiegend schwach aus. Im Produzierenden Gewerbe der USA hat sich die Aktivität im August weiter abgeschwächt. Der Einkaufsmanagerindex blieb mit 49,6 Punkten (Juli: 49,8 Punkte) nun bereits den dritten Monat in Folge unter der Schwelle von 50 Punkten, die Wachstum von Kontraktion trennt. Gleichzeitig war dies der schwächste Wert seit Juli 2009. Das Volumen der Auftragseingänge in der US-Industrie ist im Juli um 2,8% M/M (Juni: - 0,5%) gestiegen. Ohne den volatilen Transportsektor (Flugzeugbestellungen etc.) war jedoch nur ein Anstieg um 0,7% M/M (Juni: -2,2%) zu beobachten. In der Eurozone verbesserte sich der Einkaufsmanagerindex im August auf 45,1 Punkte (Juli: 44,0 Punkte), womit sich mit der Annäherung an die 50-Punkte-Marke zumindest die Abwärtsdynamik etwas verringert hat. Der Index für den Dienstleistungssektor verschlechterte sich auf 47,2 Punkte (Juli: 47,9 Punkte). Die Arbeitslosenrate belief sich in der Eurozone im Juli wie im Monat davor auf 11,3%. Von den Mitgliedstaaten meldeten Österreich (4,5%), die Niederlande (5,3%), Deutschland (5,5%) und Luxemburg (5,5%) die niedrigsten Raten. Die höchsten verzeichneten Spanien (25,1%) und Griechenland (23,1% im Mai). Die jährliche Inflationsrate des Euroraums stieg im August gemäss einer ersten Schätzung von Eurostat auf 2,6% (Juli: 2,4%). Das Absatzvolumen des Einzelhandels hat sich in der Eurozone im Juli gegenüber dem Vormonat um 0,2% (Juni: +0,1%) verschlechtert. Gegenüber Juli des Vorjahres verringerte es sich um 1,7% (Juni: -0,9%).

Der geldpolitische Rat der Europäischen Zentralbank hat heute den Zinssatz für die Hauptrefinanzierungsgeschäfte des Eurosystems bei 0,75% belassen. Auch die Zinssätze für die Spitzenrefinanzierungsfazilität (1,50%) und die Einlagefazilität (0,00%) wurden nicht verändert. Die Grundzüge des bereits avisierten Anleihekaufprogramms wurden beschlossen.

Der US-Notenbankchef, Ben Bernanke, hat bei seiner Rede am 31. August im Rahmen der Notenbankkonferenz von Jackson Hole zwar kein klares Signal einer bevorstehenden Lockerung der Geldpolitik ausgesendet. Er betonte jedoch, die Notenbank werde bei Bedarf zusätzliche Unterstützungsmassnahmen bereitstellen, um ein stärkeres Wachstum der Wirtschaft und eine nachhaltige Verbesserung der Bedingungen auf dem Arbeitsmarkt zu begünstigen. Die Stagnation des Arbeitsmarktes stelle für die Fed eine gravierende Sorge dar. Ohne eine Beschleunigung des Wirtschaftswachstums werde die Arbeitslosenrate auf einem überhöhten Niveau bleiben. Die nächste Sitzung des Offenmarktausschusses der US-Notenbank findet am 12./13. September statt. Am 13. September steht ausserdem die nächste, quartalsweise stattfindende, geldpolitische Lagebeurteilung der Schweizerischen Nationalbank an. Dann sollte die SNB neuerlich betonen, keinen Kurs des Franken stärker als CHF 1,20 je EUR zu tolerieren.

Die Renditen der deutschen Bundesanleihen sind in den letzten Tagen mit der Erwartung weiterer Unterstützungsmassnahmen durch die Europäische Zentralbank gestiegen. In den nächsten Tagen wird die Richtung der Renditen neben der Veröffentlichung des US-Arbeitsmarktberichts vor allem von der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts (12. September) hinsichtlich der Vereinbarkeit des permanenten Rettungsschirms ESM mit dem deutschen Grundgesetz und Diskussionen über den möglichen Ausgang der Sitzung des FOMC bestimmt werden. Obwohl die Risikoneigung der Marktteilnehmer im Vorfeld der Sitzung des FOMC, auf der sich die Mitglieder auf neue Unterstützungsmassnahmen für die US-Wirtschaft einigen dürften, etwas ansteigen sollte, rechnen wir bei den Renditen der deutschen Bundesanleihen in den nächsten Tagen mit keinem weiteren Anstieg.







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