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Europa-Politikversagen - Stresstest für die Welt; Gipfel und Euro vor dem Abgrund; Banken und Solarwerte brechen massiv ein; Chinas Inflation geht deutlich zurück; Japans Wirtschaft laut BoJ für eine Weile abschwächend; Politiker wegen Werbung für Zocker-Anlage verurteilt; Toyota senkt wg. Thailand Gewinnprognose
09. Dezember 2011 08:43
Globalyze Marktbericht
Der holprige Start des Euro-Krisengipfels wie auch die Tatsache, dass die Bad Notenbank EZB ihre Staatsanleihenkäufe nicht ausweiten (aber beibehalten) wird, schickten die Kurse weltweit und natürlich auch an der Wall Street ins Minus. Dow, Nasdaq und S&P 500 lagen am Ende mit -1,63 % (11.997), -1,99 % (2.596) und -2,11 % (1.234) im Minus. Da spielte es auch keine Rolle, dass die Bad Notenbank EZB ihren Basiszins von 1,25 % auf 1,00 % senkte. Und das, wohlgemerkt, bei steigender Inflation. Vom einstigen Stabilitätsauftrag ist also – wie von uns erwartet - nicht mehr viel übrig geblieben. Dass nach einer aktuellen Umfrage inzwischen fast die Hälfte der Deutschen steigende Inflation und damit Wertvernichtung befürchten, ist das vernichtende Ergebnis dieser aus dem Ruder gelaufenen Geldpolitik à la Draghi und Trichet. Dass bei diesen Nachrichten die Händler von allem was aus Europa kommt gestresst sind, kann ich nachvollziehen („People are stressed out with all this news from Europe“). Wie zu erwarten, waren die Banken die großen Verlierer. Morgan Stanley brach um -8,4 % ein, gefolgt von Citigroup mit -7 %, J.P. Morgan Chase mit -5,2 % und Bank of America mit -5,1 %. Die guten Neuarbeitslosenzahlen, welche auf dem niedrigsten Stand seit 9 Monaten liegen, verpufften wirkungslos. Der Rohölpreis fiel um -2,1 % auf 98,34 Dollar je Barrel. Dass allerdings bei diesem Gezeter der Goldpreis um -1,8 % auf 1.709,80 Dollar je Unze fiel, zeigt wie spekulativ überhöht der Goldpreis derzeit ist. Bei den Unternehmen stieg McDonald's nach unerwartet hohen same-store Umsätzen von +7,4 % um +0,5 %. Hingegen fiel Costco Wholesale angesichts eines Gewinnwachstums von nur +2,6 % um -2 %. Affymax rauschten nach einem positiven Votum der FDA um +36 % nach oben.
In Frankfurt waren die Anleger von den ersten durchsickernden Nachrichten aus Brüssel enttäuscht. Statt endlich das Notwendige und Richtige zu tun, versucht wieder einmal jeder auf Kosten des Ganzen seinen kleinen Vorteil zu sichern. Ein Trauerspiel ist dieses klein-kleine Gestreite. Dazu kam dann noch die Bad Notenbank, die mit ihrer Zinssenkung ein Zeichen setzen wollte und genau das Gegenteil erreicht hat. Auch das Angebot der dreijährigen Finanzierung an die Banken ging nach hinten los. Die sollen endlich ihr Kapital erhöhen und nicht weiter auf unsere Kosten leben. Derzeit geht die Glaubwürdigkeit mit Draghi den Bach hinunter. Wir verfrühstücken derzeit alles, was wir nach dem Krieg mühsam erworben und aufgebaut haben. Nicht zuletzt, weil die Ratingagenturen ankündigten, die Banken unter die Lupe zu nehmen, gaben die deutlich nach. Commerzbank brach um -10,37 % ein und war damit der schlechteste Dax-Wert. Dahinter folgte Deutsche Bank mit -5,05 %. Fresenius Medical Care war mit +0,92 % einer von drei Kursgewinnern. Im Tec Dax kamen erneut die Solarwerte unter Druck. Solarworld und Q-Cells gaben um -7,62 % bzw. -5,16 % nach. Wie die Citigroup die Centrotherm Photovoltics mit einem „gegen Null tendierenden Auftragseingang“ mit „Buy“ bzw. einem Kurspotential von über 100 % einstufen kann, ist rätselhaft. Die Aktie stieg daraufhin dennoch um +3,74 %.
