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Wochenkommentar: Steigende Risikoneigung

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09. August 2012 13:19

Der jüngste US-Arbeitsmarktbericht fiel besser aus als erwartet. Die Zahl an neu geschaffenen Stellen belief sich im Juli auf 163.000. Die Zahl für den Vormonat wurde um 16.000 auf 64.000 nach unten revidiert. Die weniger bedeutende und auf einer Befragung von Haushalten basierende Arbeitslosenrate stieg auf 8,3% (Juni: 8,2%) und erreichte damit das höchste Niveau seit fünf Monaten. Bei den US-Dienstleistern hat sich das Wachstum im Juli etwas beschleunigt. Der Service- Index des Institute for Supply Management verbesserte sich auf 52,6 Punkte (Juni: 52,1 Punkte). Damit lag der Index jedoch nach wie vor nur leicht über der Schwelle von 50 Punkten, die Wachstum von Kontraktion trennt. Das Volumen der Auftragseingänge in der US-Industrie ist im Juni um 0,5% M/M (Mai: +0,5%) gesunken. Ohne den volatilen Transportsektor (Flugzeugbestellungen etc.) war sogar ein Rückgang um 1,8% M/M (Mai: 0,0%) zu beobachten. In der Eurozone blieb der Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor im Juli mit 47,9 Punkten (Juni: 47,1 Punkte) den sechsten Monat in Folge unter der Schwelle von 50 Punkten. Das Absatzvolumen im Einzelhandel hat sich in der Eurozone im Juni gegenüber dem Vormonat um 0,1% (Mai: 0,8%) verbessert. Gegenüber dem Vorjahresmonat verringerte er sich um 1,2% (Mai: -0,8%). In Deutschland sind die Auftragseingänge in der Industrie im Juni um 1,7% M/M (Mai: +0,7%) gesunken. Gegenüber Juni 2011 verringerten sie sich sogar um 7,8% (Mai: -5,3%). Die Erzeugung im deutschen Produzierenden Gewerbe ging im Juni gegenüber dem Vormonat um 0,9% (Mai: +1,7%) zurück. Gegenüber dem Vorjahresmonat sank die Erzeugung um 0,3% (Mai: -0,3%).

Die Aktienkurse sind in den letzten Tagen mehrheitlich gestiegen. Vor allem der USArbeitsmarktbericht wurde von den Marktteilnehmern positiv aufgenommen. Auch die in der letzten Woche durch den EZB-Präsidenten, Mario Draghi, - wenn auch nur unter bestimmten Bedingungen - in Aussicht gestellten weiteren Unterstützungsmassnehmen durch die Europäische Zentralbank hat die Kaufneigung zuletzt weiter erhöht. Der DAX und der EURO STOXX 50 erreichte in diesem Umfeld das höchste Niveau seit Anfang April. Der ATX und der Dow Jones Industrial Average stiegen auf den höchsten Stand seit Anfang Mai. Die Berichtssaison der US-Unternehmen neigt sich nun ihrem Ende entgegen. Aus dem S&P 500 Index haben bereits 445 Unternehmen ihre Zahlen über das zweite Quartal veröffentlicht. Die Ergebnisse der Unternehmen entwickelten sich schwach. Das Ergebnis je Aktie verringerte sich im S&P 500 Index im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahresquartal um 0,2%. Den stärksten Ergebnisrückgang verzeichneten die Unternehmen der Sektoren Energie und Material. Den grössten Ergebnisanstieg gab es in den Sektoren Industrie und Informationstechnologie. Auch in Europa nimmt die Zahl an Ergebnisveröffentlichungen in den nächsten Tagen weiter ab. Obwohl von den anstehenden Unternehmenszahlen und Konjunkturdaten (USA: Einzelhandelsumsatz, Industrieproduktion, Philadelphia Fed Index: EZ: BIP-Wachstum, Industrieproduktion etc.) in den nächsten Tagen kaum Impulse für die Aktienmärkte zu erwarten sind, rechnen wir mit der anhaltenden Hoffnung auf weitere Fortschritte bei der Bekämpfung der Schuldenkrise im Laufe der nächsten Wochen mit einer etwas steigenden Risikoneigung der Marktteilnehmer und damit tendenziell etwas steigenden Aktienkursen.

Die Renditen der deutschen Staatsanleihen sind in den letzten Tagen gestiegen. Verantwortlich für die geringere Nachfrage nach diesem „sicheren Hafen“ waren der jüngste US-Arbeitsmarktbericht und die Hoffnung auf Unterstützungsmassnahmen durch die Europäische Zentralbank. Die spanischen und italienischen Benchmarkrenditen sind gesunken, deren Renditekurven wurden flacher. Da wir in den nächsten Tagen von einer tendenziell etwas steigenden Risikoneigung ausgehen, rechnen wir bei den deutschen Bundesanleihen mit etwas steigenden Renditen.







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