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30. August 2012 12:49
Die Konjunktur in Deutschland leidet zunehmend unter der Schuldenkrise in Europa. Frühindikatoren wie der ifo-Index oder die ZEW-Konjunkturerwartungen befinden sich auf dem Rückzug und harte Daten wie der Auftragseingang oder die Industrieproduktion liegen unter dem Niveau des Vorjahres. Zumindest für das zweite Halbjahr 2012 sind die Analysten entsprechend vorsichtig, was die Wirtschaftsleistung der Bundesrepublik betrifft. Allerdings soll es bereits 2013 wieder aufwärts gehen. Das Gros der Experten rechnet dann mit einem BIP-Zuwachs deutlich über einem Prozent. Allerdings stellt sich die Frage, woher der Aufschwung kommen soll.
Zugpferd Europa?
Der DIHK hat jüngst Europa als potenziellen Wachstumsmotor für das kommende Jahr ausgemacht. Dank der durchgeführten Reformen zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit trauen die Experten der Euro-Zone bereits 2013 wieder die Rückkehr zu Wachstum zu. Erste Erfolge sind zwar tatsächlich sichtbar (so hat sich etwa das Handelsbilanzdefizit Griechenlands innerhalb von zwei Jahren nahezu halbiert), der Anpassungsdruck bleibt aber groß. Auf Sicht von mehreren Jahren können die Reformen tatsächlich einen wirtschaftlichen Aufschwung für die Euro-Zone bringen (ähnlich der Neuordnung des Arbeitsmarkts in Deutschland unter der Regierung Schröder). Ich bin aber skeptisch, dass das bereits im kommenden Jahr der Fall sein wird.
Risiko Amerika
Neben einem nach wie vor möglichen Zusammenbruch der Euro-Zone sehe ich ein erhebliches Risiko in der weiteren Entwicklung der Vereinigten Staaten. In weniger als einem Jahr hat die Verschuldung des Landes um eine Billion zugenommen und die Marke von 16 Billionen Dollar erreicht. Damit liegt die Schuldenquote etwa bei 100 Prozent - Tendenz steigend. Eigentlich bleibt den USA nichts anderes übrig, als ebenfalls zu sparen. Nach aktuellem Stand laufen zum Jahresende Steuererleichterungen im Umfang von rund 500 Milliarden Dollar aus. Das würde das Haushaltsloch eindämmen. Allerdings schlagen die Kongressabgeordneten bereits Alarm. Sie fürchten, dass durch diese „Haushaltsklippe“ die USA 2013 zurück in die Rezession stürzen. Mehr Schulden oder mehr Arbeitslose, darauf läuft es hinaus. Eine Entscheidung wie Pest oder Cholera. Wegen des laufenden Präsidentschaftswahlkampf dürfte eine Einigung auf eine Verlängerung der Steuervergünstigungen schwer fallen. Fraglich, ob Ben Bernanke auch diese Klippe umschiffen kann.
In diesem Sinne
Wolfgang Braun
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