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Wochenkommentar: EZB stellt Maßnahmen in Aussicht

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03. August 2012 10:45

Die US-Wirtschaft ist im zweiten Quartal gemäss einer ersten Schätzung des Handelsministeriums als Folge einer geringen Wachstumsdynamik des privaten Konsums nur um auf das Jahr hochgerechnete 1,5% Q/Q (Q1: 2,0%) gewachsen. Auch negative Wachstumsbeiträge vom Aussenhandel und den Staatsausgaben war für diese Entwicklung verantwortlich. Die Auftragseingänge für langlebige Güter sind in den USA im Juni als Folge einer hohen Nachfrage nach Flugzeugen um 1,6% M/M (Mai: 1,6%) gestiegen. Ohne den volatilen Transportsektor war jedoch ein Rückgang um 1,1% (Mai: +0,8%) zu beobachten. Die Stimmung der US-Verbraucher hat sich im Juli unerwartet aufgehellt. Der entsprechende Index des Forschungsinstituts Conference Board verbesserte sich auf 65,9 Punkte (Juni: 62,7 Punkte). Während sich die Einschätzung der gegenwärtigen Bedingungen etwas verschlechterte, hat sich der Ausblick hinsichtlich der Entwicklung des Arbeitsmarktes und der Geschäftsbedingungen auf Sicht von sechs Monaten verbessert. Im Produzierenden Gewerbe der USA hat sich die Aktivität im Juli etwas abgeschwächt. Der Einkaufsmanagerindex blieb mit 49,8 Punkten (Juni: 49,7 Punkte) nun bereits den zweiten Monat in Folge unter der Schwelle von 50 Punkten, die Wachstum von Kontraktion trennt. Auch in der Eurozone ist im Juli die Aktivität im Produzierenden Gewerbe weiter gesunken. Der Einkaufsmanagerindex verschlechterte sich auf 44,0 Punkte (Juni: 45,1 Punkte). Die Arbeitslosenrate belief sich in der Eurozone im Juni wie im Monat davor auf 11,2%. Von den Mitgliedstaaten meldeten Österreich (4,5%), die Niederlande (5,1%), Deutschland (5,4%) und Luxemburg (5,4%) die niedrigsten Raten. Die höchsten verzeichneten Spanien (24,8%) und Griechenland (22,5% im April). Die jährliche Inflationsrate des Euroraums blieb im Juli gemäss einer ersten Schätzung von Eurostat bei 2,4% (Juni: 2,4%).

Die Renditen der deutschen und US-Staatsanleihen sind in den letzten Tagen gestiegen. Ausgelöst wurde der Anstieg bereits in der letzten Woche von Äusserungen des EZB-Präsidenten, Mario Draghi, wonach die Europäische Zentralbank bereit sei, innerhalb ihres Mandats alles Erforderliche zu tun, um den Euro zu erhalten. Sollten hohe Risikoaufschläge für Staatsanleihen die Wirkung der Geldpolitik stören, würde dies gemäss Draghi in das Mandat der EZB fallen. Die direkte Staatsfinanzierung ist der Notenbank nicht erlaubt. Die Renditen der spanischen und italienischen Staatsanleihen sind in diesem Umfeld mit der Hoffnung auf eine Wiederaufnahme der seit März ruhenden Anleihekäufe durch EZB gesunken. Der geldpolitische Rat der Europäischen Zentralbank hat heute den Zinssatz für die Hauptrefinanzierungsgeschäfte des Eurosystems wie erwartet bei 0,75% belassen. Auch die Zinssätze für die Spitzenrefinanzierungsfazilität (1,50%) und die Einlagefazilität (0,00%) wurden nicht verändert. In der Pressekonferenz im Anschluss an den heutigen Zinsentscheid hat Draghi dann auch Offenmarktgeschäfte und andere Massnahmen in Aussicht gestellt. Die Modalitäten würden in den nächsten Wochen ausgearbeitet. In den nächsten Tagen erwarten wir bei den Renditen der deutschen und US-Staatsanleihen eine Seitwärtsentwicklung.

Der Offenmarktausschuss der US-Notenbank hat gestern den Korridor für die Federal Funds Rate bei 0% bis 0,25% belassen. Ausserdem wurde neuerlich betont, die wirtschaftlichen Bedingungen, einschliesslich einer geringen Kapazitätsauslastung und gedämpfter mittelfristiger Inflationsaussichten, würden voraussichtlich noch bis zumindest Ende 2014 einen aussergewöhnlich niedrigen Leitzins rechtfertigen. Gemäss der Notenbank habe die wirtschaftliche Aktivität in der ersten Jahreshälfte etwas an Tempo verloren. Die Tür für eine weitere Lockerung der Geldpolitik beliess sie offen. Bei Bedarf will die Fed gemäss ihrem schriftlichen Statement zusätzliche Massnahmen zur Ankurbelung der Wirtschaft ergreifen. Die nächste Sitzung des Offenmarktausschusses findet am 12./13. September statt. Dann veröffentlicht die Notenbank auch wieder ihre Projektionen zur Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts, der Arbeitslosenrate und der Inflation.







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