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03. August 2012 10:45
Die Renditen der deutschen und US-Staatsanleihen sind in den letzten Tagen gestiegen. Ausgelöst wurde der Anstieg bereits in der letzten Woche von Äusserungen des EZB-Präsidenten, Mario Draghi, wonach die Europäische Zentralbank bereit sei, innerhalb ihres Mandats alles Erforderliche zu tun, um den Euro zu erhalten. Sollten hohe Risikoaufschläge für Staatsanleihen die Wirkung der Geldpolitik stören, würde dies gemäss Draghi in das Mandat der EZB fallen. Die direkte Staatsfinanzierung ist der Notenbank nicht erlaubt. Die Renditen der spanischen und italienischen Staatsanleihen sind in diesem Umfeld mit der Hoffnung auf eine Wiederaufnahme der seit März ruhenden Anleihekäufe durch EZB gesunken. Der geldpolitische Rat der Europäischen Zentralbank hat heute den Zinssatz für die Hauptrefinanzierungsgeschäfte des Eurosystems wie erwartet bei 0,75% belassen. Auch die Zinssätze für die Spitzenrefinanzierungsfazilität (1,50%) und die Einlagefazilität (0,00%) wurden nicht verändert. In der Pressekonferenz im Anschluss an den heutigen Zinsentscheid hat Draghi dann auch Offenmarktgeschäfte und andere Massnahmen in Aussicht gestellt. Die Modalitäten würden in den nächsten Wochen ausgearbeitet. In den nächsten Tagen erwarten wir bei den Renditen der deutschen und US-Staatsanleihen eine Seitwärtsentwicklung.
Der Offenmarktausschuss der US-Notenbank hat gestern den Korridor für die Federal Funds Rate bei 0% bis 0,25% belassen. Ausserdem wurde neuerlich betont, die wirtschaftlichen Bedingungen, einschliesslich einer geringen Kapazitätsauslastung und gedämpfter mittelfristiger Inflationsaussichten, würden voraussichtlich noch bis zumindest Ende 2014 einen aussergewöhnlich niedrigen Leitzins rechtfertigen. Gemäss der Notenbank habe die wirtschaftliche Aktivität in der ersten Jahreshälfte etwas an Tempo verloren. Die Tür für eine weitere Lockerung der Geldpolitik beliess sie offen. Bei Bedarf will die Fed gemäss ihrem schriftlichen Statement zusätzliche Massnahmen zur Ankurbelung der Wirtschaft ergreifen. Die nächste Sitzung des Offenmarktausschusses findet am 12./13. September statt. Dann veröffentlicht die Notenbank auch wieder ihre Projektionen zur Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts, der Arbeitslosenrate und der Inflation.
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