Tokyo eröffnete erwartungsgemäß im Minus. Der schwache Euro bzw. starke Yen und Gerüchte, über eine Abschwächung des Sanktionsmechanismus von EU-Defizitsündern zogen den Nikkei um -1,48 % (8.536) nach unten. Wie auch die Aussage des Notenbankgouverneurs Kiyohiko Nishimura, dass die Wirtschaft sich wahrscheinlich für eine Weile abschwächen wird. Die gute Nachricht aus China, dass die Inflation von 5,5 % im Oktober auf 4,2 % im November deutlich zurückging und neue Spielräume für die chinesische Notenbank eröffnet, zeigte kaum Wirkung. Chinasensitive Aktien wie Fanuc Corp. und Komatsu Ltd. verringerten lediglich ihre Kursverluste. Europasensitive Werte gaben nach. Furukawa Electric verlor zum ersten Mal seit drei Tagen. Sony und Kyocera gaben jeweils um -2,4 % nach. Auch beim Reeder Kawasaki Kisen waren deutliche Gewinnmitnahmen zu verzeichnen. Die nach Börsenschluss zur Veröffentlichung anstehende Prognose von Toyota für 2012 führte beim Autobauer zu einer Reduzierung der Kursverluste. Bei den Branchen waren Immobilien, Wertpapiere und Versicherungen die großen Verlierer. Minen, Lufttransport und Textilien gewannen gegen den Trend hinzu. Am Ende standen 1.030 nachgebende Aktien 453 steigenden Aktien gegenüber. 180 waren unverändert.
Globalyze Pressetour
Chinas Inflation geht stark zurück. Vom Oktober auf November ist Chinas Konsumentenpreisindex von 5,5 % auf 4,2 % um beinahe -24 % zurückgegangen. Damit gewinnt die Geldpolitik Chinas Spielraum.
Standpunkt: Die im Gegensatz zu den meisten westlichen Notenbanken vernünftige Geldpolitik Chinas zeigt ihre vorhersehbare Wirkung. Im Gegensatz zu FED und Bad Notenbank EZB ist sie den Sirenengesängen des billigen Geldes nicht erlegen. Das zahlt sich nun aus. An China sollten sich die Euroländer, wie auch die Bad Notenbank ein Beispiel nehmen. So löst man Probleme. Und nicht mit diesem kleinkarierten und unfähigen Polit-Gezeter.
Europas Banken brauchen 114,7 Mrd. Euro. Die europäische Bankenaufsichtsbehörde hat mitgeteilt, dass die europäischen Banken bis Juni 2012 in etwa 114,7 Mrd. Euro Kapital aufnehmen müssen.
Standpunkt: Jetzt rächen sich die von uns kritisierten, nicht ernst zu nehmenden Stress-Testchen der Vergangenheit. Hätten die Aufsichtsbehörden damals auf Kapitalaufnahmen gedrungen, dann wären wir nicht da, wo wir jetzt sind. Gleich zu Beginn hat also auch die europäische Bankenaufsicht und natürlich wieder einmal unsere jetzt personell und verstärkte Bafin versagt. Das sein an alle gesagt, die meinen, dass es mit einer besseren Aufsicht getan sei. Zur Unzeit müssen die Banken jetzt Kapital aufnehmen. Wobei ich absolut der Meinung bin, dass dies nötig und höchste Zeit ist. Auch, wenn die Altaktionäre darunter mächtig leiden werden. Jetzt können sie zeigen, wie ernst es ihnen mit ihren Bankgesellschaften ist. Oder ob sie auch nur Kurzfrist-Spekulanten sind. Wäre ich Großaktionär einer solchen Bank mit dem entsprechenden Einfluss würde ich jedenfalls jetzt Kapital reingeben, aber gleichzeitig das Management und den bisherigen Aufsichtsrat in die Wüste schicken und einen Neuanfang wagen. Dann käme auch Vertrauen zurück. Also, wo steht ihr Bankaktionäre?
Toyota Motor setzt Thailands Hochwasser zu. Weil der japanische Autobauer durch das thailändische Hochwasser stärker als erwartete Produktionseinbußen hinnehmen musste, wird die Gewinnprognose um -54 % gekürzt.
Standpunkt: Genaugenommen hat Toyota die Umsatzprognose von 19 Billionen Yen auf 18,2 Billionen Yen um 4,2 % und die Prognose für das operative Ergebnis von 450 Mrd. Yen auf 200 Mrd. Yen zurückgenommen. Weltweit sollen 7,38 Mio. Fahrzeuge verkauft werden. Das ist bitter. Auf der anderen Seite zeigt es auch, dass Toyota Motor ohne Naturkatastrophen durchaus gut dastehen würde. Insofern könnte man die Meldung auch als Kaufempfehlung auffassen. Wenn denn die Katastrophen nun endlich ihr Ende finden.
Bad EZB senkt Leitzins zur Unzeit. Die Bad Notenbank EZB hat –trotz hoher Inflation - ihren Leitzins von 1,25 % auf 1,00 % gesenkt. Gleichzeitig wächst im Volk laut einer aktuellen Umfrage die Furcht vor Inflation und Wertverlust.
Standpunkt: Mir war klar, dass sich der Weichwährungsland-Vertreter und Italiener Draghi von der Stabilitätspolitik verabschieden und das vollenden wird, was der von den Medien zu Unrecht hochgelobte und hochdekorierte Trichet begonnen hat. Wie man hört wird nun auch noch der IWF über die Bad Notenbank EZB gesponsert. Und auch die Staatsanleihenkäufe gehen weiter. Bevor sie mit diesem unwürdigen Gemauschel um drei Ecken weitermachen, sollen sie es doch offen tun und die Druckerpresse anschmeißen. Als vorne herum so zu tun, als ob man mit der Deutsche Bundesbank Tradition noch etwas gemein hätte und hinten herum das Geld nur so rauszuschmeißen. Das Volk sieht das interessanterweise sehr klar und richtig. Und ist näher an uns Fachleuten als an der Politik. 46 % haben zu Recht Angst davor, dass ihr Vermögen an Wert verliert. Ich gebe diesen einen wohlgemeinten Rat. Erstens: Wählt diese Politversager ab! Zweitens: Kauft fundamental gesunde Aktien! Drittens: Nutzt die vollautomatische, streng rationale und manipulationsfreie Aktienauswahl von Globalyze!
Prominente haften für Zockerwerbung. Nach einem BGH-Urteil gegen den Ex-Verteidigungsminister und CDU-Politiker Rupert Scholz brechen für Prominente schwere Zeiten an. Anleger können diese nun bei Finanzprodukt-Werbung auf Schadensersatz verklagen.
Standpunkt: Scholz hatte weiter Werbung für einen bereits von der Stiftung Warentest bereits als „Zockerangebot“ eingestuften und auf die Warnliste gesetzten Fonds gemacht. Wie unverantwortlich viele dieser Politiker agieren, zeigt die Tatsache, dass Herr Scholz diese Anlage dennoch und noch dazu als „Altersvorsorge“ angepriesen hat. Übrigens waren in dem Beirat der Fondsgesellschaft noch ein früherer Berliner Schulsenator und drei ehemalige Staatssekretäre. Das Ergebnis? 7.000 Anleger sollen um bis zu 40 Mio. Euro geschädigt worden sein. Lob bekommt hingegen der BGH von mir. Der die Prospekthaftung auf die mitgelieferten Zeitungsartikel von Herrn Scholz ausweitete und eine Prospekthaftung im engeren Sinne sieht. Das ist richtig und konsequent. Ob Manfred Krug jetzt für seine völlig daneben liegende Werbung für die Deutsche Telekom jetzt nachträglich auch noch Ärger bekommt? Wobei ich noch nie verstanden habe, wie Menschen diesen Werbeaussagen für Finanzanlagen von Politikern oder Schauspielern auf den Leim gehen können. Die sollen das tun, was sie können. Wobei sich da schon die meisten recht schwer tun. Wie heißt es doch im Volksmund: Schuster bleib bei Deinen Leisten. Eins verspreche ich Ihnen. Wir von Globalyze werden nie einen Politiker als sog. „Zugpferd“ nehmen. Wir trauen denen schon in ihrem Gebiet hinten und vorne nicht über den Weg. Das garantiere ich Ihnen mit meinem Namen.
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